“ Neulich in Trier …“ (Achtung Glosse!)

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Symbolbild

Bildquelle: pixabay

TRIER. Hitzerekord verpasst – Bürgeraktion geplant! Die tiefe Enttäuschung ist in der alten Römerstadt an der Mosel mit den Händen zu greifen.

So sicher waren sich die Nachfahren der mediteranen, hitzegestählten Schwertschwinger von jenseits der Alpen, dass Trier mal wieder bundesweit von sich reden macht.

Ein zweiter nationaler Rekord, neben den Meriten als älteste Stadt Deutschlands sollte her. Und wie optimistisch waren die Prognosen.

Das Saarland nahe der Mosel sowie das Moseltal selbst, sollte am gestrigen Donnerstag der “Hotspot“ der Republik werden und das mit Temperaturen, die den Rekord des ansonsten für nichts bekannte unterfränkische Kitzingen (2015/40, 3 Grad) lässig-im wahrsten Sinne des Wortes -in den Schatten stellen sollten.

Und wo anders als im selbsternannten Herzen dieser Region, nämlich Trier, könnten die heissersehnten „“Milljuune Groad“ zusammenkommen.

Dann der erste Rückschlag: Geilenkirchen (ein Name, der so manchem Trierer Bistumsoberen die Schamesröte in Gesicht treiben wird) nahe Aachen kam, sozusagen aus dem Nichts und knackte am Mittwoch mit 40,5 Grad den deutschen Allzeit Hitzerekord,

Aber mit dem ihm eigenen, stoischen Optimismus harrte der schwitzende Treverer dem Donnerstag, der da ja – laut Prognosen – der heisseste Tag der Woche werden sollte. “Doa wird dat schoo kloargiehn…“

Und dann – Oh leck..- der Schock am Donnerstag Nachmittag: Lingen im Emsland (“Lecko mio, woo is dat dann?) verzeichnet um 15.10 Uhr herzerwärmende 41.5 Grad!!! Ein herber Rückschlag, insbesondere für die Trierer Stadtobrigkeit.

So mussten die geplanten Feierlichkeiten an den Trierer Kaiserthermen, die links und rechts durch steinerne Thermometer, die Milljuune Groad anzeigen, ergänzt werden sollten, abgesagt werden.

Die Konfettiparade in der Fussgängerzone, bei der das Konfetti durch Eiswürfel ersetzt werden sollte, wurde ebenso “auf Eis gelegt“.

Eine besondere Location (neudeutsch) in den Planungen der Stadt sollte die Porta Nigra werden.
In der berechtigten Hoffnung, dass diese durch die erwarteten Temperaturen eine Fassade entwickelt, die an Antoni Gaudis Kirche Sagrada Familia, ein Wahrzeichen von Barcelona erinnert.
Diese erhoffte Metamorphose des Trierer Wahrzeichens hätte den Höhepunkt des Trierer “Milljuune Groad Festivals“ dargestellt.

Musikalisch untermalt werden, so die Planungen, sollte die Veranstaltung durch ein Medley von Kool & The Gang, Loving Spoonfull und De Black Föss mit Wolfgang Niedecken (in Vertretung von Trude Herr): “Too Hot/Summer In The City/ Niemals schmilzt man so ganz“.

Als weiterer Höhepunkt des Events war eine einmalige Aufführung einer Version von Billy Wilders “Manche Mögen`s Heiss“ des Trierer Stadttheaters vor der “Porta Sagrada Familia“ geplant.
Alle drei Hauptrollen sollten von Horst Köhler, unserem ehemaligen Bundespräsidenten, nun als Guildo Horn unterwegs, gespielt werden, nachdem Chris Steil (Steilflug) als Marilyn Monroe und Axel Schweiss (Axel Schweiss) als Jack Lemmon abgesagt hatten.

Besonders schwer wiegt auch die Absage der feierlichen Verleihung des geplanten, neuen Trierer Stadtthermometers an an den Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe, das ab jetzt den bisherigen Trierer Stadtschlüssel ersetzen sollte.

All dies schreit geradezu nach einer Stellungnahme der Trierer Stadthonoratioren.
Eine diesbezügliche Auskunft wurde Lokalo jedoch verwehrt. „Das Thema sei einfach zu heiss “!!!

Zugegeben, die Enttäuschung in Trier sitzt tief, aber der durch vielfältige Rückschläge gestählte Trierer (man verweise auf die Misserfolgsserie der Eintracht, den Abstieg der TBB, die Gestaltung des Viehmarktplatzes, die Trierer Verkehrsführung, die beharrliche Baumvernichtung in der Innenstadt-trotz der hohen Feinstaubbelastung und nicht zuletzt auf die letzte Trierer Stadtratswahl, etc.), steckt nicht auf und bläst sofort zum Gegenangriff.

So gründet sich binnen kürzester Zeit die Initiative: „Dän Oowen oan, die Fenster uff“, die alle Trierer Bürger dazu auffordert, am heutigen Freitag von 13.00 bis 17.00, ihre Backöfen auf höchste Stufe zu stellen (am besten Umluft, wegen des Ventilators), die Ofentür aufzulassen und alle Fenster zu öffnen.

So will der pfiffige Treverer “dene Milljuune Groad“ ein wenig nachhelfen und der alten Römerstadt die Ehren als Hottest Location in Deutschland doch noch sichern.

Die Hoffnung stirbt eben zuletzt….

Also- alle mitmachen und auf ein gutes Gelingen!

In diesem Sinne,
Euer John Doe

P.S. Man sehe mir meine rudimentären Trierer Sprachkenntnisse nach !!!

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