Nach Schüssen am Alleen-Center: Anklage gegen Trierer „Reichsbürger“

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TRIER. Die Staatsanwaltschaft Trier hat gegen einen 46 jährigen Mann aus Trier, der nach eigenem Bekunden Angehöriger der Reichsbürgerbewegung ist, Anklage zum Amtsgericht – Schöffengericht – Trier erhoben.

Dem Angeschuldigten wird zur Last gelegt, am frühen Abend des 25.03.2017 in den Verkaufsräumen eines Lebensmittelmarkts im Alleencenter in Trier Lebensmittel, Tabak sowie Alkohol gestohlen zu haben. Bei dem Diebstahl führte er in seinem Rucksack eine mit Plastikkugeln gefüllte Softair-Pistole mit sich. Nach dem Ergebnis der durchgeführten Ermittlungen besteht der hinreichende Verdacht, dass es anschließend zu folgendem Geschehensablauf kam:

Nachdem der Angeschuldigte das Alleencenter verlassen hatte, geriet er mit einem Bekannten, der ihn begleitet hatte, in Streit. Im Rahmen dieses Streits bedrohte er seinen Bekannten zunächst mit der Softair-Waffe und schoss sodann mehrfach auf ihn, wobei er ihn mit den verschossenen Plastikkugeln schmerzhaft traf.

Als ein Security-Mitarbeiter des Alleencenters schlichtend eingreifen wollte, richtete der Angeschuldigte die Waffe auf dessen Kopf und forderte ihn auf, die Polizei zu rufen. Aus Furcht vor der einer scharfen Schusswaffe täuschend ähnlich sehenden Pistole beugte dieser sich seinem Willen und rief die Polizei an. Einem weiteren Passanten, der ebenfalls schlichtend eingreifen wollte, schlug der Angeschuldigte mit der Pistole ins Gesicht.

Wenig später traf der Angeschuldigte vor dem Eingang des Alleencenters wieder auf seinen Bekannten, hielt die Druckluftwaffe drohend in dessen Richtung und schlug ihm mit der in der Hand gehaltenen Waffe ins Gesicht. Außerdem bedrohte er mit der Waffe weitere Passanten, die die Drohung ernst nahmen und sich abduckten bzw. davonliefen.

Der Angeschuldigte flüchtete anschließend in Richtung Bahnhofsvorplatz, wo er von Beamten der Bundespolizei, die inzwischen am Tatort eingetroffen waren, unter Abgabe eines Warnschusses verfolgt wurde. Als zwei weitere Passanten auf den Angeschuldigten zugingen, schoss dieser einem der beiden Männer mit der Druckluftwaffe gegen den Kopf; die andere Person versuchte er zu schlagen.

Als er anschließend von den Polizeibeamten ergriffen und festgenommen wurde, beleidigte er die Beamten mit unflätigen Beschimpfungen, rief den sogenannten Hitlergruß und äußerte, Reichsbürger zu sein. Die Beleidigungen setzte er auch bei seiner Verbringung zur Polizeiinspektion fort.

Der Angeschuldigte, der bereits in erheblichem Umfang vorbestraft ist, ist aufgrund des Ergebnisses der Ermittlungen des Diebstahl mit Waffen, der mehrfachen gefährliche Körperverletzung, der mehrfachen Nötigung und Bedrohung, des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und der mehrfachen Beleidigung hinreichend verdächtig.

Er befindet sich seit seiner Festnahme aufgrund Haftbefehls des Amtsgerichts Trier in Untersuchungshaft.
Das Amtsgericht Trier hat nunmehr über die Eröffnung des Hauptverfahrens zu ent- scheiden. Ein Hauptverhandlungstermin ist noch nicht bestimmt

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