Stadt Trier steigt wieder in den Neubau von Sozialwohnungen ein

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Die Visualisierung zeigt den Blick aus Richtung des Hofguts auf das neue dreigeschossige Wohngebäude mit Flachdach. Die Wohnungen werden von außen durch Laubengänge erschlossen.

Bildquelle: Grafik: Kleusberg / synarchitekten

TRIER. Mit zwei Projekten in Filsch und Mariahof steigt die Stadt Trier wieder in den Neubau von Sozialwohnungen ein. Der Baubeginn für das dreigeschossige Gebäude mit 31 Wohnungen auf dem Grundstück des bisherigen Wanderparkplatzes am Hofgut Mariahof steht unmittelbar bevor.

Nachdem der Stadtrat im Februar 2016 die Errichtung von Neubauten im sozial geförderten Wohnungsbau insbesondere für die Unterbringung von Flüchtlingen mit einem Kostenvolumen von insgesamt circa zwölf Millionen Euro beschlossen hatte, begann die Suche nach geeigneten städtischen Grundstücken. Die Fläche „östlich Hofgut Mariahof“ zeichnete sich durch die schnelle Verfügbarkeit sowie durch die Zuordnung zum unbeplanten Innenbereich nach § 34 Baugesetzbuch aus. Um städtebaulich nachhaltige Ergebnisse zu erreichen, wurde das Architekturbüro werk.um aus Darmstadt mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt. Das konkrete Bauprogramm sollte im Rahmen der Vorbereitung des Vergabeverfahrens entwickelt werden.

Im Juni 2016 beschloss der Stadtrat den Neubau von bis zu 33 Wohnungen „östlich des Hofgutes Mariahof“. Das Bauvorhaben wurde im Verhandlungsverfahren mit öffentlichem Teilnahmewettbewerb EU-weit ausgeschrieben und die Herstellung in modularer Bauweise (Baukastenprinzip) vorgegeben. Bei dieser Bauweise werden Raumzellen und deren Umfassungsbauteile im Werk für einen Zusammenbau auf der Baustelle vorgefertigt. Die Anzahl der Schnittstellen ist bei dieser Bauweise geringer als im konventionellen Bau, was zu einer starken Verkürzung der Bauzeit führt.

In der ersten Stufe des Teilnahmewettbewerbs wurde anhand von Eignungskriterien ein Bieterkreis bestimmt, aus dem sechs Bewerber zur Abgabe eines Angebots aufgefordert wurden. Beim Abgabetermin am 29. November lagen vier Angebote vor, die mit jeweils 4000 Euro pauschal vergütet wurden. Die städtebauliche und gestalterische Einbindung in die Umgebung sowie die Funktionalität und Flexibilität der Grundrisse waren wesentliche Kriterien, die neben dem Preis in die Bewertung der Angebote einflossen. Als Ergebnis erging die Empfehlung an den Stadtrat, die Firma Kleusberg aus Wissen mit der Planung und schlüsselfertigen Errichtung von 31 Wohnungen in modularer Bauweise zu beauftragen. Dieser Empfehlung schloss sich der Stadtrat am 13. März an.

Anhand der Machbarkeitsstudie war das Bauvorhaben zunächst mit 3,97 Millionen Euro berechnet worden. Diese Summe bezog sich auf eine zweistufige Nutzung: In Phase eins sollten die Wohnungen für die dringende Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden und in Phase zwei für die Deckung des Bedarfs an sozialem Wohnungsraum. Durch die Entspannung der Flüchtlingssituation war die direkte Umsetzung der Phase zwei möglich und das Raumprogramm wurde anhand der Vorgaben des sozialen Wohnungsbaus erweitert. Zusammen mit den bisher nicht veranschlagten Kosten für die Herrichtung der Außenanlagen errechnen sich somit Gesamtkosten von 5,35 Millionen Euro, denen der Stadtrat am 13. März ebenfalls zustimmte.

Derzeit ist der Baubeginn für den 6. Juni vorgesehen. Die Errichtung des Stahlskeletts soll am 25. Juli erfolgen, so dass das Richtfest am 10. August stattfinden könnte. Bezugsfertig wäre das Objekt demnach voraussichtlich Ende 2017, nur 22 Monate nach erstmaliger Befassung durch den Stadtrat.

Die Architektur des Wohnhauses wurde vergangene Woche bei einer Bürgerversammlung in Mariahof erstmals öffentlich präsentiert. Besucher kritisierten unter anderem die mangelhafte städtebauliche Einbindung des Gebäudes in direkter Nachbarschaft zum historischen Hofgut, den Wegfall des Wanderparkplatzes und die zunächst mit der Flüchtlingssituation begründete Schnelligkeit des Verfahrens ohne ausreichende Bürgerbeteiligung. Baudezernent Andreas Ludwig verteidigte das Projekt: „Ich bekenne mich dazu, den sozialen Wohnungsbau in Trier wieder auf die Beine zu stellen. Das städtebauliche und architektonische Konzept wurde ausführlich mit dem Ortsbeirat und auch mit dem Architektur- und Städtebaubeirat abgestimmt.“

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