Karl-Marx-Ausstellung 2018 – „Konzept der Ausstellung überdenken“

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Zum 200. Geburtstag des wohl berühmtesten Trierers widmen Stadt und Land Karl Marx 2018 eine große Ausstellung.

Bildquelle: lokalo

TRIER. Vor dem Hintergrund der aktuellen Berichterstattung über die Karl-Marx-Ausstellung im Jahr 2018 in Trier, kritisiert der Bundestagsabgeordnete für Trier und Trier-Saarburg, Bernhard Kaster, das bisherige Konzept der für 2018 geplanten Karl-Marx-Ausstellung. „Die Ausstellung darf kein rein touristisches Event werden“, so Kaster. Der berühmteste Sohn Triers, Karl Marx, feiert 2018 seinen 200. Geburtstag. Wie nur wenige politische Denker hat Marx mit seinem Werk Einfluss auf die Weltgeschichte genommen. Im Namen des Marxismus geschahen allerdings auch schlimmste Verbrechen und unzählige Menschen wurden unter Berufung auf seine Lehren verfolgt, misshandelt und ermordet. Im Rahmen der Ausstellung „Karl Marx 1818-1883. Leben. Werk. Zeit“ möchte Trier Leben und Werk von Marx würdigen und dadurch viele Touristen in die Region locken. Für Bernhard Kaster ist klar, dass im Rahmen einer solchen Ausstellung auch auf die verheerenden Folgen des Marxschen Werkes im 20. Jahrhundert deutlicher hingewiesen werden muss.“

„Die Region Trier ist bei Touristen beliebt. Ob die Mosellandschaft, die Römer oder eben Karl Marx – es gibt viele Gründe für einen Besuch der ältesten Stadt Deutschlands. 2018 soll insbesondere Karl Marx die Touristenzahlen steigen lassen, denn anlässlich seines 200. Geburtstages wird eine große Ausstellung über das Leben des politischen Denkers geplant. Die Macher der Ausstellung wollen Marx in seiner Zeit porträtieren und „unbefangen fragen, was aktuell an der Denkweise und dem Analytiker Marx sein kann,“ wie es in dem Kurzkonzept zur Ausstellung heißt.

Das 20. Jahrhundert allerdings, in welchem der Marxismus für viele Staaten seine stärkste Wirkung entfaltete, soll kein wesentlicher Bestandteil der Ausstellung sein. „Natürlich begrüße ich es, dass die Stadt Trier Marx zum 200. Geburtstag angemessen würdigen möchte. Es darf aber nicht sein, dass eine Ausstellung als Jubelveranstaltung für Marx konzipiert wird. Man kann und darf die Person und ihr Werk nicht von den Folgen trennen, die diese ausgelöst hat. Das unzählige Leid der Menschen darf daher nicht auf eine Fußnote reduziert werden“, so der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Bernhard Kaster. „Die entscheidenden 100 Jahre in der Rezeption der Lehren von Karl Marx – also die Zeit von 1900 bis 2000 – dürfen keine Randnotiz darstellen. Zudem ist mit Blick auf totalitäre Tendenzen in der Volksrepublik China auch zu fragen, welche repressiven Wirkungen der Marxismus noch heute entfaltet. Vor diesem Hintergrund halte ich die Überarbeitung des Ausstellungskonzeptes für sehr angebracht“, führt Kaster weiter aus.

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1 KOMMENTAR

  1. Den Gedanken und Anregungen von B. Kaster kann ich nur zustimmen. Die Karl-Marx´sche Ideologie wurzelte in der damaligen Armut der Menschen im XIX. Jahrhundert und fand ihren Niederschlag im „Das Kapital“. Karl Marx hat jedoch nicht mit der Schlechtigkeit der Menschen gerechnet die seine Ideen umzusetzen sich anmassten!
    So haben vorwiegend minder gebildete durch Revolutionen die Macht erhalten und sie entsprechend missbraucht. So entstand der sinnige Spruch, der da behauptet das im Kapitalismus der Mensch von anderen Menschen ausgebeutet wird und dass es im Kommunismus genau umgekehrt ist.
    Ganz wenige Nationen glauben noch an den glücklich machenden Kommunismus, so wie China. Im übrigen graut es mir schon jetzt, wenn ich an die übermannshohe Statue von Karl Marx denke auf dem Simeonstiftplatz ab 2018, welche uns die Chinesen in Bronze schenken werden.

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