„Letzte Inszenierung“ zieht positives Fazit

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Über 2.000 Antworten auf die Frage "Bevor ich sterbe, möchte ich..." kamen zusammen

Bildquelle: Bistum Trier

TRIER. Leben, in die USA reisen oder Gott kennenlernen. Über 2.000 Antworten gaben Menschen in Trier auf die Frage: „Bevor ich sterbe, möchte ich…“ auf Tafeln am Trierer Kornmarkt und der Universität. Das Kunst- und Kulturprojekt „Letzte Inszenierung“ wollte das Thema „Tod und Sterben“ in die Öffentlichkeit bringen – mit insgesamt 16 Veranstaltungen vom 21. Mai bis 5. Juni in Trier.

Rund 50 bis 100 Teilnehmer haben durchschnittlich daran teilgenommen. „Wir sind sehr zufrieden“, ziehen Roland Hinzmann und Beate Barg vom katholischen Dekanat Schweich-Welschbillig als Mitorganisatoren der Aktion ihr Fazit. „Es scheint einen sehr regen Gesprächsbedarf zum Thema zu geben.“
Führungen über Friedhöfe, Ausstellungen, Vorträge, Poetry Slam, Theaterprogramm: Die Angebote waren vielfältig; die Resonanz der Besucher überwiegend positiv. „Auf den Schautafeln kamen viele gute Botschaften zusammen“, berichtet Barg.

Besonders beeindruckt habe sie etwa, dass Familien und Gruppen miteinander das Gespräch darüber suchten, was sie auf die Tafeln schreiben sollten. „Es waren viele nachdenkliche Menschen dabei.“ Eine für sie besondere Veranstaltung war das Theaterprojekt in Kooperation mit dem Theater Trier „Bühne frei für den Tod“. Dabei gab es im Format einer Late Night Show Musik, Theatersport und Gespräche mit dem Hospiz Verein, einem Arzt und einem Bestatter. Der Abend sei so erfolgreich gewesen, dass es am 4. Oktober eine Wiederholung geben werde, berichtet Barg. Hinzmann hat besonders der Poetry Slam in Kooperation mit der Universität Trier beeindruckt – bei dem etwa ein Teilnehmer dichterisch ein Zwiegespräch mit seiner verstorbenen Freundin hielt. „So traurig wie es war, war es zugleich hoffnungsvoll“, sagt Hinzmann.

„Wer den Tod in sein Leben lässt, der verändert seine eigene Lebensqualität“, erklärt Barg. Und Hinzmann fügt hinzu: „Wir können den Tod nicht einfach vor der Tür lassen.“ Immer mehr werde der Tod in der Gesellschaft ausgeklammert, unsichtbar gemacht. Kinder würden seltener zu Beerdigungen mitgenommen, über Tod und Sterben werde nicht gesprochen. „Doch der Tod ist Realität, dem muss man sich stellen“, sagt Hinzmann. Nicht zuletzt wegen des Glaubens an die Auferstehung sei der Tod ein „zutiefst christliches Thema“. Doch gehöre es auch zu den sieben Werken der Barmherzigkeit, Kranke zu besuchen und Tote zu bestatten. „Es ist einfach notwendig, dass man sich einander annimmt und wertschätzt.“ Es sei ein Zeichen der Nächstenliebe, erklärt Hinzmann.

Veranstalter der Aktion in Trier war der Hospiz Verein aus Anlass seines 20. Jubiläums, verbunden mit 15 Jahre Ambulanter Hospiz- und Palliativberatungsdienst und zehn Jahre Stationäres Hospiz. Ausgangspunkt war das vom Kaiserslauterner Fotografen Thomas Brenner ins Leben gerufene Projekt „Letzte Inszenierung“ – der sowohl die Bilder der in der Stadt verteilten Leinwände gestaltet hat, als auch eine Fotoausstellung im Kaufhaus Sinn Leffers in der Trierer Fahrstraße zeigt. Die Idee, das Projekt in Trier zu veranstalten, geht zurück auf den Berufsverband der Pastoralreferenten im Bistum Trier und das Dekanat Schweich-Welschbillig. Weitere Kooparationspartner waren das Bistum Trier, die Malteser im Bistum Trier, das Dekanat Trier, die Katholische Hochschulgemeinde Trier, die Universität Trier, der Verein Papillon zur Betreuung von Kindern krebskranker Eltern, das Netzwerk Trauer Trier, die Dominformation Trier, Ruach.jetzt /Verein zur Förderung innovativer Verkündigung und das Theater Trier.

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