Tagesarchiv15. März 2017

Gelbe Rosenbluete
Symbolbild "Rose"

Bildquelle: pixabay

TRIER. Die AIDS-Hilfe Trier e.V. und das Gesundheitsamt Trier-Saarburg haben wieder „Rosen ins Bordell“ gebracht und sprachen mit Prostituierten über Gesundheitsschutz, das neue Prostituiertenschutzgesetz und eine neue Homepage für Sexarbeiterinnen.

Tanja Zerfaß, Sozialarbeiterin am Gesundheitsamt Trier-Saarburg, und ihre Kollegin Katja Sauer von der Trierer AIDS-Hilfe hätten selbst nicht mit dem großen Erfolg ihrer Aufklärungsaktion gerechnet. Die Idee, nicht nur Informationen und Kondome an die Prostituierten abzugeben, sondern die Frauen zugleich mit einer Rose zu überraschen, kam den beiden Fachfrauen erstmals 2015. Seitdem gehen die beiden jedes Jahr rund um den Internationalen Frauentag in die Trierer Bordelle, Laufhäuser und zum Straßenstrich und verteilen dort ihre gern gesehenen Präsente.

Mittlerweile werden die beiden Streetworkerinnen von den Sexarbeiterinnen regelrecht erwartet. In diesem Jahr war die Resonanz auf die Aktion besonders groß, so dass Zerfaß und Sauer sich spontan dazu entschieden, auch noch an einem zweiten Tag ihre Blumen und Präventionsbotschaften zu überbringen. „Zwar hat sich die Zahl der Prostituierten in Trier auch leicht erhöht, aber vor allem liegt die große Resonanz der Aktion an dem Bekanntheitsgrad unseres Aufklärungsangebotes. Daher konnten wir 2017 etwa ein Drittel mehr Frauen erreichen als noch vor zwei Jahren“, erklärt Tanja Zerfaß, die zusammen mit der Gynäkologin Dr. Barbara Noldin-Bretz die Ansprechpartnerin für Prostituierte am Gesundheitsamt Trier- Saarburg ist.

Der gestiegene Bekanntheitsgrad der aufsuchenden Arbeit ist nicht zuletzt auf die neue Website www.sexarbeit-trier.de zurückzuführen. Das für mobile Endgeräte optimierte Informationsportal für Trierer Prostituierte zu Fragen um Gesundheit, Verhütung, rechtliche Aspekte und Anlaufstellen im Notfall wurde 2016 von AIDS- Hilfe und Gesundheitsamt an den Start gebracht und verzeichnet seitdem bis zu 80 Seitenaufrufen pro Tag. Das Besondere: Die Inhalte wurden gemeinsam mit Prostituierten und Clubbetreiber_innen erarbeitet und sind außer in Deutsch auch in Englisch, Russisch, Bulgarisch, Rumänisch und Spanisch abrufbar und audiovisuell aufbereitet.

Ein weiterer Grund, dass immer mehr Frauen die Hilfe der Streetworkerinnen in Anspruch nehmen, ist das neue Prostituiertenschutzgesetz, das am 1. Juli 2017 in Kraft treten wird und dessen genaue Ausführungsbestimmungen bislang immer noch nicht konkretisiert wurden. Dies sorgt für Verunsicherungen und vereinzelt sogar Existenzängsten der Sexarbeiterinnen. Viele der Frauen befürchten, durch die nun
verpflichtende Anmeldung und jährliche Gesundheitsberatung ihre Anonymität aufgeben zu müssen und so quasi als Prostituierte „zwangsgeoutet“ zu werden.

Denn trotz all der schönen Symbolik hinter der Aktion darf nicht vergessen werden, dass Sexarbeiterinnen nach wie vor eine der am stärksten diskriminierten und stigmatisierten Gruppen unserer Gesellschaft sind. Das Überreichen der Rosen als Zeichen der Wertschätzung ist somit auch als eine Maßnahme zur Entstigmatisierung zu sehen. „Es ist wichtig, dass die Sexarbeiterinnen merken, dass sie nicht das letzte Segment der Gesellschaft sind und dass auch ihre Gesundheit, ihr Wohlergehen schützenswert und wichtig sind“, so Sauer.

Für sie und ihre Kollegin Zerfaß steht schon jetzt außer Frage: „Rosen ins Bordell“ soll auch 2018 seine Fortsetzung finden. Und dank der verschiedenen Trierer Blumenläden, die die Aktion seit dem ersten Jahr durch ihre Blumenspenden unterstützen, stehen die Chancen dafür nicht schlecht.

Moderatorin Ursula Heller (Bayerischer Rundfunk), VKU-Präsident Michael Ebling, VKU-Hauptgeschäftsführerin Katherina Reiche, Dr. Olaf Heil (Hitachi), SWT-Technikvorstand Arndt Müller (rechts im Bild), sowie weitere Gewinner des Innovationspreises 2017

Bildquelle: SWT

TRIER. Wie wird man eigentlich vom Stromfresser zum Vorzeigeprojekt? „Die Stadtwerke Trier haben das vorgemacht und werden ab diesem Frühjahr ihren gesamten Strom selbst produzieren. Das ist eine große Innovation und ich wünsche mir, dass viele diesem Vorbild folgen“, kommentiert Laudator Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, die Auszeichnung des SWT-Projekts „Energieautarkes Klärwerk“ mit dem VKU-Innovationspreis (Verband kommunaler Unternehmen) 2017 in der Kategorie „Kommunale Wasser-/Abwasserwirtschaft. Der Preis wurde im Rahmen der VKU-Verbandstagung 2017 am 14. März in Berlin übergeben.

„Die SWT nutzen die Digitalisierung, um ihre Kompetenzen als Infrastruktur- und Energiedienstleister zu vernetzen. Und die Bürgerinnen und Bürger profitieren von stabileren Gebühren und höherer Betriebssicherheit“, freut sich Triers Oberbürgermeister und SWT-Verwaltungsratsvorsitzender Wolfram Leibe über die Auszeichnung. Im Rahmen des Projekts haben die SWT alle Stromverbraucher im Klärwerk im Rahmen einer Effizienzoffensive auf den Prüfstand gestellt. Durch neue technische Komponenten und angepasste Reinigungsprozesse wurde der Energieverbrauch der Anlage von knapp vier auf circa drei Millionen Kilowattstunden reduziert.

Parallel dazu haben die Stadtwerke in einem sparten- und bereichsübergreifenden Projekt die Energieerzeugung im Klärwerk ausgebaut: „Durch ein zweites zusätzliches Klärgas BHKW, PV-Anlagen auf den Betriebsgebäuden und eine Turbine im Ablauf der Anlage erzeugen wir inzwischen mehr Strom auf dem Gelände des Klärwerks als vor Ort verbraucht wird“, erläutert SWT-Technikvorstand Arndt Müller. Den Abgleich von Erzeugung und Verbrauch regelt das Team des Klärwerks seit Anfang 2017 automatisch in Echtzeit – durch ein künstliches neuronales Netz. „Mit dieser innovativen Software stellen die Stadtwerke den energieautarken Betrieb der Anlage sicher. So können wir zukünftig auch den benachbarten Energie- und Technikpark mit Energie aus dem Klärwerk versorgen“, so Müller abschließend.

Bildquelle: Harry Hautumm / pixelio.de

RLP. In Rheinland-Pfalz müssen „Gaffer“ zukünftig mit höheren Bußgeldern rechnen. Am gestrigen Dienstag, 14. März, beschloss der Ministerrat eine entsprechenden Änderung des Landesbrand- und Katastrophenschutzgesetzes (LBKG).

Demnach wurde die mögliche Geldbuße von derzeit bis zu 5.000 Euro auf bis zu 10.000 Euro angehoben. Ebenfalls wurde beschlossen, dass derjenige eine Ordnungswidrigkeit begeht, der sich den Anweisungen des Rettungspersonals widersetzt. Bislang konnte entsprechendes Verhalten nicht als Ordnungswidirgkeit geahndet werden.

Der entsprechende Gesetzesentwurf wird nun dem Landtag zugeleitet.

CLOSE
CLOSE