Pfadfinder-Anwärter verteilen Friedenslicht aus Bethlehem in Trier

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TRIER. Kleine Kerzen auf Mauern und Stufen weisen unter freiem Himmel den Weg in die Kirche. Menschen kommen mit kleinen und großen Laternen, noch ohne brennende Kerze, und scharen sich um das knisternde Feuer auf dem Vorplatz. Der elfjährige Matthias, Pfadfinder-Anwärter aus Trier-Tarforst, hat es gerade entzündet – mit dem Friedenslicht aus Bethlehem. In einer Holzlaterne wird die Flamme in die Kirche getragen und erhellt den dunklen Raum. Rund 150 Menschen sind am 13. Dezember zur Aussendung des Friedenslichts in die St. Augustinus Kirche nach Trier-Tarforst gekommen. Junge Pfadfinder-Anwärter der deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) Trier haben unter dem Motto „Hoffnung schenken – Frieden finden“ das Licht in einem Wortgottesdienst weitergegeben.

Amal. Esperanza. Espoir. In 14 Sprachen, von Arabisch bis Spanisch, bringen die Jungen und Mädchen „Hoffnung“ zum Ausdruck. Das Friedenslicht, das Symbol der Hoffnung auf Frieden, leuchtet vom Altar. „Hoffnung, das ist nichts Lokales“, sagt Maik Bierau, Gemeindereferent in der Pfarrei Heilige Edith Stein. Hoffnung sei bedeutend für die ganze Welt. „Auf der ganzen Welt soll Frieden sein“, sagt die elfjährige Helena. Sie und die anderen rund 25 Pfadfinder-Anwärter im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren haben Plakate gemalt. Auf den Bildern sind Zeichen ihrer persönlichen Hoffnung zu sehen, wie etwa einen durchgestrichenen Panzer.

Rostm Khalil, gebürtiger Ägypter und seit vielen Jahren Interkulturelle Fachkraft in der Kindertageseinrichtung St. Augustinus, hebt die Symbolkraft und den Hoffnungsgedanken des Friedenslichts in Bezug auf die Flüchtlinge hervor: „Es gibt viele Probleme in der Welt. Jeder sehnt sich nach Hoffnung, vor allem die Flüchtlinge, dass sie ein Land finden, an dem sie sich sicher fühlen.“ Auf grünen Sternen darf jeder Gottesdienstbesucher einen Hoffnungsgedanken aufschreiben und weitergeben. Vor Ort sind auch die Pfadfinderstämme Tempelherren aus Euren, Santa Cruz aus Heiligkreuz und Don Bosco aus Föhren. Auch sie werden das Friedenslicht weitertragen.

Nach dem Gottesdienst verlassen die Besucher mit brennenden Kerzen in der Hand die Kirche und scharen sich draußen um das wärmende Feuer. Es gibt selbstgebackene Friedenstauben. Später gehen die Menschen nach Hause und tragen das Licht weiter an Familien, Freunde und Nachbarn, als ein Zeichen der Hoffnung.

Am Donnerstag, 17. Dezember, wird das Friedenslicht ins Trierer Rathaus gebracht. Am Samstag, 19. Dezember, findet um 18.30 Uhr eine Aussendungsfeier mit Gottesdienst in der St. Markus Kirche, Karrstraße, in Wittlich statt. Veranstaltet wird der Friedenslichtgottesdienst von den Pfadfinderinnen und Pfadfindern des DPSG-Stammes St. Rochus Wittlich.

Die Aktion Friedenslicht geht auf eine Initiative des Österreichischen Rundfunks (ORF) aus dem Jahr 1986 zurück. Seitdem entzündet jedes Jahr ein Kind das Friedenslicht an der Flamme der Geburtsgrotte Christi in Bethlehem. Nach der Ankunft in der österreichischen Hauptstadt Wien wird das Licht am Samstag vor dem dritten Advent an Pfadfinderinnen und Pfadfinder weitergegeben, die das Symbol der Hoffnung auf Frieden in den Gemeinden verteilen.

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