Luft wird dünner: Miezen verlieren auch gegen Nürtingen

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Nach 6-monatiger Verletzungspause war Esther Mohr wieder im Kader

Bildquelle: TriSign

TRIER. Auch unter Interimstrainer Ralf Martin können die Trierer Bundesliga-Handballerinnen nicht gewinnen und rutschen nach dem 32:34 (14:19) gegen Nürtingen auf den letzten Tabellenplatz. Erneut lagen die Miezen, bei denen Esther Mohr nach mehr als sechs Monaten Verletzungspause ihr Comeback feierte, zur Pause deutlich im Rückstand, kamen bis auf einen Treffer heran, um am Ende wieder als Verlierer vom Platz zu gehen.

Freude auf Seiten der Nürtinger Damen, Frust und Ratlosigkeit auf Miezen-Seite: Der ersehnte Befreiungsschlag im Abstiegskampf ist erneut ausgeblieben, obwohl Interimstrainer Ralf Martin in der Defensive alles versuchte, offensiv wie nie verteidigte. Dass am Ende der 60 Minuten eine 32:34-Niederlage – der zehnten im elften Spiel – zu Buche stand, lag nicht nur an 34 Gegentreffern, sondern zum wiederholten Male an der Tatsache, dass die erste Hälfte verschlafen wurde.

„Wenn wir wüssten woran es liegt, würden wir es ja abstellen. Auch ich habe keine Erklärung warum wir jedes Mal deutlich im Rückstand liegen“, sagte Spielführerin Judith Derbach. Bis auf 20:21 (39.) hatten sich die Moselstädterinnen nach Fünf-Tore-Rückstand herangekämpft, hatten den Aufsteiger aus Nürtingen durch eine 4:2-Abwehr aus dem Konzept gebracht, dazu konnte Torfrau Melanie Eckelt einige wichtige Paraden verbuchen.

Anschließend aber verpassten es die Moselanerinnen nachzusetzen, versäumten es das Momentum für sich zu nutzen und die Aggressivität in der Defensive beizubehalten. Vor allem Nürtingens Lisa Wieder war in dieser Phase nicht unter Kontrolle zu bringen, brachte ihre Farben mit einem Viererpack 25:20 (43.) in Front. Ralf Martin versuchte mit einer Auszeit gegenzusteuern, das 25:27 (48.) durch Tina Welter schien nochmal ein Hoffnungsschimmer zu sein. Diesen konterten die Gäste allerdings mit zwei schnellen Treffern und ließen sich den Auswärtssieg nicht mehr aus der Hand nehmen.

Mit nun acht Punkten schob sich der Aufsteiger auf Rang acht vor, während die Miezen weiter im Tabellenkeller bleiben. Bei mittlerweile fünf Punkten Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz wird die Luft allmählich dünner. Wer das Ruder an der Mosel übernimmt, steht noch nicht fest: „Wir befinden uns in Gesprächen und hoffen, dass wir zeitnah eine Lösung präsentieren können“, sagte MJC-Vorstand Jürgen Brech, auf die Frage der vakanten Trainerposition.

In Sachen Personal dagegen tut sich was: Mit Jewgenija Knoroz konnten die Verantwortlichen eine Verstärkung für den Rückraum gewinnen, die sich gegen Nürtingen mit einem Treffer einfügte. Knoroz, 1,85 m große Linkshänderin für den rechten Rückraum, kommt vom Drittligisten Ober-Eschbach, sammelte aber bereits in Koblenz Bundesligaerfahrung und will an der Mosel nun helfen den Klassenerhalt zu schaffen. „Die Mannschaft ist viel besser, als es der Tabellenplatz derzeit aussagt. Ich freue mich darauf in Trier Handball zu spielen“, so die Ukrainerin.

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