Arbeitsmarktbericht: Wintereinbruch auf dem Arbeitsmarkt spürbar

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Bildquelle: pixabay

TRIER. Trotz des Wintereinbruchs sind auf dem regionalen Arbeitsmarkt lediglich kleine Anzeichen einer Abkühlung spürbar. Die Arbeitslosigkeit steigt saisonbedingt leicht an. Insgesamt 10.424 arbeitslose Menschen zählen die Statistiker der Agentur für Arbeit Trier Ende November – 115 mehr als im Oktober. Die Arbeitslosenquote steigt um 0,1 Prozentpunkte auf 3,7 Prozent.

Als „jahreszeitüblich“ beschreibt Heribert Wilhelmi, Leiter der Trierer Agentur für Arbeit, die aktuelle Entwicklung. „Wir steuern dem Winter entgegen. Da steigen die Arbeitslosenzahlen, weil viele witterungsabhängige Branchen bei Minusgraden nur eingeschränkt arbeiten können und deshalb Mitarbeiter über die kalte Jahreszeit entlassen.“ Grund zur Sorge gibt ihm das allerdings nicht, denn viele Menschen, die auf dem Bau oder in anderen Außenbe-rufen arbeiten, wüssten jetzt bereits, dass sie im Frühjahr wieder eingestellt werden.

Die Entwicklung der gemeldeten Stellenangebote zeige vielmehr, dass der Personalbedarf regionaler Unternehmen weiterhin hoch sei. Alleine im November wurden dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit 1.171 neue Stellenangebote gemeldet – 135 mehr als im Oktober. Die Arbeitsuchenden der Region können aktuell aus einem Fundus von 3.600 Jobangeboten schöpfen.

Noch nicht überall in der Region haben sich die Vorboten der kalten Jahreszeit schon in den Arbeitsmarktzahlen niedergeschlagen. Während die Arbeitslosigkeit in der Stadt Trier und in den Landkreisen Bernkastel-Wittlich und Bitburg-Prüm im Vergleich zum vergangenen Jahr bereits angestiegen ist, trotzen die Vulkaneifel und der Landkreis Trier-Saarburg dem Wintereinbruch. In der Vulkaneifel liegt die Arbeitslosenquote bei vier Prozent und damit 0,2 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Im Kreis Trier-Saarburg reduziert sie sich ebenfalls um 0,2 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr und startet mit 3,1 Prozent in den Winter.

Mit einem wachsamen Auge blicken die Experten von Arbeitsagentur und Jobcenter auf die Entwicklung unter den arbeitslosen Ausländer. 1.534 ausländische Bürger sind aktuell ohne Job – 97 mehr als im Oktober und 183 mehr als im November 2014. Die Arbeitslosenquote der Ausländer liegt mit 9,8 Prozent deutlich über der allgemeinen Quote von 3,7 Prozent und ist im Vergleich zum Vorjahr mit 0,5 Prozentpunkten überdurchschnittlich angestiegen. „Nach und nach schlägt die große Zahl an Flüchtlingen auch in der Arbeitsmarktstatistik zu Buche“, so Heribert Wilhelmi. „Die Arbeitsmarktzahlen erfassen jedoch alle Arbeitslosen mit ausländischem Pass, also auch solche, die unter Umständen schon seit Jahrzehnten in der Region Trier leben. Wir dürfen auf gar keinen Fall den Fehler machen und alle in der Statistik aufgeführten ausländischen Jobsuchenden mit Flüchtlingen gleichsetzen“, betont der Arbeitsagenturchef.

Um den arbeitsuchenden Flüchtlingen, die sich in den nächsten Monaten verstärkt an Arbeitsagentur und Jobcenter wenden werden, gerecht zu werden, schaffen die Behörden neue Angebote. So bietet die Agentur für Arbeit kurzfristig Sprachkurse an: „Auch für die höherqualifizierten Flüchtlinge sind Sprachkenntnisse das A und O, um auf dem Arbeitsmarkt gute Chancen zu haben“, sagt Heribert Wilhelmi. Bis Jahresende können Asylbewerber mit einem Kurs beginnen, der Grundlagen der deutschen Sprache vermittelt. „Wir wollen jetzt die Weichen stellen, um die Menschen mittel- und langfristig in den Ar-beitsmarkt zu integrieren.“

Arbeitslosigkeit und Bewegungsdaten
Aktuell sind 10.424 Menschen in der Region Trier arbeitslos, 115 mehr als einen Monat und 46 mehr als ein Jahr zuvor. Die Arbeitslosenquote liegt wie im Vorjahr bei 3,7 Prozent. Im Vergleich zum Oktober ist sie um 0,1 Prozentpunkte angestiegen. Im November haben sich mehr Menschen arbeitslos gemeldet als einen neuen Job gefun-den haben. 3.028 Frauen und Männer wurden arbeitslos. Dem stehen 2.901 Menschen gegenüber, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, 1.020 von ihnen haben eine neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsstelle gefunden.

Stellenangebote
Dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit und der Jobcenter wurden im November 1.171 freie Arbeitsstellen gemeldet. Das sind 135 mehr als im letzten Monat und 203 mehr als im November 2014. Der Personalbedarf in der Region bleibt trotz Wintereinbruch hoch. Denn seit Jahresbeginn wurden dem Arbeitgeber-Service insgesamt 12.612 freie Stellen gemeldet. Das sind insgesamt 339 mehr als in 2014. 3.600 Arbeitsstellen ste-hen den Jobsuchenden in der Region Trier aktuell zur Verfügung.

Personengruppen – jugendliche und ältere Arbeitslose, Frauen und Männer
Aktuell sind 4.814 Frauen und 5.610 Männer in der Region arbeitslos, darunter befinden sich 1.128 unter 25-Jährige und 3.685 über 50-Jährige. In allen Personengruppen, egal ob Männer oder Frauen, Jüngere oder Ältere, ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormo-nat leicht angestiegen.

Blick in die einzelnen Regionen:

Stadt Trier
In der Stadt Trier ist die Arbeitslosigkeit im November leicht angestiegen. 2.951 Trierer, 7 mehr als im Oktober und 112 mehr als vor einem Jahr, sind aktuell auf Jobsuche. Die Arbeitslosenquote liegt wie im vergangenen Monat bei 5,2 Prozent und somit 0,1 Prozent-punkte unter dem Niveau des Vorjahres. Im letzten Monat mussten sich 868 Menschen bei Arbeitsagentur oder Jobcenter arbeitslos melden. 874 Triererinnen und Trierer beendeten ihre Arbeitslosigkeit. Unter den Arbeitslosen sind 1.650 Männer und 1.301 Frauen, 344 unter 25-Jährige und 868 über 50-Jährige auf Jobsuche.

Landkreis Bernkastel-Wittlich
2.159 Bürgerinnen und Bürger aus dem Landkreis Bernkastel-Wittlich suchen derzeit eine neue Arbeitsstelle. Das sind 102 mehr als im Oktober und 54 mehr als im November 2014. Die Arbeitslosenquote steigt auf 3,5 Prozent und damit um 0,2 Prozentpunkte im Vergleich zum Vormonat und um 0,1 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahresmonat. 1.138 Männer, 1.021 Frauen, darunter 239 Jugendliche und 811 Ältere befinden sich unter den arbeitslos gemeldeten.

Eifelkreis Bitburg-Prüm
Auch im Eifelkreis Bitburg-Prüm ist die Arbeitslosigkeit leicht gestiegen. Die Arbeitslosen-quote hält sich mit 2,9 Prozent auf dem Niveau des Vormonats und Vorjahres. 1.517 Menschen sind derzeit rund um Bitburg und Prüm auf Jobsuche, 10 mehr als im Oktober und 15 mehr als im November des vergangenen Jahres. 474 Personen meldeten sich in den letzten vier Wochen bei Agentur für Arbeit oder Jobcenter arbeitslos. 467 Menschen konnten hingegen ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Kreis Vulkaneifel
Der Vulkaneifelkreis trotzt derzeit noch dem Wintereinbruch. Die Arbeitslosigkeit ist im Ver-gleich zum Oktober nochmals gesunken. 1.310 Menschen, 30 weniger als im Oktober und 56 weniger als im November 2014, sind aktuell ohne Job. Die Arbeitslosenquote sinkt um 0,1 Prozentpunkte auf glatte vier Prozent. Letztes Jahr um die gleiche Zeit lag sie bei 4,2 Prozent. Unter den 687 arbeitslosen Männern und 623 arbeitslosen Frauen sind 106 unter 25 Jahren und 582 über 50 Jahren.

Landkreis Trier-Saarburg
Im Kreis Trier-Saarburg ist die Arbeitslosigkeit im November leicht angestiegen. 26 Personen mehr als im Oktober sind arbeitslos gemeldet, jedoch 79 weniger als im November 2014. Die Arbeitslosenquote verharrt mit 3,1 Prozent auf dem Niveau des Vormonats. Im Vergleich zum Vorjahr ist sie um 0,2 Prozentpunkte gesunken. 2.487 Menschen sind aktuell auf Jobsuche. 651 Männer und Frauen meldeten sich in den letzten vier Wochen erstmals oder zum wiederholten Male bei Arbeitsagentur oder Jobcenter arbeitslos. 617 Menschen konnten im gleichen Zeitraum ihre Arbeitslosigkeit beenden.

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