Weltklimagipfel: Klimawandel auch in Rheinland-Pfalz spürbar

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Bildquelle: pixabay

MAINZ. Zum Auftakt des Weltklimagipfels in Paris haben die rheinland-pfälzische Klimaschutzministerin Eveline Lemke und Umweltministerin Ulrike Höfken am Montag auf die Bedeutung ehrgeiziger Klimaziele für die Welt und für Rheinland-Pfalz hingewiesen.

„Um die Klimakatastrophe aufzuhalten, ist eine ambitionierte Klimaschutzpolitik der Weltgemeinschaft notwendig“, sagte Klimaschutzministerin Lemke. Die Chance auf den Abschluss eines globalen, völkerrechtlich bindenden Klimaschutzabkommens müsse in Paris ergriffen werden. „Nur so ist mehr Lebensqualität für alle und ein Leben innerhalb der ökologischen Grenzen des Planeten möglich“, erklärte Umweltministerin Höfken, die als Vertreterin der deutschen Umweltministerkonferenz an den Verhandlungen in Paris teilnimmt.

Die Klimaerwärmung müsse auf maximal zwei Grad Celsius begrenzt werden, um den für Mensch und Natur gefährlichen Klimawandel abzuwenden. Dazu müssten in Paris verbindliche nationale Minderungsziele und Mechanismen zur Überprüfung festgelegt werden. Die Minderungsziele müssten anpassbar bleiben, denn die bisher gemeldeten Minderungen seien nicht ambitioniert genug und reichten noch nicht aus, um das Zwei-Grad-Ziel einzuhalten.

Rheinland-Pfalz leiste seinen Beitrag zur Erreichung des Zwei-Grad-Zieles mit dem jüngst vorgelegten Klimaschutzkonzept, der Energiewende vor Ort sowie einer klimafreundlichen Umwelt- und Landwirtschaftspolitik. „Die Kosten für einen effektiven Klimaschutz sind weit geringer als die Ausgaben, die auf uns zukommen für Schäden durch den Klimawandel“, erklärte Staatsministerin Lemke.

Die Berichte des Weltklimarates (IPCC) machten deutlich, dass zwei Drittel der fossilen Energieträger im Boden bleiben müssten, um die Klimaerwärmung auf maximal zwei Grad Celsius zu begrenzen. Rheinland-Pfalz sei mit der Energiewende auf dem richtigen Weg. Ein Emissionshandel mit einem realistischen CO2-Mindestpreis und einer kontinuierlichen Reduzierung der CO2-Zertifikate könne ein wirksames Finanzierungsinstrument für den Klimaschutz sein.

Die Ministerinnen wiesen darauf hin, dass die Folgen des Klimawandels auch in der Land- und Forstwirtschaft sowie dem Weinbau in Rheinland-Pfalz spürbar seien: „Wärmeliebende Schädlinge machen der Landwirtschaft und dem Weinbau zu schaffen, die Waldbäume leiden unter der Trockenheit und Starkregen verursachen Überschwemmungen“, so Höfken.

Die größte Herausforderung bestehe in Paris darin, eine Einigung zwischen den Industrie- und Entwicklungsländern zu finden: „Die hauptsächlich von den Industrieländern verursachte Erderwärmung wirkt sich vor allem zu Lasten der armen Länder aus.“ Die internationale Organisation für Migration gehe von über 200 Millionen Klimaflüchtlingen bis ins Jahr 2050 aus. Deshalb komme den Industriestaaten eine besondere Verantwortung zu. Höfken: „Sie müssen einen bedeutenden finanziellen Beitrag leisten, um die südlichen Länder bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen.“

Aus Anlass der Weltklimakonferenz veröffentlicht das Wirtschaftsministerium und die Ministerinnen Lemke und Höfken ab morgen einen Klimaschutz Adventskalender auf Twitter und Facebook. Jeden Tag finden Sie dort neue Informationen zu Klimawandel, den Folgen und dem Umgang damit in Rheinland-Pfalz.

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