Gladiators Trier schmeißen Eric Anderson raus

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Eric Anderson (grünes Trikot) beim Dunking. Foto: Helmut Thewalt

TRIER. Die Trierer Basketballer müssen sich wohl auf Spielersuche begeben. Den Grund dafür haben sie selbst zu verantworten, denn am gestrigen Abend wurde Eric Anderson mit sofortiger Wirkung suspendiert. Nach Aussage von Manager Michael Lang wird es aber zumindest so lange noch keinen Ersatz für Triers besten Rebounder geben, bis er von der Gehaltsliste ist.

„Supporta“, das Fanforum der Gladiators, hatte die Demission des Power Forwards schon am Sonntagabend gemeldet. Am Montagmorgen bestätigten sowohl Lang als auch Cheftrainer Marco van den Berg die Entscheidung. Die Statements des Coachs erklären die Gründe die zu dieser Entscheidung führten, allerdings nicht vollends. „Mangelnde Einstellung kann man Eric nicht vorwerfen“, sagt van den Berg, „aber seine Spielweise passt nicht zu unserer Philosophie.“ Auf Nachfrage erklärt der Trainer: „Wir wollen mit hohem Druck spielen, in der Offensive und in der Verteidigung. Eric ist nicht der Spieler der forciert, sondern abwartend agiert. Er ist ein schlauer Spieler, der dann eingreift, wenn er für sich den optimalen Moment sieht.“ Die Entscheidung wird nicht nachvollziehbarer, wenn van den Berg dem 22-Jährigen Erstliga-Format bescheinigt.

Dass mit Anderson, der zweitbeste Punktesammler (10,5 im Schnitt) und beste Rebounder (8,0) freigestellt wird, ist schon eine faustdicke Überraschung. Der 204 große und 115 kg schwere Akteur, der in der laufenden Saison zweimal in die Starting Five der ProA gewählt wurde, war vor der Saison von der Universität New Haven nach Trier gewechselt.

Die meisten User des Fanforums können die Entscheidung nicht nachvollziehen und sind damit auch nicht einverstanden. „Außenstehende konnten schon zu Saisonbeginn erkennen, dass das Verhältnis von Anderson und van den Berg nicht das Beste war. Der oft behäbig wirkende, aber stets präsente Rookie wurde bei jedem Fehler ausgewechselt, während der Holländer bei anderen Spielern nachsichtiger war und ist“, seht da beispielsweise. Und: „Es bleibt mehr als nur ein fader Beigeschmack bei dieser Aktion, sind die Moselstädter bekanntermaßen finanziell alles andere als auf Rosen gebettet.“

Die letzte Aussage wird von Michael Lang indirekt bestätigt: „Wir müssen jetzt erst mal mit Andersons Management nach einer Lösung suchen.“ Man will dem Spieler bei der Suche nach einem neuen Verein behilflich sein. Damit dürfte klar sein, dass es keine Abfindung für Anderson geben kann – zumindest keine von Relevanz. Und bis die Zukunft des Rookies nicht geklärt ist, wird es wohl auch keinen Ersatz für ihn geben. Da mit dem verletzten Justin Raffington ein weiterer Brettspieler in diesem Jahr nicht mehr eingesetzt werden kann, Aufbauspieler Simon Schmitz bisher noch keine Sekunde gespielt hat und ebenfalls mindestens bis zum Jahreswechsel ausfällt, ist die Personalsituation des Bundesliga-Absteigers mehr als angespannt.

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