Erstmals Favorit – Gladiators in Hanau in neuer Rolle

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Augen auf, den Korb fest im Blick. Tim Weber auf dem Weg zu zwei Punkten. Foto: Helmut Thewalt

TRIER. Die zwei knappen, unglücklichen und letztlich auch unnötigen Niederlagen des vergangenen Wochenendes in Heidelberg (80:82) und gegen Jena (70:72) haben dazu geführt, dass die Gladiators Trier nun ein negatives Punktverhältnis haben. Ein Sieg beim Tabellenvorletzten Hebeisen White Wings Hanau (Samstag, 19 Uhr, Main-Kinzig-Halle) soll den Kontakt zur oberen Hälfte der Liga garantieren.

Nach den Resultaten in Heidelberg und gegen Jena hat sich das Team selbstkritisch gezeigt, berichtet Trainer Marco van den Berg. „Die Mannschaft hat lange und intensiv miteinander gesprochen. Alle waren dabei offen für Kritik.“ Jedem einzelnen sei klar gewesen, so van den Berg weiter, dass die Nervenschwäche vier Punkte gekostet hat. Der Coach nimmt seine Akteure aber auch in Schutz. „Das ist so bei einem jungen Team. Keiner meiner Spieler war in seiner bisherigen Laufbahn in der Position, Spiele entscheiden zu müssen. Das erklärt auch die mentale Schwäche an der Freiwurflinie.“ Bis zu einem gewissen Punkt genießen die „jungen Hunde“ bei ihm „Welpenschutz“.

Rein tabellarisch gesehen gehen die Gladiators trotz der beiden Pleiten als Favorit in das Duell mit Hanau. Der Coach wiegelt allerdings ab: „Die Ergebnisse von Hanau sprechen eine andere Sprache. Auch die Personalpolitik.“ Zum einen haben die Hessen die beiden letzten Heimspiele gewonnen, zum anderen ist wohl ein neuer Amerikaner im Anmarsch. Es wäre bereits der zweite Tausch, den Hanau vornimmt. Die White Wings leisten sich ein dreiköpfiges amerikanisches Trainerteam, die Mannschaft ist im Schnitt drei Jahre älter als die „jungen Wilden“ aus Trier, die die Jüngsten von allen sind.
Damit in Person des im Anflug befindlichen Amerikaners keine böse Überraschung droht, wird van den Berg sein Netzwerk nutzen, um Informationen über den Mann zu bekommen. Unabhängig von dieser Personalie sind zwei der drei verbliebenen Ausländer die Schlüsselspieler. So zungenbrecherisch der Name auch ist, den von Kruize Alshaude Zah-Kee Pinkins wird man sich merken müssen. So schwankend die Punktausbeute des 204 cm großen Power Forwards auch ist – als Rebounder ist er eine echte Nummer. Beim Sieg gegen Köln griff er sich 18 Abpraller. Der zweite Schlüsselspieler ist Miles Ramon Cartwright, der beim 87:62-Kantersieg über die Dragons Rhöndorf überragende 23 Punkte, 13 Rebounds und acht Assists ablieferte. Cartwright verfügt trotz seiner erst 23 Jahre bereits über ein Jahr Europa-Erfahrung.

Die deutschen Akteure sind weitgehend No-Names – der bekannteste ist noch Till-Joscha Jönke, der schon mal zum Bundesligakader der Walter Tigers Tübingen gehörte. Der bislang erfolgreichste ist Small Forward Robin Manuel Christen, der beste Dreierschütze der Gastgeber, der auf einen Schnitt von 10,6 Punkten kommt.

Bei den Gladiators fehlen nach wie vor Justin Raffington und Simon Schmitz. Spielmacher Schmitz, mit 25 Jahren und auch wegen seiner Vita der mit Abstand erfahrenste Trierer, laboriert bereits seit dem Frühjahr einer Schambeinentzündung. „Er macht Fortschritte, aber wird im Jahr 2015 sicher nicht mehr spielen“, sagt van den Berg über den Ex-Bayreuther.

[td_text_with_title custom_title=“Extra Johannes Lischka“] Der ehemalige Nationalspieler Johannes Lischka, der am vergangenen Wochenende beim 82:80-Erfolg der MLP Academics Heidelberg über die Gladiators noch im Siegerteam stand, hat seine Karriere überraschend beendet.

Der ehemalige Nationalspieler, dessen Bundesliga-Karriere krankheitsbedingt unterbrochen worden war – Lischka musste sich wegen eines Gehirntumors einer Operation unterziehen – hatte in Heidelberg einen Neustart versucht. Lischka, der bis dato in der ProA durchschnittlich 8,9 Punkte, 7,3 Rebounds, 1,6 Assists und 1,8 Steals erzielt hatte, beendet seine Karriere auf eigenen Wunsch.

„Ich bin bereit zu sagen: ‚Das war’s‘. Ich habe in den letzten Wochen gemerkt, dass ich der mentalen Belastung eines professionellen Basketballspielers nicht mehr gewachsen bin. Darüber hinaus ist nach einem guten Start der Spaß und die Leidenschaft am Basketball in den letzten Wochen komplett verloren gegangen. Nach zwei schweren Jahren habe ich nicht mehr die mentale Kraft mich so durch die Saison zu kämpfen“, wird der 28-Jährige zitiert.

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