Update: Last-Minute-Sieg für Eintracht Trier trotz Unterzahl

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Bildquelle: Fotomontage Peter Smola/pixelio

LUDWIGSHAFEN. Der SV Eintracht Trier 05 ist auswärts selbst in Unterzahl nicht zu stoppen. Obwohl Triers Kapitän Michael Dingels im Auswärtsspiel beim VfR Wormatia 08 Worms in der 75. Minute des Feldes verwiesen worden war, gewannen die Moselaner vor 779 Zuschauern in der Wormser Ausweichspielstätte im Südweststadion von Ludwigshafen nach 0:1-Pausenrückstand noch mit 2:1. Es war der achte Sieg auf fremden Plätzen in Serie für die Eintracht.

Vor und in diesem Spiel ergaben sich für Eintracht-Trainer Peter Rubeck einige personelle Probleme – er musste das komplette defensive Mittelfeld ersetzen. Christian Telch war nach seiner Gelb-Roten Karte gegen den TSV Steinbach gesperrt, Christopher Spang musste krankheitsbedingt passen. Doch damit nicht genug. Silvano Varnhagen, der Christopher Spang ersetzte, verletzte sich nach zehn Minuten schwer am Knie, für ihn kam Oliver Laux. Im Sturmzentrum spielte Dennis Gerlinger für Benedikt Koep der ebenfalls gesperrt ist. Torge Hollmann vertrat Matti Fiedler auf der Rechtsverteidigerposition, der mit Adduktorenproblemen nur auf der Bank saß.

Die Hausherren, die in der Woche nach einer 2:4-Niederlage beim TSV Schott Mainz im Verbandspokal ausgeschieden waren, begannen offensiv. Mit Florian Treske und Alper Akcam hatte Trainer Steven Jones zwei echte Spitzen aufgeboten. Und so boten sich für die Wormatia in der ersten Halbzeit auch die besseren Gelegenheiten. Nach zehn Minuten dribbelte sich Sandro Loechelt auf der rechten Seite bis zur Grundlinie durch. Seine gefährliche Rückgabe in den Strafraum fand jedoch keinen Abnehmer. 15 Minuten später flankte Ricardo Antonacci auf Ricky Pinheiro, dessen Kopfball knapp neben das Tor ging. Die größte Chance hatte Alper Akcam in der 28. Minute, der alleine vor Torhüter Chris Keilmann auftauchte, im Eins-gegen-Eins gegen Keilmann aber den Kürzeren zog.

Acht Minuten vor der Pause wurden die Wormser Bemühungen schließlich belohnt. Nach einem Einwurf konnte Benjamin Himmel flanken und fand mit Enis Saiti auch einen Abnehmer, der den Ball sicher im Trierer Tor unterbrachte (37.). Die Eintracht kam nur einmal gefährlich vor das Wormser Tor. Christoph Anton spurtete bei einem Konter Richtung Strafraum, doch sein Pass auf den völlig freistehenden Daniel Hammel (28.) war zu ungenau. „In der ersten Halbzeit war ich mit der Leistung überhaupt nicht zufrieden“, bemängelte Rubeck, „da sind wir nur hinterhergelaufen und man hat die Qualität der Wormatia gesehen.“

In der zweiten Halbzeit stellte der Coach mehrmals um. Unter anderem beorderte er Christoph Buchner ins defensive Mittelfeld. Daniel Hammel und Dennis Gerlinger bildeten ab der 60. Minute das Sturmduo. Damit reagierte Rubeck auf die etwas passivere Spielweise der Wormatia. „Wir sind erst nach den Umstellungen aufgetaut. Anschließend hat es besser geklappt“, meinte Peter Rubeck in der Pressekonferenz. Und die Umstellungen machten sich bezahlt. Fortan trat die Eintracht mutiger auf und spielte mit mehr Zug zum Tor. Der Ausgleichstreffer gelang Daniel Hammel in der 63. Minute. Zuvor hatte sich Dennis Gerlinger im Sturmzentrum durchgesetzt. Danach wurde es turbulent.

Worms ließ zwei gute Gelegenheiten durch Florian Treske ungenutzt. In der 75. Minute sah Michael Dingels nach einer Tätlichkeit gegen Alper Akcam die Rote Karte. Die Eintracht blieb trotz Unterzahl am Ball und drängte auf den Siegtreffer. Zwei Ecken in der 78. Minute, beide getreten durch Patrick Lienhard, sorgten für mächtig Gefahr. Zuerst wurde ein Kopfball von Torge Hollmann auf der Linie geklärt. Beim zweiten Versuch kam Matti Fiedler an den Ball, sein Schuss war jedoch zu harmlos. Kurz vor dem Abpfiff sorgte Mario Müller für das Trierer Happy End. Daniel Hammel wurde in der Spitze schön freigespielt, legte uneigennützig auf den aufgerückten Müller ab, der die makellose Auswärtsbilanz rettete (87.).

„Das war heute kein fußballerischer Leckerbissen“, gab Peter Rubeck ohne große Umschweife zu. „In Unterzahl haben wir dann wieder große Moral gezeigt. Das hat die Mannschaft toll gemacht.“ Ein Sonderlob gab es außerdem für den jungen Benedict Masselter, der gegen die Wormatia sein Ligadebüt feierte. „Er hat jetzt drei Monate hart gearbeitet und wir haben ihn jetzt soweit, dass wir ihn reinwerfen können.“

Mit diesem erneuten Auswärtsdreier haben die 05er den dritten Tabellenplatz gefestigt und bleiben in Schlagdistanz zu den beiden Relegationsplätzen.

VfR Wormatia 08 Worms – SV Eintracht Trier 05 1:2 (1:0)
Wormatia Worms: Tim Paterok – Ricardo Antonacci, Marco Metzger, Benjamin Maas, Patrick Auracher – Sandro Loechelt (84. Sebastian Schmitt), Benjamin Himmel (72. Fatih Köksal), Ricky Pinheiro, Enis Saiti (70. Kevin Lahn)– Alper Akcam, Florian Treske
Eintracht Trier: Chris Keilmann – Torge Hollmann, Christoph Buchner, Michael Dingels, Mario Müller – Daniel Hammel, Silvano Varnhagen (10. Oliver Laux), Robin Garnier, Christoph Anton (58. Matti Fiedler) – Patrick Lienhard – Dennis Gerlinger (76. Benedict Masselter)
Tore: 1:0 (37.) Enis Saiti, 1:1 (63.) Daniel Hammel, 1:2 (87.) Mario Müller
Besondere Vorkomnisse: Rote Karte (75.) gegen Michael Dingels (Trier) wegen Tätlichkeit, Rote Karte (91.) gegen Marco Metzger (Worms)
Schiedsrichter:
Nikolai Kimmeyer (Palmbach) – Zuschauer: 779

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