Duell der Traditionsclubs – Trier gastiert in Leverkusen

0
Marian Dahlem beim Korbleger. Die Spezialität des Youngsters ist aber die Verteidigung. Foto: Helmut Thewalt

TRIER. Bayer Giants Leverkusen gegen die TBB Trier. Das war einmal ein Topduell der BBL. Aus und vorbei – für beide. Heute, oder besser morgen, heißt es Bayer Giants Leverkusen gegen die Gladiators Trier und ist ein Spiel der ProA. Gespielt wird auch am Samstag in der Wilhelm-Dopatka-Halle (20 Uhr) – nur dass sie jetzt Smidt-Arena heißt.

Da können Nostalgiker schon mal wehmütig werden, schließlich tritt der Nachfolger des zweimaligen deutschen Pokalsiegers beim deutschen Rekordmeister an. 14 Titel hatten die Rheinländer in ihren Glanzzeiten gesammelt, der Abschied aus der BBL erfolgte bereits im Jahr 2007. An die glorreiche Historie erinnern aber noch zwei Urgesteine: Hansi Gnad und Achim Kuczmann. Der „Ewige Hansi“ (eigentlich Hans-Jürgen) war viele Jahre lang Center der deutschen Nationalmannschaft und sammelte mit vielen verschiedenen Vereinen nationale und internationale Titel. Gnad gehört dem Kader der Giants als Co-Trainer an.

Sein Chef ist Achim Kuczmann, der in Leverkusen als lebende Legende gilt. Von 1969 an trug er das Leverkusener Trikot, wurde als Bayer-Akteur Nationalspieler und ist seit dem Ende seiner aktiven Laufbahn in den verschiedensten Funktionen im Trainerbereich tätig.

Nicht nur was die Vergangenheit angeht, haben beide Clubs vieles gemeinsam, auch die Zukunftsplanung sieht ähnlich aus. Wie Trier baut auch Leverkusen auf eine sehr junge Mannschaft (Durchschnittsalter 21,6 Jahre), wie Trier will man ganz bewusst mit deutschen Talenten zunächst einmal ein Faktor in der ProA werden um mittelfristig wieder höhere Ziele anzupeilen.

Triers Coach Marco van den Berg zeigt im Vorfeld Respekt: „Das ist ein gefährlicher Gegner. Ich bin gewarnt.“ Und da er gewarnt ist, sind es seine Spieler auch. Dennoch sagt der Holländer: „Wir wollen in diesem Spiel offensiv nicht nur reagieren, sondern auch agieren. Der Plan ist, dass wir unser Spiel gestalten.“ Das soll und muss ein Team auch versuchen, das bisher drei Mal gewonnen und zwei Mal nur knapp und unglücklich verloren hat. Die Zwischenbilanz ist also klar besser, als die der Gastgeber.
Mit nur einem Sieg – 75:68 gegen die Hamburg Towers – stehen die Rheinländer im Tabellenkeller.

Wir dürfen keine Mannschaft dieser Liga an den zuvor erzielten Ergebnissen messen, sagt van den Berg, der auf Schwächen nur intern hinweist, dafür aber gern über die Stärken der Konkurrenz spricht. Herausragend beim Drittletzten der ProA ist Timothy Knipp, der 23-jährige Forward aus Kentucky, der vor allem mit seiner Dreierquote besticht. „Einer der Besten der Liga“, urteilt Triers Trainer angesichts der bisherigen Bilanz des Scharfschützen. Der Topscorer der Giants (16,6 Punkte) kommt auf einen Wert von 44 Prozent aus der Ferndistanz. An seiner Seite steht ein außergewöhnlicher Pointguard. Drew Brandon glänzt nicht nur als Regisseur mit 4,6 Assists im Schnitt, sondern auch als Rebounder. Bei der Niederlage gegen Baunach am vergangenen Spieltag griff sich der Spielmacher 15 Abpraller. Ein Job, für den in erster Linie Dennis Heinzmann zuständig ist. Der Centerriese (216 cm, 125 kg) ist der beste Shotblocker der Liga und hat einen Schnitt von knapp zehn Rebounds pro Spiel aufzuweisen.

Dieses Trio gilt es zunächst mal zu kontrollieren, ohne „den Rest“ zu vernachlässigen. Mit einem weiteren Sieg würden sich die Gladiators in der Spitzengruppe festsetzen, bei einer Niederlage erst mal im grauen Mittelmaß verschwinden.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.