Wirtschaft in Rheinland-Pfalz sieht deutliche Zunahme an Risiken

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TRIER. Die rheinland-pfälzische Wirtschaft zeigt sich im Herbst 2015 in einer anhaltend starken Verfassung. Und das trotz vielfältiger Risiken und zunehmender Unsicherheiten, mit denen sich die heimischen Unternehmen konfrontiert sehen. Das geht aus den aktuellen Antworten von mehr als tausend Unternehmen hervor, die sich an der aktuellen Konjunkturumfrage der rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern (IHKs) beteiligt haben.

Konkret berichten mehr als 90 Prozent der Unternehmen von zufriedenstellenden bis guten Geschäften. Die Beurteilung der momentanen wirtschaftlichen Situation fällt gegenüber der Umfrage aus dem Frühjahr noch ein Stück positiver aus. Mit Blick auf die Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten werden die Unternehmer in Rheinland-Pfalz jedoch vorsichtiger.

„Die rheinland-pfälzische Wirtschaft befindet sich weiterhin in einer Boom-Phase“, sagt Peter Adrian, Präsident der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz sowie der IHK Trier. „Nach aktuellem Stand ist aber zunächst keine weitere Beschleunigung der Wirtschaftstätigkeit im Land zu erwarten.“ Denn der IHK-Konjunkturklimaindikator, der Lage und Geschäftserwartungen zusammenfasst, verharrt nahezu unverändert bei 122 Punkten (Vorumfrage im Frühjahr: 124 Punkte). Zu diesem Bild passen auch die stagnierenden Beschäftigungsabsichten und die weiterhin geringe Investitionsneigung der rheinland-pfälzischen Unternehmen.

Insgesamt sieht die Wirtschaft in Rheinland-Pfalz eine deutliche Zunahme an Risiken. „Sorgen bereiten den Unternehmen etwa der Inlandsabsatz, die Arbeitskosten und die Entwicklung der Exportmärkte“, sagt Arne Rössel, Sprecher der IHK-Arbeitsgemeinschaft und Hauptgeschäftsführer der IHK Koblenz. Aber auch der fortschreitende Fachkräftemangel bleibe ein Problem für die Betriebe.

Zudem führen die globalen Entwicklungen zu Verunsicherung. In der IHK-Umfrage nennen die Unternehmen etwa die weiter schwelende Schuldenkrise in Griechenland, die Wachstumsschwäche Chinas und anderer wichtiger Schwellenländer oder auch den Nachfrageeinbruch in Osteuropa wegen des Russland-Ukraine-Konflikts als Ursache.

Den Investitionsgüterproduzenten machen die anhaltende Investitionszurückhaltung der deutschen Wirtschaft und die erkennbare Wachstumsschwäche vieler wichtiger Exportmärkte bereits konkret zu schaffen. Der Handel blickt sorgenvoll auf die weitere Entwicklung des Konsumentenvertrauens, obwohl es bislang keinen tatsächlichen Nachfrageeinbruch gegeben hat. „Hier scheint die Sorge mitzuschwingen, dass die vielen offenen Fragen rund um das Thema Flüchtlinge dämpfend auf die Konsumlaune gerade der privaten Haushalte wirken könnten“, kommentiert Peter Adrian.

„Die Wirtschaft im Land steht gut da, und trotzdem blicken die Betriebe mit einiger Skepsis auf die kommenden Monate. Deshalb ist Vertrauen jetzt besonders wichtig – sowohl auf Seiten der Wirtschaft als auch bei den Konsumenten.“ Die Politik könne dazu auch einen Beitrag leisten, sagt Adrian: „Weitere Belastungen der Wirtschaft müssen unbedingt vermieden werden, um die Verunsicherung und Zurückhaltung der Unternehmen nicht noch zu vergrößern.“

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