Bündnis 90/Die Grünen: SWT-Ausstieg aus den Kohlelieferverträgen längst überfällig

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Symbolbild

Bildquelle: pixabay

TRIER. In der vergangenen Woche haben die Stadtwerke Trier (SWT) angekündigt, ihre Beteiligung am Kohlekraftwerk Gekko beenden zu wollen. Das RWE-Projekt im westfälischen Hamm hat dem Trierer Versorger hohe Verluste eingebracht, weil Kohlestrom relativ teuer ist und das SWT sich zur Abnahme einer festen Strommenge verpflichtet hatte. Auf die Ausstiegsankündigung haben Triers Bündnis 90/Die Grünen nun mit einer Pressemitteilung reagiert.

Danach begrüßt die Stadtratsfraktion der Partei den Vorschlag der Geschäftsführung der SWT Versorgungs-GmbH zum Ausstieg aus dem Stromliefervertrag des Kohlekraftwerks Hamm. „Dass Herr Dr. Hornfeck (Anm. d. Red.: Dr. Olaf Hornfeck ist Geschäftsführer der SWT) endlich bereit ist, die Konsequenzen aus der katastrophalen Fehlentscheidung des Jahres 2008 zu ziehen und dem aus Geschäft auszusteigen ist längst überfällig“, erklärt die Fraktionsvorsitzende Petra Kewes.

„Wir haben immer vor diesem Geschäft gewarnt und dagegen gekämpft“, so Thorsten Kretzer, der energiepolitische Sprecher der Partei. Er führt an, davor gewarnt zu haben, dass die Kohleverstromung „nicht nur umweltschädlich, sondern mittlerweile auch zu teuer“ sei.

Die Fraktion spricht weiter von einem „Millionengrab“, weil der Vertrag keine Beteiligung an dem umstrittenen Kohlekraftwerk, sondern einen Abnahmeverpflichtung enthalten habe und fordert für die Zukunft für die Ratsmitglieder „die Einsicht in die Originalverträge von solch millionenschweren Geschäften“. Das gelte auch für den anstehenden Ausstiegsvertrag.

Desweiteren prangern Bündnis 90/Die Grünen das RWE an, „die Firma, die durch eine Minderheitsbeteiligung an den Stadtwerken Trier dort ihren strategischen Einfluss für die eigenen Interessen geltend macht. Statt dafür zu sorgen, dass die Stadtwerke wirtschaftlich gesund ihren Auftrag erfüllen können jubelt man ihnen Verträge unter, die den Werken und der Stadt Millionenverluste aufbürden.“ Die finale Feststellung lautet: „Die grüne Ratsfraktion wird dem Ende mit Schrecken zustimmen. Das ist immer noch besser, als die nächsten 15 Jahre jedes Jahr weitere Millionen in den Kohle-Sand zu setzen.“

11 KOMMENTARE

  1. und wie werden die SWT , als 100% ige Tochter der Stadt Trier (siehe Wikipedia) das verlorene Geld wieder hereinholen ?

    Abschreibungen und die lieben Kunden, kein Wunder dass man trotz liberalisiertem Markt hier in Trier seine Pfründe mit allen Mitteln verteidigt , auch der Bau der Solarkraftwerke wird mit der üppigen EEG Zulage subventiniert eine echte Alternative als Kunde hat man hier sowieso nicht um günstigen Strom , Gas oder Wasser zu beziehen.
    Und wer weiss ob die SWT ihren Strom nicht billig aus Cattenom bezieht um ihn hier teuer zu verkaufen.

  2. Kein Management der Welt, hätte nach diesen millionenschweren Fehlentscheidungen (Praktiker, Gekko Hamm), seinen Job behalten! Was ist das denn für ein Filz bei euch in Trier?

    • Wieso Management? Ich hab das – an anderer Stelle 😉 – so verstanden, dass die politischen Vertreter da genauso ihr Ja gegeben haben wie das Management (und/oder ihre Argumente gegen eine Beteiligung nicht plausibel genug waren, um die Mehrheit zu überzeugen); von daher ist es wohl weniger das Management allein als vielmehr auch die Parteien, die das zu verantworten haben. Warum die Grünen nun Stimmung machen und ihre Hände reinwaschen wollen, … nun ja, soll sich jeder seinen Teil denken.

      • @ Peter fahrenhorst: Treffen ihre Behauptungen auch auf auf die Lieferverträge für Praktiker zu? Keine Firma der Welt hätte diesem Unternehmen auch nur noch einen Cent gegeben!

        • Das weiß ich nicht, zu Praktiker hab ich keine Informationen, im anderen Artikel, den ich meinte, ging es halt nur um Gekko; und da war schon klar, dass es nicht nur eine Person ist, die das entschieden hat.

          • Aber auf wessen Empfehlung hat denn die Mehrheit des Stadtrates der Vorlage zu Gekko zugestimmt? Doch wohl auf Empfehlung der Herren Hornfeck und Müller!!!!!!! Und die Konsequenzen müssen wieder die Bürger/Steuerzahler tragen!

          • Zum Hintergrund: Die SWT haben einen exclusiven Strom-Liefervertrag mit der Praktiker/Max-Bahr-kette für alle deutschen Fillialen abgeschlossen. Zu einem zeitpunkt, als jedem normalen Kunden bereits klar war: Die machens nicht mehr lange. Ergebnis: Sehr hohe Abschreibungen, weil in der Insovenzmasse nicht genug drin war.

  3. Der Vertrag hätte niemals unterzeichnet werden dürfen. In jedem Sportverein wäre der Manager jetzt weg wegen krasser Fehleinkäufe!

    • Es werden ja anscheinend keine Konsequenzen gefordert. Alle halten die Füße still und der Vorstand macht weiter. Hier sind ein paar Hanseln, denen das stinkt, aber weiter interessiert das niemand. So sieht es aus!

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