Vom Trainingsanzug bis zum Dirndl: „2nd Hemd & Hose“-Markt in Bitburg

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Bildquelle: Bistum Trier

BITBURG. Jacken, Blusen, Brautkleider, Fastnachtskostüme: Beim „2nd Hemd&Hose“-Markt am 17. und 18. Oktober im Haus der Jugend in Bitburg gab es nahezu alle Arten gebrauchter Kleidung zu kaufen. Mit den Einnahmen der Veranstaltung – rund 4.500 Euro – werden über die Bolivienpartnerschaft des Bistums Trier Projekte für Menschen mit Behinderungen unterstützt. Getragen wurde der Markt von über 120 Jugendlichen aus dem Dekanat Bitburg, unterstützt vom Bolivienreferat des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Trier.

Wer Spaß am Suchen von Raritäten hat, kam beim Markt voll auf seine Kosten. Zwischen etlichen modernen Freizeitanzügen tauchte etwa ein blauer Trainingsanzug auf, wie man ihn aus Filmaufnahmen von deutschen Fußballgrößen der 1970er Jahre kennt. Solche älteren Kult-Stücke waren ganz bewusst ins Angebot mit aufgenommen worden – für die Sammler unter den Besuchern. Der überwiegende Teil waren jedoch moderne Stücke. Von Angeboten zwischen 50 Cent und 50 Euro, vom Gürtel bis zur Lederjacke war alles zu finden. Passend zur Saison konnte man sich sogar fürs Oktoberfest ausrüsten. „Die Lederhose vielleicht und dazu eine Bluse“, berieten einige junge Frauen aus Preist Varianten zum Dirndl. Die Jugendgruppe gehörte zu den vielen Helferinnen und Helfern, die von der Beratung am Kleiderständer über die Verpflegung bis hin zur Kasse alles Organisatorische stemmten.

„Zumeist sind es Firmgruppen, die das Projekt in die Vorbereitung zur Firmung eingebunden haben“, berichtete Stefan Burr, Pastoralreferent im Dekanat Bitburg. Der „2nd-Hemd-und-Hose-Markt“ sei eine gute Gelegenheit, den Jugendlichen über ihr Engagement das Land Bolivien näher zu bringen. Unmittelbare Eindrücke aus dem südamerikanischen Land konnten auch die Besucher mitnehmen. Vier junge Bolivianer, die derzeit als Reverse-Freiwillige in sozialen Einrichtungen in Saarbrücken, Saarburg, Sinzig und Trier arbeiten, präsentierten in landestypischer Tracht Tänze aus dem Hoch- und dem Tiefland ihrer Heimat. Am Sonntag übernahmen sie außerdem das Zepter in der Küche und kochten für die Gäste bolivianische Gerichte.

Wer seine Kleidungstücke individuell anpassen wollte, konnte die Änderungsschneiderei in Anspruch nehmen. Dort am Stand wartete außerdem Brigitte Pappe mit kreativen „Upcycling-Ideen“. „Mir geht es darum, mit Obacht mit dem umzugehen, was die Natur uns gibt. Etwas Neues kann dabei ruhig einige Ressourcen bei der Produktion verbrauchen, solange man weiß, was man damit anfängt, wenn es nicht mehr gebraucht wird“, begründete sie ihr „Aus-Alt-mach-Neu“-Konzept. Zwei alte Krawatten helfen da beispielsweise nicht nur Mottenlöcher in einem Wollkleid zu verdecken, sondern verwandeln es gleichzeitig in einen modischen Rock mit elegantem Muster. Zusätzlich zur Einkaufsmöglichkeit bot der Markt Informationen über die Bolivienpartnerschaft und die Arbeit mit behinderten Menschen in dem lateinamerikanischen Land.

Eine besondere Erfahrung ermöglichte dabei Gemeindereferentin Waltraud Berger. Sie stattete Besucher mit einer abgedunkelten Brille oder einem Rollstuhl aus, begleitete sie durch die Reihen der Kleiderständer und vermittelte ihnen auf diese Weise einen Eindruck, wie der Alltag mit einer Beeinträchtigung erlebt wird.

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