Update: Fußball-Oberliga: Aufholjagd gerät ins Stocken – Salmrohrer Remis gegen Pfeddersheim

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Meliani Saim ist einer von vielen FSV-Akteuren, der in Betzdorf auszufallen droht. Foto: FSV Salmrohr

SALMROHR. Nach drei Siegen in Serie in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz ist die Aufholjagd des FSV Salmrohr erst einmal ins Stocken geraten. Nach einer abwechslungsreichen Partie trennten sich der Rheinlandpokalsieger und die TSG Pfeddersheim vor der traurigen Kulisse von nur 188 Zuschauern mit 2:2 (1:1). Trotz des Punktgewinns belegen die Salmtaler weiterhin einen Abstiegsplatz.

Pfeddersheims Trainer Norbert Hess sprach von einer gerechten Punkteteilung im Salmtalstadion, „weil wir in der ersten, Salmrohr in der zweiten Halbzeit besser waren.“ Auf diese beiden Parameter reduziert, mag das sogar stimmen. Die Gewichtung ist jedoch eine andere. Die Hausherren hatten deutlich mehr Torchancen als die Gäste und waren insgesamt spielerisch besser. Nach dem Seitenwechsel gab es für die TSG nur noch eine Torgelegenheit, für den FSV dagegen acht.

Die erste Halbzeit verlief ausgeglichener. Vor nur 188 Zuschauern spielten beide Teams nach vorne, so dass sich eine abwechslungsreiche Partie entwickelte, die vor den Toren aber nur wenige prickelnde Szenen zu bieten hatte. Für den FSV war an der Viererkette der Wormser in Person von Steffen Litzel meist Endstation. Auch die Abwehr der Salmtaler stand im Großen und Ganzen sicher.
Salmrohr war schon früh in Führung gegangen. Timo Heinz, der in dieser Saison schon viele Negativ-Erlebnisse zu verarbeiten hatte, konnte endlich mal jubeln. Lars Schäfer, der nach der offensiven Interpretation seiner Rolle als Außenverteidiger immer wertvoller wird, hatte die einzige Spitze, Fabian Helbig, in Szene gesetzt. Helbig setzte sich im direkten Duell an der Grundlinie gegen seinen Gegenspieler durch, den Rückpass ließ Meliani Saim durch, Timo Heinz traf flach ins lange Eck (11.).

Vier Minuten später fiel aus dem Nichts der Ausgleich. Torhüter Daniel Ternes unterschätzte eien hoch in den Strafraum getretenen Pfeddersheimer Freistoß, Kevin Gotel sprang gemeinsam mit ihm hoch und aus dem doppelten Ballkontakt heraus flog der Ball in den Salmrohrer Kasten. Trainer Paul Linz nahm den sonst so zuverlässigen erst 22 Jahre alten Keeper in Schutz. „So etwas darf auch ihm mal passieren. Wir wollen nicht vergessen, wie viele Punkte er schon für uns geholt hat.“ Kurz nach dem Ausgleich war Ternes auch schon wieder auf der Höhe, bewahrte sein Team bei einem Schuss von Simon Bundenthal vor einem Rückstand.

Dass auch bei Pfeddersheim ein Klassemann zwischen den Pfosten stand, zeigte sich kurz darauf, als Thorsten Müller einen Schuss von Timo Heinz mit den Fingerspitzen aus dem Winkel holte.
In der Pause musste Linz seine Schützlinge nochmals wach rütteln. „Zu zaghaft“ war der FSV aufgetreten – wie schon häufiger in dieser Saison in der ersten Halbzeit. Die Ansprache hatte gewirkt, denn der FSV kam mit mehr Dampf aus der Kabine. Acht Torchancen sprechen eine deutliche Sprache und hätten auch zum Sieg reichen müssen, aber die Gastgeber gingen sehr generös mit ihren Möglichkeiten um.

Statt die Partie sicher nach Hause zu bringen, geriet der Rheinlandpokalsieger sogar in Rückstand. Und wieder war es ein Standard (67.), der den Rheinhessen die zu diesem Zeitpunkt schon glückliche Führung bescherte. Mathias Tillschneider konnte einen Freistoß von Tobias Klotz ungehindert im Salmrohrer Strafraum per Kopf ins Netz verlängern.

Nach einer kurzen Schockphase folgte die Schlussoffensive, während der die Gäste reichlich Glück hatten. Tim Hartmann verfehlte zweimal nur um Zentimeter das Ziel. Bevor es nochmals ganz heiß herging, sorgte der quirlige Meliani Saim schon mal für den Ausgleich, als er nach einer Ecke des eingewechselten Ricardo Couto Pinto aus der Distanz traf. Dann kam das leider erfolglose Salmrohrer Scheibenschießen, bei dem Lars Schäfer, Meliani Saim, Daniel Bartsch und Deniz Siga scheiterten.

Hess gab zu: „Meine Jungs waren am Ende etwas müde.“ Linz sprach von „grausamen Gegentoren“, lobte seine Elf aber auch für die Vorstellung nach dem Wechsel: „Die erste Halbzeit war nix, aber die zweite war schon richtig gut. Auch wenn wir das 3:2 nicht mehr gemacht haben, war das 2:2 doch ganz wichtig. Auch für die Jungs im Kopf, weil sie nicht verloren haben und wissen, dass nicht alles von selbst geht.“

FSV Salmrohr: Daniel Ternes – Lars Schäfer, Pascel Meschak, Daniel Schraps, Daniel Braun – Meliani Saim, Daniel Bartsch, Michael Kohns (65. Ricardo Couto Pinto), Tim Hartmann – Timo Heinz – Fabian Helbig (74. Deniz Siga).

Tore: 1:0 (12.) Timo Heinz, 1:1 (15.) Kevin Gotel, 1:2 (67.) Mathias Tillschneider, 2:2 (82.) Meliani Saim

Schiedsrichter: Benedikt Seyler (Wadern) – Zuschauer: 188

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