„Damit es nie wieder passiert“ – Positives Fazit der Anne-Frank-Ausstellung

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Die Peer Guides mit Daniel Botmann (Zentralrat der Juden, hinten links) und Mitgliedern des Teams vom Dekanat Schweich-Welschbillig: Maria Koob (2vl, hinten), Beate Barg (4vl, hinten), Roland Hinzmann (hinten, rechts).

Bildquelle: Bischöfliche Pressestelle Trier

SCHWEICH. Rund 1.500 Besucherinnen und Besucher haben die Anne-Frank-Ausstellung „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“ in Schweich besichtigt. Das ist die Bilanz, die das Dekanat Schweich-Welschbillig, Organisator der Ausstellung, bei der Finissage am Sonntag in Schweich zog.

Insgesamt 28 Jugendliche aus sechs Schulen in der Region übernahmen als Peer-Guides die 50 angebotenen Gruppenführungen der Ausstellung. Auf „exzellente und glaubwürdige Art und Weise“ hätten sie dies getan, lobte sie Daniel Botmann, Geschäftsführer des Zentralrats der Juden in Deutschland. „Ich bin überzeugt, dass Anne Frank ganz stolz auf euch wäre.“

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Drei Wochen lang war die Ausstellung in der Alten Synagoge in Schweich zu sehen. Es gab ein Begleitprogramm mit Filmen, einer musikalischen Lesung und den Besuch von Jacqueline van Maarsen, einer Schulfreundin Anne Franks. Van Maarsen sprach mit Schülerinnen und Schülern und hielt eine Lesung in einer Buchhandlung. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Erfolg der Ausstellung“, erklärte Dekanatsreferentin Beate Barg und lobte dabei insbesondere das Engagement der Peer-Guides.

Im Alter von 15 Jahren starb Anne Frank im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Über zwei Jahre harrte sie zuvor in einem Versteck in Amsterdam aus. Doch Anne sei nicht nur Opfer gewesen. „Sie war ein jüdisches Mädchen, eine Jugendliche auf Augenhöhe, durch ihr Tagebuch wird Anne erfahrbar“, so Botmann. „Wenn sich junge Leute ihrer Identität bewusst sind, dann können sie auch Antworten finden“, erklärte Botmann weiter über die Bedeutung der Ausstellung. Diese könne anregen ins Gespräch zu kommen, über Diskriminierung und Rassismus, über Demokratie und Werte und über die Gestaltbarkeit der Welt, sowie darüber, wie die heutigen Generationen mit Flüchtlingen umgingen.

„Geschichte passiert nicht, man kann Einfluss nehmen“, so Botmann. In Deutschland gebe es derzeit eine große Hilfsbereitschaft gegenüber Flüchtlingen. Dies sei ein gutes Zeichen. Und so wie die heute immer weniger werdenden Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs sich den Fragen der nachkommenden Generationen stellten, so müssten die Menschen von heute auch künftig über aktuelle Geschehnisse sprechen. „Jede Generation muss ihre eigenen Fragen beantworten.“

Es gebe immer jemanden „der Elend ausnutzt“, sagte der 15-jährige Martin aus Riol. Das habe er durch seine Erfahrungen als Peer Guide gelernt. Dagegen müsse man handeln, auf heute übertragen bedeute dies etwa Flüchtlingen zu helfen. „Anne Frank ist heute noch aktuell“, erklärte der 15-jährige Markus vom Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium Schweich. Er fände es erschreckend, wie wenig einige Leute über die Zeit des Nationalsozialismus wüssten. „Ich wollte durch die Ausstellung führen um aufzuklären, damit so etwas nie wieder passiert“, sagte Markus.

Auch Lehrerin Astrid Geissler vom Stefan-Andres-Gymnasium lobte die Jugendlichen: „Ihr seid wirkliche Vorbilder.“ Anne Franks Leben uns Sterben sei eine Geschichte, die die Menschen berühre. Dem stimmte auch der Schweicher Bürgermeister Lars Rieger zu. Anne lebte in einer Zeit, die geprägt war von Angst, Ausgrenzung, Verfolgung und Gewalt. Einer Zeit, „die sich nicht wiederholen darf“.

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