Konjunkturumfrage in der Region: Aufschwung verliert an Fahrt

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TRIER. Das regionale Konjunkturklima hat sich nach der aktuellen Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier gegenüber dem Frühjahr zwar eingetrübt, präsentiert sich aber insgesamt noch gut. Der IHK-Konjunkturindikator ist von 129 auf 120 Punkte gefallen. Werte über 100 signalisieren ein positives Geschäftsklima. An der Umfrage beteiligten sich mehr als 170 Betriebe mit rund 14.500 Beschäftigten.

Die regionalen Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage weiterhin sehr positiv: 50 Prozent melden gute, 41 Prozent befriedigende und nur neun Prozent schlechte Geschäfte. Besonders zufrieden zeigen sich Einzelhandel und Dienstleistungsgewerbe. Die sehr gute aktuelle Geschäftslage basiert auf einer branchenübergreifend positiven Umsatzentwicklung in den vergangenen zwölf Monaten. Vier von zehn Befragten haben ihre Umsätze gesteigert, während nur zwei von zehn einen Rückgang verzeichneten.

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Deutlich verhaltener fallen jedoch die Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate aus: 19 Prozent Optimisten stehen 17 Prozent Pessimisten gegenüber. Im Frühjahr lag das Verhältnis noch bei 29 zu zehn Prozent. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den kurzfristigen Erwartungen bis Jahresende. Damit dürfte sich der regionale Konjunkturaufschwung bald abschwächen, folgert die IHK.

Bei den mittelfristigen Investitions- und Beschäftigungserwartungen hat die Fraktion der Optimisten im Verhältnis zu den Pessimisten mit acht beziehungsweise vier Prozentpunkten die Nase jeweils leicht vorn. Sie gehen also davon aus, dass sie neue Mitarbeiter einstellen oder neue Aufwendungen tätigen können. „Diese Werte liegen etwas über dem langfristigen Durchschnitt und sind im Vergleich zum Frühjahr nahezu unverändert. Das spricht gegen eine plötzliche konjunkturelle Talfahrt, obwohl die Unternehmen insbesondere in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, im Fachkräftemangel und in den Arbeitskosten Risiken für ihre weitere wirtschaftliche Entwicklung sehen“, so IHK-Chefvolkswirt Matthias Schmitt.

Im produzierenden Gewerbe haben sich nach der Umfrage Kapazitätsauslastung und Auftragsbestände in den vergangenen Monaten verbessert, wobei dies aber vor allem auf eine gute Baukonjunktur zurückzuführen ist. Deutlich verhaltener als noch im Frühjahr sind hingegen die Auslandsorders gewachsen. Auch die Exporterwartungen für die nächsten zwölf Monate fallen nicht mehr so zuversichtlich aus: Im Frühjahr lag das Verhältnis von Optimisten zu Pessimisten bei 33 zu neun Prozent; aktuell liegt es bei 27 zu 19 Prozent. Die konjunktursensiblen Vorleistungsgüterproduzenten erwarten sogar sinkende Ausfuhrziffern.

„Die regionale Wirtschaft wird mit hoher Wahrscheinlichkeit weiter wachsen, aber in langsamerem Tempo. Der Binnenkonsum ist intakt, aber die Auslandsnachfrage bereitet uns derzeit Sorgen“, erklärt Schmitt. Aufgrund der niedrigen Exportquote der Region Trier dürfte dies die hiesige Wirtschaft jedoch weniger stark treffen als andere Regionen.

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