Rückblick: Christoph aus der „Sendung mit der Maus“ an der Universität Trier

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Christoph Biemann an der Universität Trier.

Bildquelle: Universität Trier

TRIER. Tosender Applaus als Christoph Biemann die Bühne betritt: „Manche von euch kennen mich vielleicht von der Sendung mit der Maus.“ Ein schallendes „Jaaa!“ tobt durch den Audimax der Universität Trier. 800 Kinder, Eltern und Studierende sind gekommen, um Christoph Biemanns Vortrag „Experimente“ zu hören. Dem Namen macht sein Vortrag alle Ehre: Es fliegen „Brausebomben“ durch den Saal, ein gekochtes Ei tanzt durch ein Wasserglas und wandert wie durch Zauberhand in den Bauch einer Glasflasche.

Bei Experimenten und Entdeckungen ist Christoph in seinem Element. Er erklärt wie vor Jahrmillionen die Natur begann wie wild zu experimentieren: die Anfänge der Menschheit, das erste Feuer und die Elektrizität. „Experimentiert ihr in der Badewanne?“, will er von den Kindern im Audimax wissen. So fand der Grieche Archimedes heraus, dass Luft ein Körper ist. Christoph macht es vor und taucht ein Glas verkehrt herum in einen mit Wasser gefüllten Behälter. Die Luft bleibt im Glas und der Wasserstand im Behälter steigt. Mit ruhiger Stimme erklärt der Mann im grünen Pulli und Schnäuzer seinem Publikum mit vielen Aha- und Oho-Erlebnissen was die Welt im Innersten zusammenhält.

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Als nächstes erhält der Universitätspräsident Prof. Dr. Michael Jäckel die Aufgabe zehn Mal mit gestrecktem Arm auf eine Flasche zuzulaufen. Neun Mal soll er über den Korken auf der Flasche schnippen und beim zehnten Mal den Korken wegschnipsen. Jäckel läuft an, rennt auf die Flasche zu und schnipst über den Korken. Das Publikum zählt laut „Zehn!“ und der Korken fliegt davon. Er hat es geschafft und erntet kräftigen Applaus. Mit einem Lachen gibt Christoph zu: „Das ist erstaunlich. Wenn überhaupt, dann schafft das einer von zehn Menschen.“ Eigentlich sollte das Experiment zeigen, dass man durch ständige Wiederholung Tätigkeiten übt. Eine neue Handlung muss dann erst wieder aufs Neue eingeübt werden, damit sie funktioniert. Christophs Maxime: „Wenn ihr lernen wollt, müsst ihr Dinge oft machen.“

Seit 40 Jahren arbeitet Christoph als Regisseur beim WDR-Kinderfernsehen und seine Arbeit macht ihm nach wie vor Spaß. Während der Autogrammzeit warten Eltern am Rand der Traube um Christoph. Ivonne Keßler (40) gesteht: „Unser Besuch bei Christophs Vortrag war auch ein bisschen eigennützig – nicht nur für die Kinder.“ Als Kind hat sie schon die Sendung mit der Maus geschaut und verfolgt sie jetzt mit ihren Kindern. Ihre Freundin Jutta Graus (42) ist begeistert wie Christoph alles mit so einfachen Worten erklärt: „Ich finde es schön, dass Christoph auf diese Art Kindern naturwissenschaftliche Kenntnisse vermittelt, wo es in den Schulen oft an Anschaulichkeit fehlt.“ Sie hat bereits im Frühjahr an der Universität Trier die Ausstellung Mathematik zum Anfassen besucht. Für Schulaufgaben habe ihr Sohn nie so viel Ausdauer gezeigt wie in dieser Mathe-Ausstellung.

Hinter Christophs Erklärungen versteckt sich das Prinzip Maus. Es liefert den Kindern und Erwachsenen einerseits das Gewohnte, aber überrascht gleichzeitig, indem experimentiert und neues ausprobiert wird. Den Kindern möchte er auf ihrem Weg geben, dass Vieles noch unentdeckt sei. Sie bräuchten nur das Ding zwischen ihren beiden Ohren: „Es gibt viel zu entdecken. Kümmert euch darum.“

Weil er selbst in seiner eigenen Studienzeit von den Erklär-Künsten seiner Dozenten enttäuscht war, würde er den wissenschaftlichen Mitarbeitern und Studierenden an der Universität raten, viel Wert auf gutes Erklären zu legen und auch mal darüber nachzudenken, wie man etwas besser verständlich machen kann.

Der Vortrag „Experiment“ mit Christoph Biemann war ein Teil der Ausstellung Mathematik zum Anfassen und musste wegen Biemanns schwerer Erkrankung auf den Herbst verschoben werden. Die Veranstaltungskette wurde von der Mathematik Professur Operation Research unter Prof. Dr. Sven de Vries sowie dem Ada-Lovelace-Projekt der Universität Trier organisiert.

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