Besuch aus Bolivien: Juan Carlos Nuñez von der Stiftung Jubileo im Bistum Trier

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Bildquelle: Bistum Trier

TRIER. Juan Carlos Nuñez, Direktor der Fundacion Jubileo in Bolivien, hat am 9. Oktober im Bistum Trier über die Folgen der Klimaveränderungen in seinem Heimatland gesprochen. Anlass seiner Deutschlandreise ist eine Einladung der beiden Hilfswerke „Misereor“ und „Brot für die Welt“, politische Gespräche mit den Parlamentariern zu führen. Nuñez soll im Vorfeld des Staatsbesuchs des bolivianischen Präsidenten Evo Morales in Deutschland im November über die soziale Situation und Entwicklung in Bolivien aufklären.

Die anstehende Trierer Etappe des Ökumenischen Pilgerwegs für Klimagerechtigkeit von Remagen nach Perl nutzte Nuñez als Gelegenheit, auf seiner Durchreise von Bolivien nach Berlin im Bistum Trier, bei den Mitbegründern der Stiftung Jubileo, Halt zu machen. In seinem Vortrag richtete er den Blick vor allem auf die Entwicklungen in Bolivien und die Politik der Regierung Morales, um so auf die globale Dimension des Klimawandels und die Forderungen an die anstehende UN-Klimakonferenz in Paris aufmerksam zu machen.

„Die Regierung spricht viel vom Schutz der Mutter Erde, sie tut aber nichts dafür.“ Stattdessen würden in seinem Land industrielle Großprojekte weiter gefördert, Wälder für Mega-Staudämme gerodet, Monokulturen angebaut und mit schädlichen Pestiziden behandelt. Die Folgen seien gravierend: Rückgang der Gletscher, Überschwemmungen, Erdrutsche.

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Präsident Morales kommt Anfang November nach Deutschland, um unter anderem über ein Abkommen zum Bau einer durch ganz Bolivien verlaufenden Bahnlinie zu verhandeln. Den Hilfswerken „Misereor“ und „Brot für die Welt“ war es wichtig, dass die Politiker im Vorhinein andere Meinungen aus Bolivien hörten, um über mögliche Wirtschaftskooperationen nachzudenken. Den Blick auf Bolivien gerichtet, das von der Klimaerwärmung besonders beeinträchtigt wird, möchte Nuñez so an die internationale Verantwortung der Industrienationen erinnern. Mit der Stiftung versucht er, auch und vor allem vor Ort in Bolivien, wo die Nichtregierungsorganisationen (NGO) einen schweren Stand haben, die Menschen zu einem Umdenken in der Klimapolitik zu bewegen: „Die Menschen sehen noch nicht, welche Folgen das auf Dauer haben wird, sie sehen nur den wirtschaftlichen Aufschwung des Landes“, warnte er.

Positiv bewertete Nuñez den Besuch von Papst Franziskus in Bolivien im Juli dieses Jahres. Die Regierung habe zwar versucht, den Papstbesuch für sich zu instrumentalisieren. „Aber es gibt seitdem Bewegung in der Beziehung von Kirche und Staat“, bemerkte Nuñez. In seinem Vortrag bewertete er auch die Enzyklika „Laudato Si“ als ein „gutes Grundlagenpapier für einen Dialog mit der Regierung Morales“, um die Klimaziele zu erreichen. Darin nimmt Franziskus direkt Bezug auf das Pastoralschreiben der bolivianischen Bischöfe „Die Erde – Gottes Gabe für alle“, zu dem die Fundacion Jubileo beigetragen hat, mit dem Ziel der „Wahrung der Schöpfung“.

Nuñez persönlicher Appell lautete: „Wir müssen lernen so zu leben, dass auch weitere Generationen ein gutes Leben haben können, nicht nur wir im Heute und Jetzt.“

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