Update: Gladiators feiern ersten Auswärtssieg – Überragender Eric Anderson

0
Eric Anderson (weißes Trikot) dominierte die Bretter. Der US-Boy kam auf 12 Punkte und 15 Rebounds. Foto: Helmut Thewalt

PADERBORN. Spätestens nach dem 4. Spieltag in der ProA wissen Verantwortliche und Fans der Trierer Basketballer, dass sie vor einer schwierigen Saison stehen. Im Duell zweier ehemaliger Erstligisten behielten die Gladiators Trier bei den Finke Baskets Paderborn erst nach einer Steigerung in der zweiten Halbzeit und einer großartigen kämpferischen Vorstellung mit 72:65 (32:35) die Oberhand. Bei den Moselanern überragte Eric Anderson mit 12 Punkten und 15 Rebounds, Alexander Engel seine Saisonpremiere – der Point Guard hatte bisher wegen Verletzung gefehlt.

Alle bisherigen vier Partien liefen nach demselben Muster ab: ihre beste Leistung zeigen die Gladiators im Schlussviertel. Dort holen sie zum Teil erhebliche Rückstände auf, zweimal gelang es ihnen, in diesen letzten zehn Minuten die Spiele noch für sich zu entscheiden – wie in Paderborn. Das ist natürlich kein Zufall. Diese sich wiederholende Dramaturgie zeigt, dass die Mannschaft von Trainer Marco van den Berg topfit ist. Das ist aber nicht allein das Geheimnis. Die Analyse des Gegners und die daraus entwickelte Taktik sind in erster Linie dafür verantwortlich, dass bisher alle Kontrahenten im Schlussabschnitt gegen die Moselaner ins Schwimmen geraten. So, wie auch Paderborn.

Der Niederländer sucht sich immer den Schlüsselspieler des Gegners als Ziel aus. Bei Paderborn war es Chase Adams, der in den drei Spielen zuvor der überragende Akteur war. 20 Punkte, fast sechs Assists, sechs Rebounds und fünf Steals hatte der Teamleader der Finke Baskets jeweils beigesteuert. Das gelang ihm gegen Trier nicht. Weil van den Berg seine beiden Youngster Marian Dahlem und Luca Breu auf den Paderborner Alleskönner angesetzt hatte. Sie benötigten drei Viertel – dann hatten sie ihn zermürbt. Adams hielt nur in den Rubriken Rebounds und Assists seine Werte, kam aber nur auf 13 Punkte, einen einzigen Ballgewinn – aber, und das ist die herausragende Statistik, er produzierten neun Ballverluste.

Marian Dahlem (links) glänzte wie Luca Breu in der Defense. Das Duo zermürbte Paderborns Spielmacher Chase Evans. Foto: Helmut Thewalt
Marian Dahlem (links) glänzte wie Luca Breu in der Defense. Das Duo zermürbte Paderborns Spielmacher Chase Evans. Foto: Helmut Thewalt

Als Scorer spielten Dahlem und Breu keine Rolle, “ sie haben ihren Job hervorragend gemacht“, sagt van den Berg, “ am Ende war Adams platt.“ Mit der sinkenden Effizienz von Adams war auch die Dominanz der Gastgeber dahin, die drei Viertel lang meist eine knappe Führung nach sich gezogen hatte. Nach dem Zwischenspurt zum 48:57 (34.) hatten die Hausherren ihr Pulver verschossen – mit einer 15:1-Serie zum 63:58 wendeten die Trierer innerhalb von drei Minuten das Blatt.

Und da war außer den beiden Defensivspezialisten Dahlem und Breu ja auch noch der immer stärker werdende Eric Anderson, der wieder ein Double-Double ablieferte. Mehr noch als seine 12 Punkte trugen 15 Rebounds zum Erfolg bei. Da war außerdem noch Brandon Spearman, der am Ende als Topscorer mit 21 Punkten das Feld verließ. Oder Benedikt Breiling, der in der Phase, als das Spiel gedreht wurde, wieder zwei wichtige Dreier versenkte. Oder Allrounder Dwayne Evans und Eigengewächs Kilian Dietz, die Morgan Grim den Zahn zogen, der wie Adams mit fünf Fouls vorzeitig vom Feld musste. Dass die Moselaner in der zweiten Halbzeit dominierten, lag auch an der Freiwurfausbeute. „Wir standen in der ersten Hälfte nur fünf Mal an der Linie, am Ende hatten wir 26 Freiwürfe, weil wir nach dem Seitenwechsel aggressiver waren und den Korb mehr attackierten“, analysierte van den Berg.

Nach der 37. Minute gelang Paderborn zwar 1:15 Minuten vor der Schlusssirene noch einmal der Ausgleich (65:65), aber physisch und mental hatten die Moselaner nun Oberwasser. Während die Hausherren jeden Trierer Angriff per Foul stoppten und den Gegner immer wieder an die Linie schickten, wurden die eigenen Offensivaktionen gestoppt oder endeten mit Fahrkarten. So stand am Ende des Sonntagsausflugs ein verdienter Sieg zu Buche.

Den ersten Einsatz von Alexander Engel, der überraschend in der Starting Five stand, kommentierte van den Berg so: „Man hat gesehen, dass Alex eine Verstärkung für uns werden kann. Ihm fehlt es natürlich an Spielpraxis, aber die kommt von selbst.“

Finke Baskets Paderborn: Chase Adams (13), Luis Elias Figge (0), Morgan Grim (9), Nicholas Aleksandar Tugfedzich (17), Philipp Daubner (8), Ivan Buntic (6), Luca Finn Kahl (0), Alan Boger (0), Dominik Wolf (12), Jan Philipp Dübbelde (0)

Gladiators Trier: Luca Breu (2), Benedikt Breiling (6), Kevin Smit (7), Dwayne Evans (12), Kilian Dietz (4), Alexander Engel (1), Marian Dahlem (0), Eric Anderson (12), Sebastian Herrera (5), Brandon Spearman (21)

Spielverlauf: 7:5 (3.), 12:9 (5.), 14:14 (6.), 18:24 (8.), 22:19 (10.), 24:21 (12.), 29:26 (14.), 35:32 (Halbzeit); 40:32 (23.), 42:36 (26.), 48:44 (30.), 57:48 (34.) 58:63 (37.), 65:65 (39.), 65:72 (Endstand)

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.