Diagnose Krebs: In Rheinland-Pfalz steigt die Zahl um rund 13.000 Fälle

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Bildquelle: pixabay

KOBLENZ. In Rheinland-Pfalz wird immer häufiger die Diagnose Krebs gestellt. Allein in den vergangenen vier Jahren ist die Zahl der ambulant diagnostizierten Krebsfälle bei der BARMER GEK in Rheinland-Pfalz um 13 Prozent gestiegen.

Ist Krebs zur Volkskrankheit geworden? „Vermutlich stehen wir jedoch erst am Anfang der Entwicklung, denn mit einer zunehmend älteren Bevölkerung in Rheinland-Pfalz, wird auch das Risiko einer Krebserkrankung weiter steigen“, sagt Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der BARMER GEK in Rheinland-Pfalz und Saarland.

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Über 112.000 Krebserkrankungen in Rheinland-Pfalz

Nach Auswertung von Versichertendaten der BARMER GEK haben niedergelassene Ärzte in Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr rund 112.800 Mal eine Krebserkrankung diagnostiziert – fast 13.000 Fälle mehr als noch 2011. Etwa jeder Dritte litt an einer bösartigen Variante, dem Krebs im engeren Sinne. In mehr als der Hälfte aller Fälle (65.000) gab es für die Betroffenen jedoch leichte Entwarnung – es handelte sich um eine gutartige Neubildung. Darüber hinaus gibt es viele Verdachtsfälle mit unsicheren Diagnosen oder Diagnosen von Tumoren, die nicht wuchern („in situ“).

In den meisten Fällen handelt es sich um Patienten, die regelmäßig beim Arzt sind und bereits länger mit ihrer Erkrankungen leben. Sie stehen unter ärztlicher Beobachtung, da nicht jeder Krebs akut behandelt werden muss. Nur ein Bruchteil sind daher Neuerkrankungen. Die am häufigsten auftretenden Krebsarten bei Männern betreffen die Haut, die Prostata, den Darm und die Lunge, bei Frauen sind die Haut, die Brust und der Darm am häufigsten betroffen.

Risiko für Frauen doppelt so hoch wie für Männer

Das Krebsrisiko ist ungleich verteilt: Frauen in Rheinland-Pfalz waren im vergangenen Jahr mit 72.742 Krebsdiagnosen deutlich häufiger betroffen als Männer (40.040). Ab dem 40. Lebensjahr steigt das Risiko für Frauen sprunghaft an, bei Männern erst etwa zehn Jahre später. Mehr als die Hälfte der Fälle (65 Prozent) treten laut Versichertendaten der BARMER GEK im Alter von 61 bis 80 auf. Bei Hochbetagten spielt Krebs dagegen kaum noch eine Rolle.

Männer sind Vorsorgemuffel, aber auch bei Frauen ist Luft nach oben

„Je früher Krebs oder eine Vorstufe erkannt wird, desto besser kann sie therapiert beziehungsweise eine akute Erkrankung vermieden werden“, erklärt Kleis. Leider nehmen trotz der weit verbreiteten Angst, selbst an Krebs zu erkranken, immer noch zu wenige die Möglichkeit zur Früherkennung (Prostata, Darm, Haut, Brust) wahr.

In Rheinland-Pfalz geht nur jeder zehnte Mann (10,6 Prozent) zur Untersuchung. Von den Frauen nehmen immerhin 38,9 Prozent die Krebsfrüherkennungsuntersuchungen in Anspruch

1 KOMMENTAR

  1. Würde RLP endlich mal ein vernünftiges Nichtraucherschutzgesetz haben. welches auch kontrolliert und eingehalten wird, würde sich das sicher auch mindernd auf die Zahl der Neuerkrankungen auswirken. Aber hierbei hängt man hoffnungslos hinter Ländern wie Bayern her.
    Wenn ich sehe, dass noch nichtmal in Haupteingangsbereichen von Krankenhäusern das Rauchverbot durchgesetzt wird (wenn es überhaupt eins gibt, oftmals ist es ja erlaubt und die ganze Scheiße zieht ins Gebäude!!), bekomme ich das Kotzen!

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