Flut im Partnerstaat South Carolina: In Gedanken bei den Menschen

0
Flut Symbolbild

Bildquelle: pixabay

COLUMBIA (SOUTH CAROLINA)/MAINZ. Der Hurrikan „Joaquín“ hat die Ostküste der USA zwar nicht direkt getroffen, dennoch sorgten die Ausläufer und heftiger Regen im Bundesstaat South Carolina für schwerwiegende Überschwemmungen und Dammbrüche. Straßen wurden überflutet, Brücken stürzten ein. Zehntausende Menschen sind ohne Strom, Hunderte auf der Flucht. Laut dem Nachrichtensender CNN sollen 17 Menschen ihr Leben verloren haben.

In einem Kondolenzschreiben an die Gouverneurin des Staates South Carolina, Nikki Haley, hat Ministerpräsidentin Malu Dreyer im Namen der rheinland-pfälzischen Landesregierung und aller Bürgerinnen und Bürger ihr Mitgefühl für die von der Flut betroffenen Menschen zum Ausdruck gebracht.

Im Partnerstaat von Rheinland-Pfalz an der Ostküste der USA hatten zwei Schlechtwetter-Gebiete zu extremen Regenfällen geführt. Mehrere Menschen waren bei den darauffolgenden Überschwemmungen ums Leben gekommen.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer schrieb: „Mit Entsetzen und Trauer habe ich die Nachrichten von der katastrophalen Flut und den zerstörerischen Regenfällen in unserem Partnerstaat South Carolina empfangen. Ich möchte mein Beileid ausdrücken angesichts der tragischen Todesfälle und des großen Leids. In dieser schwierigen Zeit sind wir mit den Gedanken in South Carolina.“

Die guten Wünsche richteten sich an alle von der Flut Betroffenen, Behörden und freiwilligen Helferinnen und Helfer, die mit Tatkraft und Entschlossenheit im Einsatz seien. „Ich bin davon überzeugt, dass die Bürgerinnen und Bürger von South Carolina die schlimmen Folgen der Katastrophe gemeinsam bewältigen werden“, so die Ministerpräsidentin.

Bundesstaat South Carolina in den USA

South Carolina liegt an der Südostküste der USA und war 1788 der achte Gründerstaat. Mit einer Bevölkerungszahl von ca. 4,2 Mio. und einer Fläche von ca. 82.000 km² hat es nahezu genauso viele Einwohner, aber eine über viermal so große Fläche wie Rheinland-Pfalz (4,05 Mio. bzw. 19.853 km²).

Landschaftlich geprägt ist das Gebiet zum einen durch seine Seen und Flüsse sowie die damit verbundenen Sümpfe, zum anderen durch den großflächigen Anbau von Tabak und Baumwolle, aber auch durch die 300 km lange Küste.

Neben dem Tourismus liefert das verarbeitende Gewerbe der landwirtschaftlichen Produkte – wie z. B. die Textilindustrie – einen deutlichen Beitrag zum gesamtwirtschaftlichen Ertrag.

Zuständigkeiten

Die US-Bundesstaaten sind teilsouveräne Staaten mit eigener Verfassung. Ihre Gesetzgebungskompetenzen umfassen alle Bereiche, die der Bund nicht regelt. Bundesangelegenheiten sind Bundesgerichte, Außenpolitik, Militärwesen, Kriegsrecht, Außenhandel, (die meisten) Steuern, Zölle, Währung, Post sowie Patent- und Urheberrecht. Es existieren auch Bereiche, in denen sowohl der Zentralstaat als auch die Einzelstaaten Kompetenzen haben, wie z. B. bei sozialen Angelegenheiten oder bei der Aufnahme von öffentlichen Krediten.

Partnerschaft

Im März 1994 fand die erste „Transatlantische Konferenz“ in Rheinland-Pfalz mit South Carolina statt. Beiden Seiten war das Thema „Konversion“ – also die Überführung militärischer Liegenschaften in zivile Nutzung – ein wichtiges Anliegen.

Ermuntert durch den Erfolg dieser Konferenz kam es bereits ein Jahr später zu einer Verwaltungsvereinbarung, die dann im Mai 1997 in das offizielle Partnerschaftsabkommen mündete. Mit der thematischen Öffnung der Konferenzen erweiterte sich auch die Zielrichtung der Partnerschaft.

Neben Verwaltungskontakten konnten Kooperationen auf den Gebieten Wirtschaft, Technologie, Telekommunikation, Tourismus, Umwelt, Sport und bürgerschaftliches Engagement etabliert werden. Vor allem sind die zahlreichen Kontakte und Programme im Bereich der Bildung hervor zu heben. Viele der einzelnen Aktivitäten sind auch im Zweijahres-Bericht über den Stand der internationalen Kontakte der Landesregierung aufgeführt.

Beispiel der Zusammenarbeit

Zahlreiche Hochschulpartnerschaften ermöglichen es Studierenden und Dozenten beider Länder, ihre Qualifikationen zu verbessern und wichtige Auslandserfahrungen zu sammeln.

Eine Besonderheit der Hochschulzusammenarbeit liegt darin, dass die rheinland-pfälzischen Studierenden in South Carolina wie „Landeskinder“ behandelt werden. Sie müssen demnach nicht die für die anderen Ausländer hohen Studiengebühren bezahlen, sondern nur die so genannte „instate tuition“. Diese Gebühren bekommen sie bei einem direkten Austausch mit einem amerikanischen Studierenden sogar ganz erlassen.

Im hiesigen Summer-School-Programm lernen Studierende aus South Carolina Näheres über die deutsche Sprache und Kultur sowie über Rheinland-Pfalz im Besonderen kennen.

Mittlerorganisationen

Die im Februar 1996 gegründete „Atlantische Akademie Rheinland-Pfalz e. V.“ in Kaiserslautern bringt mit ihrem Programmangebot zu Geschichte, Wirtschaft, Geographie, religiösem und kulturellem Leben in South Carolina (aber auch in den USA im Allgemeinen) vorwiegend Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften das Partnerland näher. Darüber hinaus regt die Atlantische Akademie bilaterale Projekte an und fungiert als Verbindungsstelle zu den Partnereinrichtungen in South Carolina.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.