Kommunale Tempokontrollen: Trier übt das „Blitzen“

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Symboldbild.

Bildquelle: lokalo

TRIER. Das Rathaus übernimmt ab dem 1. Januar 2016 die Geschwindigkeitskontrollen auf den Straßen im Trierer Stadtgebiet. Zur Identifizierung geeigneter Standorte, zur Einrichtung der Messgeräte und zur Schulung der Mitarbeiter werden in den nächsten Wochen Probekontrollen an verschiedenen Straßen angesetzt.

Die dabei registrierten Verstöße haben für die Autofahrer noch keine Konsequenzen. Erste Testmessungen mit einer Vielzahl von Geschwindigkeitsüberschreitungen haben aber bereits gezeigt, dass die Kontrollen einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten können.

Die städtische Verkehrsüberwachung im Ordnungsamt wird bei ihren Kontrollen zwei mobile Geschwindigkeitsmessanlagen mit Filmkamera und Lasertechnik einsetzen. Die erfassten Daten werden per Funk in das Ausgabegerät in einem in der Nähe geparkten Auto übertragen und dort von jeweils zwei Hilfspolizeibeamten der Verkehrsüberwachung ausgewertet.

Ab dem 1. Januar gilt: Ein Verwarnungsgeld kann verhängt werden, wenn das Tempolimit um neun km/h oder mehr überschritten wird, denn drei km/h gelten als Messtoleranz, und weitere fünf km/h über dem Limit gelten als geringfügiges Vergehen. In einer Tempo-30-Zone wird es also ab einer gemessenen Geschwindigkeit von 39 Stundenkilometern ernst. Je nachdem, wie gravierend der Verstoß ist, kann aus dem Verwarnungs- ein Bußgeld werden (60 Euro oder mehr), darüber hinaus drohen Punkte im Fahreignungsregister des Kraftfahrtbundesamts und der Einzug der Fahrerlaubnis. Wenn kein Regelverstoß vorliegt, werden die Aufnahmen und Fahrzeugdaten nicht gespeichert.

Der Stadtrat hatte die Einführung der Kommunalen Geschwindigkeitsüberwachung (KGÜ) im Oktober 2014 beschlossen. In Trier ist bisher die Polizei für diese Aufgabe zuständig und wird auch bis Ende des Jahres weitere Kontrollen durchführen.

In Rheinland-Pfalz haben die Kommunen jedoch die Option, die Kontrollen in Eigenregie zu übernehmen. Für die Abwicklung der KGÜ wurden im Ordnungsamt sechs neue Planstellen im Außendienst und 4,5 Stellen im Innendienst geschaffen. Mit den beiden Messgeräten können alle Straßenräume vom verkehrsberuhigten Bereich bis hin zu mehrspurigen Hauptdurchgangsstraßen und Baustellenbereichen überwacht werden.

„Im Fokus werden Unfallhäufungs- und andere potenzielle Gefahrenstellen wie Kindergärten oder Schulen stehen, aber auch generell Tempo-30-Zonen“, erklärt Elmar Geimer, Leiter der Verkehrsüberwachung. Die städtischen „Blitzer“ müssen dabei immer innerhalb der gelben Ortseingangs- und Ortsausgangsschilder stehen.

11 KOMMENTARE

  1. Wenn sich die Stadt beim Geschwindigkeitskontrollieren genau so talentiert anstellt wie bei der Überwachung des ruhenden Verkehrs dann wird das noch lustig.

    Ich wette darauf dass es ein Minusgeschäft wird weil zu viele Einsprüche durchgehen wegen falsch justierter Anlagen.

  2. Oh Gott oh Gott, da haben sie aber den unbeliebtesten Mitarbeiter zum Leiter dieser Dienststelle gemacht!!!!! Hoffentlich geht er nicht schon morgens vor dienstbeginn alleine auf Jagd nach Temposündern, so wie er früher vor dienstbeginn auf seinem Weg vom rathausparkplatz zu seiner Dienststelle in der thyrsusstrasse, Falschparker gejagt hat!!!!! Seltsamer Charakter!

  3. Bis heute ist man ja noch vollends im Übungsmodus um Falschparker zu kontrollieren und das klappt ja bekanntlich zu 100 % noch gar nicht. Es ist schon seltsam wenn man sich an solche Aufgaben heran wagen will und das andere noch nicht mal in Ansätzen schafft. Bis jetzt, traurig aber wahr.

    Auf der anderen Seite, hab nichts dagegen, sollten die wirklich jeden Tag irgendwo stehn wird das am Anfang n paar Dollar einbringen, auf Dauer aber nicht vorstellbar!

    Oder um die hunderte und Tausend Fahrzeuge die jeden Tag unberechtigt z.B. durch die Trevirispassage oder Margarethengässchen durch fahren, kümmert keinen, da wird nichts und gar nichts kontrolliert. Ebenso, traurig aber wahr.

  4. Ich hoffe, die Polizei wird weiterhin auch innerhalb der Stadt Kontrollen durchführen. Ich fürchte nämlich auch, daß es wie bei der Wildparkerei laufen wird.

  5. … und sie stellen sich an Stellen auf, die mit Unfällen oder Gefährdung der Verkehrsteilnehmer nichts zu tun haben. Moderne Räuber eben, damit später die Kasse stimmt. Kein Wunder, bei der Führungskraft. Aber eventuell werden später wieder 50% der Belegschaft krank, nachdem die Motivation den ganzen Tag im Auto zu sitzen und sich freuen, wenn es rot aufblinkt, abgeklungen ist.
    Die Polizei hätte es weiter machen sollen, auch verstärkt an Kitas, Schulen, Zone 30 usw.
    @Eumel: die Polizei ist ab dann raus aus der Stadt!

    • Falsch: Die können da stehen , wo es Tempobeschränkungen gibt. Aber nur innerhalb der geschl. Ortschaft.
      Alle geschwindigkeitsbegrenzungen beziehen sich auf die maximal zulässige Höchstgeschwindigkeit bei idealen Bedingungen. Niemand wird doch gezwungen auf der Zurmainer 51 KM/h oder schneller zu fahren.
      Die Polizei ist nur raus , was den regelbetrieb bei Geschwindigkeitsverstößen betrifft. Handys, radfahrer auf Gehwegen, Rotlicht-und Stopp-Verstöße, Anschnallpflicht bleiben weiter in der Kontrollgewalt der famile.
      Jeder ordentliche Bürger der sich an die die regeln hält hat nix zu befürchten und muss keinen cent bezahlen. Zahlen müssen nur die Raser. Und das ist auch gut so.

      • Herr Fischer, auch wenn es Ihnen nicht passt, ich fühle mich am Moselufer mit Tempo 60 nicht als Raser, sondern eher als Verkehrshindernis.
        Genau wie in dem Bereich nahe dem Kindergarten Am Trimmelter Hof, wo es beidseitig neben den Grünanlagen noch Fußwege gibt. Wenn ich da mit 25 durch fahre, fühle ich mich auch nicht als Raser.
        Und da Sie ja so rechtskundig sind, sollten Sie wissen, bevor Sie antworten, dass der Bereich nie so beschildert sein darf.
        Ich könnte jetzt noch mehr Beispiele nennen. Meine Blitzer-App sagte mir in letzter Zeit oft Hans-Böckler-Allee an. Was haben die da zu suchen? Da sind es bis zum Bürgersteig neben der Grünanlage über 5 m. Wenn da jemand 60 fährt, ist er kein Raser, sondern folgt der ihm vorgegebenen Charakteristik der Straße: breit, gerade, weit und breit keine Fußgänger, kaum Radfahrer. Anders sieht es aus nahe dem VFL-Sportplatz und weiter oben ab der Schule, aber da stehen sie nicht, weil es da nichts zu holen gibt.

  6. Einer „im Kern“ sinnvollen Entwicklung gleich ab Start einen katastrophalen Verlauf zu geben, scheint die alte und neue Trierer „Kernkompetenz“ zu sein. Der Irrsinn liegt im „Kleingedruckten“… 10,5 neue Verwaltungsposten, die dauerhaft finanziert werden wollen! Dass Kommunen Messgeräte inkl. qualifiziertem Personal zu deren Bedienung nach Bedarf (halbwegs) flexibel leasen können, scheint sich ins (Mosel-)Tal der Ahnungslosen nicht herumgesprochen zu haben.

    • Haben Sie den Stadtratsbeschluss komplett gelesen? Nein? Solten Sie mal. Da wird ausführlich auf das Personal eingegangen: Solte die Stadt nach dem 2 Jährigen Testbetieb die geschwindigkeitsüberwachung wieder an die Polizei übergeben, so wird das Personal, welches an der Landespolizeischule universal ausgebildet wurde als Ersatz für (altersbedingte) Stellen eingestzt werden. Gehen Sie mal davon aus, das jedes Jahr ca. 50-80 Personen der Verwaltung in den Ruhestand gehen oder diese verlassen.

  7. im Kern sinnvolle Entwicklung ? Wo findest so etwas zur Zeit in der Stadtverwaltung Trier statt ?

    Ich habe da dieses Jahr ein paar einschneidende Erfahrungen machen dürfen mit verschiedenen Dezernaten.

    Fazit:

    inkompetenz, Unlust, Überforderung wenn man das ins lateinische übersetzt, ein schönes Wappen dazu malt würde es perfekt über dem Haupteingang des Rathauses zur Geltung kommen.

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