Luxemburger Unternehmen in 2020: Fortbestand von Arbeitsplätzen sichern

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LUXEMBURG. Die „Babyboomer“ werden in den Jahren um 2020 auch in Luxemburg verstärkt in den Ruhestand eintreten. In Luxemburg sind mehrere tausend Firmen betroffen. Nicht selten handelt es sich bei den Personen um Unternehmer, die seit der Gründung für den jahrzehntelangen erfolgreichen Bestand und die Entwicklung von Erfolgsstorys im Firmenbereich verantwortlich sind. Die Erfahrung zeigt, dass nur eine Minderzahl der betroffenen Unternehmer hier schon aktuell zielführende und erfolgsversprechende Maßnahmen getroffen hat die Nachfolge der Firmen aufzubauen und somit den Fortbestand von Unternehmen und Arbeitsplätzen zu sichern.

„Ein Nachfolgeraufbau sowie eine entsprechend mögliche Anpassung der Produktpalette und Marketingstrategie dauert klassischerweise nicht ein paar Monate, sondern erfahrungsgemäß zwischen zwei und fünf Jahren“, erklärt Herbert Eberhard von Creditreform Luxemburg. Demnach drängt die Zeit für die Betroffenen, denn mangelnde Vorsorge in der Unternehmensnachfolge hat indes ebenfalls Auswirkungen auf die Motivation langjähriger und auch jüngerer Mitarbeiter, die in einem zukunftsträchtigen Unternehmen und nicht in einem Auslaufmodell arbeiten wollen.

Es besteht die Gefahr, dass bereits lange vor der geplanten Unternehmensübergabe gute Mitarbeiter das Weite suchen, weil die Entwicklungsperspektive fehlt. Auch ist für die mangelnde Planung im Bereich der avisierten Inhaberwechsel ein Grund für das vermehrte Abdriften von alten Unternehmen in den Konkurs zu sehen.

In der halbjährlich von Creditreform Luxemburg durchgeführten Untersuchung der Konkursursachen waren 2014 ca. 70 Prozent aller in Luxemburg in Konkurs gegangenen Unternehmen älter als 5 Jahre, davon 16 Prozent sogar älter als 15 Jahre. Zahlreiche „stille Konkurse“ durch Geschäftsschliessungen kommen hinzu, werden aber nicht entsprechend erfasst. Eine ausreichende Vorbereitung im Bereich der Unternehmensnachfolge fehle hier und laut Creditreform Luxemburg sei nun das Handeln der Unternehmer gefragt, um rechtzeitig Lösungen zu finden und nicht unter Zeitdruck zu geraten.

Oft stecke gar in den eigenen Führungskräften der potentielle Nachfolgeunternehmer. Auch durch die frühzeitige Zusammenarbeit mit öffentlichen Stellen wie der Handelskammer oder der Handwerkskammer und den Berufsverbänden könnten frühzeitig Lösungen vorbereitet werden.

Ebenfalls könnten Wettbewerber, als auch Lieferanten im Visier stehen, um erfolgversprechende Maßnahmen einzuleiten. Aus verständlichen Gründen sollte eine Bonitätsprüfung bei allen in Frage kommenden „Bewerbern“ vorangehen, damit ihre Situation sowie die berufliche Entwicklung beurteilt werden könne und präventiv der richtige Zielkorridor angesteuert werde, so Herbert Eberhard.

Nicht zuletzt liegt für den Unternehmer ein guter, auch letztlich bezahlter, Verkaufspreis im Focus, der nur mit einem gut für die Zukunft gerüstetem Unternehmen und einer dokumentierten Bonität erzielt werden kann.

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