Flüchtlinge: Bistum Trier und Caritas erweitern Hilfeleistungen für Flüchtlinge

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Domvikar Dr. Hans Günther Ullrich, Bischof Dr. Stephan Ackermann, die Diözesan-Caritasdirektorin Dr. Birgit Kugel und Bistumssprecher Dr. André Uzulis

TRIER. Das Bistum Trier stellt für die Flüchtlingshilfe in den nächsten fünf Jahren insgesamt acht Millionen Euro bereit. In einer heutigen Pressekonferenz in Trier informierten Bischof Dr. Stephan Ackermann, Diözesan-Caritasdirektorin Dr. Birgit Kugel und Domvikar Dr. Hans Günther Ullrich über die aktuellen Herausforderungen im Flüchtlingsthema, Hilfeleistungen des Bistums und die Verwendung der bereitgestellten Gelder.

Als dramatische Situation für Alle, Europa, der Bundesrepublik, den Ländern aber auch der Flüchtlinge selbst, beschreibt Bischof Dr. Stephan Ackermann den momentanen Zustand im Umgang mit dem Thema Flüchtlinge. Es brauche eine gesamteuropäische Lösung, so Ackermann, der in der aktuellen Situation aber auch eine Chance sieht, die die Länder der europäischen Union gemeinsam stemmen können.

Besonders den vielen ehrenamtlichen Helfern, im Bistum Trier sind es etwa 2000 Menschen, dankt der Bischof für ihr großes Engagement. Die gesellschaftliche Aufgabe sieht Ackermann nicht nur darin, eine Kultur des Willkommens zu pflegen, sondern gleichermaßen eine Kultur der Integration. Dabei sind ihm vor allem Themen wie der Spracherwerb und eine geeignete Arbeitssuche wichtig.
Als Teil der Gesellschaft, erklärt Ackermann, stehe auch das Bistum Trier in der Verantwortung zu unterstützen und für Akzeptanz und Mithilfe zu werben.

40 Immobilien der Kirchengemeinde, darunter viele Verwaltungsgebäude und etwa 20 Pfarrhäuser, sowie fünf weitere Wohnungen hat das Bistum Trier, das sich als Partner und Unterstützer der Netzwerke vor Ort sieht, den Flüchtlingen zum jetzigen Zeitpunkt zur Verfügung gestellt. Zwölf weitere Objekte zur Unterbringung der Flüchtlinge stehen aktuell in Verhandlungen.

In einem 5-Jahresplan und mit Hilfe von 1,57 Millionen Euro, die das Bistum Trier (1,07 Millionen Euro) gemeinsam mit der Caritas (500.000 Euro) aus Rücklagen zur Verfügung stellt, sollen den ehrenamtlichen Helfern und den Menschen vor Ort Hilfestellungen und Ressourcen gestellt werden. Damit möchte das Bistum die Qualifikation, Fortbildung und Begleitung ehrenamtlicher Helfer unterstützen. Bereits heute gibt es über 100 Initiativen in den Dekanaten und Gemeinden.

Das Hilfsprogramm des Bistums Trier bestehe aus insgesamt sechs Bausteinen, erläutert Domvikar und Leiter der Abteilung Ehrenamt, Bildung und Gesellschaft im Bischöflichen Generalvikariat, Dr. Hans Günther Ullrich. Die sechs Maßnahmenbereiche sind Wohnen, Spracherwerb und Kommunikation, Integration in Arbeit, Teilhabe am sozialen Leben, Verfahrensbegleitung und Hilfe bei der Trauma-Bewältigung.

In diesen Bereichen ist nicht nur das Ehrenamt, sondern auch das Expertenwissen von Fachkräften gefragt, stellt Ullrich klar und betont, dass eine langfristige Tragfähigkeit der gestellten Hilfeleistungen nur durch ein stabiles Unterstützungssystem, wie es die Caritas biete, möglich sei. In den 32 Dekanaten des Bistums gibt es eine enge Verknüpfung mit den Caritasmitarbeitern. Der im Sommer 2014 vorgestellte Flüchtlingsfonds des Bistums und des Caritas-Verbandes in Höhe von rund 400.000 Euro ist abgerufen worden.

Für die Beratung von Flüchtlingen, auch in Asylfragen, sollen die örtlichen Caritasverbände im Bistum personell verstärkt werden, erklärte die Diözesan-Caritasdirektorin Birgit Kugel. Neben den bereits vorhandenen 50 Vollzeitstellen, werden elf neue Vollzeit- und zwölf Teilzeitstellen ausgeschrieben. Die Ehrenamtskoordination, die Flüchtling-Verfahrensbegleitung und die Trauma-Verarbeitung sollen dabei gestärkt und unterstützt werden.

Auch Kugel hofft somit einen Beitrag zur Verbesserung der Flüchtlingslage leisten zu können, die sie als gesamtgesellschaftliche Herausforderung von Staat, Kirche, Gemeinden und Zivilgesellschaft sieht.

1 KOMMENTAR

  1. Hervorragende Entscheidung von unserem Bischof Dr. Stephan Ackermann!

    Gestatten Sie mir eine Frage, sind unter d. kirchlichen Dienerschaft auch Exorzisten dabei, ich meine speziell für den Umgang mit evtl. Islamnazis?

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