DGB: „Ausweitung des Niedriglohnsektors führt zu massiven Lohnverlusten“

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Bildquelle: pixabay

TRIER. Die Armutsgefährdung in Rheinland-Pfalz ist auf einem Rekordhoch. Alleine in der Region Trier sind mehr als 86 000 Einwohner betroffen. In Rheinland-Pfalz steigt die Anzahl der Menschen, die von Armut betroffen oder bedroht sind, von 14,5 Prozent innerhalb der letzten 10 Jahre auf 16,7 Prozent im Jahr 2014. In der Region Trier lag diese Quote 2014 bei Prozent. Das ergab eine Auswertung des Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) der Daten des Statistischen Bundes- und Landesamtes.

„Die Daten machen deutlich, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergeht.“, kommentiert James Marsh, DGB-Gewerkschaftssekretär für die Region Trier die amtlichen Zahlen. So sind nach DGB-Berechnungen mehr als 86 000 von knapp 520 000 Einwohnern in der Region Trier von Armut betroffen oder bedroht. Als von Armut bedroht gelten Menschen, denen weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens zur Verfügung steht. In Rheinland-Pfalz waren das 2014 für einen Ein-Personen-Haushalt 942 Euro im Monat.

Für Marsh lohnt auch ein Blick in die unterschiedlichen Armutsgefährdungsquoten von gesellschaftlichen Gruppen. So weisen die statistischen Daten für Erwerbslose eine Steigerung der Armutsgefährdungsquote in Rheinland-Pfalz von 47,8 Prozent im Jahr 2005 auf 54,3 Prozent in 2014 aus. Parallel stieg diese Quote bei den Geringqualifizierten von 26,3 Prozent auf 31,8 Prozent um stattliche 5,5 Prozentpunkte.

Überproportional ist der Anstieg der Armutsgefährdung bei Alleinerziehenden und den über 65-Jährigen. Bei den Alleinerziehenden stieg diese von 44,6 Prozent auf 50,6 Prozent, bei den über 65-Jährigen von 19,2 Prozent auf 23,2 Prozent. Eine ähnliche Entwicklung ist auf der anderen Seite der Alterspyramide festzustellen. So stieg die Quote in der Altersgruppe von 18 bis 25 Jahren im gleichen Zeitraum von 20 Prozent auf 24,1 Prozent.

Für diese Daten macht der DGB-Gewerkschaftssekretär vor allem die politischen Entscheidungen der vergangenen zwanzig Jahre verantwortlich: Die politisch gewollte Ausweitung des Niedriglohnsektors führe insbesondere bei den Geringqualifizierten und bei den Berufseinsteigern zu teils massiven Lohnverlusten. Andererseits blieben die Rentenkürzungsprogramme nicht ohne Folgen. Inzwischen ist mehr als jeder fünfte Rentner in Rheinland-Pfalz von Armut betroffen oder bedroht. Und alle angekündigten Hilfen für Alleinerziehende blieben scheinbar erfolglos. So bleiben Kinder ein Hauptarmutsrisiko.

5 KOMMENTARE

  1. Und wem dürfen wir dafür danken ?

    Der CDU und den wirtschaftliberalen als sie noch was zu sagen hatten und der SPD die mit Gerhard Schröder als Kanzler und der Agenda 2010 sowie den Hartz Gesetzen die soziale Marktwirtschaft endgültig über Bord geworfen hat.

    Anstatt dass Arbeitnehmenr und Arbeitgeber gleichermassen profitieren sind es jetzt die Firmenanteilsinhaber und die Vorstände die mit dem Anteilseignermehrwert das Geld abgreifen , den Gewinn steigern die Kosten minimieren und wo geht das am besten ? Beim Arbeitnehmer, den muss man in Angst versetzen dann kann man ihm immer weniger zahlen, bis die Armutsgrenze erreicht ist und der Gewinn in eine ausländische Holding überwiesen wird. Ach was ist der reine Kapitalismus so schön .

    • @ Kabumm:….Genau so ein dümmliches Gelabere wie Sie es bei Anderen immer anprangern! Was bitte hat ein mittelständiger Unternehmer mit „reinem Kapitalismus“ zu tun?

      • Das habe ich dann doch glatt vergessen zu differenzieren , ein mittelständiger Unternehmer ist doch heutzutage auch nur Sklave der Wirtschaftspolitik der IHK, der Handwerkskammer, der Berufsgenossenschaft und des Finanzamtes

  2. Der DGB kritisiert die Ausweitung des Niedriglohnsektors, und gleichzeitig plädiert er eine unkontrollierte Masseneinwanderung von meist Geringqualifizierten. Jedenfalls ist der DGB doch immer bei den ersten, die Zuwanderungskritiker als „Nazis“ verunglimpfen. Tja, leider realisiert der DGB nicht, daß Masseneinwanderung und eine Zurückdrängung des Niedriglohnsektors sich gegenseitig ausschließen. Ein hohes Angebot auf dem Arbeitsmarkt führt zu Lohndruck zu Lasten der Arbeitnehmer. Da der DGB die Interessen von Arbeitnehmern längst nicht mehr vertritt, sondern stattdessen gemeinsam mit der Antifa „Rechtspopulisten“ jagt, fällt das wohl keinem auf.

  3. Egal, unsere neuen Fachkräfte (ich meine die Trittbrettfahrer, die die Asylwelle zur Invasion missbrauchen, also keine echten Flüchtlinge) bringen das wieder in Ordnung. Sie werden uns beReichern.

    Wir sind doch ein reiches Land… müssen dennoch bereichert werden. Jetzt sind wir wieder arm? Wie denn jetzt? Ist nicht doch alles super hier? Gibt es dennoch Baustellen und marode Schulen? Billiarden von Schulden?

    Naja.. Außerdem: Was ist besser: Ausländerfeindlich (rechts) oder inländerfeindlich (links) zu sein? Ich kann es nicht beantworten. Bilden Sie sich eine eigene Meinung… solange sie das noch dürfen

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