„Und er gürtete den Schuh“ – Kunstinstallation zum Thema Fluchterfahrungen

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Johannes Eiswirth, Wolfgang Vierbuchen und Gabriele Schulz / Foto: Bistum Trier

PRÜM. Abgewetzt und zerschlissen sehen sie aus. Zwar sind diese 52 Paar lebensecht aussehenden Schuhe „nur“ aus Zellulose, aus alten Zeitungen, gefertigt, doch sollen sie die Besucherinnen und Besucher zum Nachdenken über reale Fluchterfahrungen anregen.

In der ehemaligen Kapelle des Konvikts in Prüm ist bis zum Sonntag, 27. September, eine Kunstinstallation unter dem Motto: „Und er gürtete den Schuh“ der sauerländischen Künstlerin Gabriele Schulz zu sehen.

Neben den konkreten Angeboten für Flüchtlinge – zum Beispiel Sprachkurse – wollte die Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) Westeifel mit der Ausstellung auch noch „einen anderen Blick auf die Thematik öffnen“, einen der auf künstlerische Art zum Nachdenken anregen und sensibilisieren soll. Die Darstellung von Schuhen könne viele Geschichten erzählen, das finge schon bei der Materialauswahl an. Sie bestehen aus altem Zeitungspapier, das für Nachrichten und Reportagen stehe, also in einem Bezug zum Zeitgeschehen.

Die Kunstinstallation verweist darauf, dass Flucht nicht nur ein aktuelles Thema ist, sondern gerade auch in der Eifel zur Geschichte gehört. Angefangen bei den Germanen und Römern, über Pest- und Hungerzeiten im Mittelalter und die frühe Neuzeit, bis hin zu Flucht- und Auswanderungswellen in den letzen beiden Jahrhunderten: Diese Erfahrungen gehörten auch in unserer Region zu manch einer Familiengeschichte.

Einen weiteren Blick bringt Johannes Eiswirth vom Dekanat St. Willibrord Westeifel mit ein: „Der Glaube an Gott ist nicht an einen Ort gebunden, sondern ist auf dem Weg“, sagt er schon in Hinblick auf die Fluchterfahrungen des alttestamentarischen Volkes Israel. Die Ausstellung habe daher auch eine spirituelle Komponente. Das Thema Flucht sei zudem gleichzeitig alt und aktuell.

Die Ausstellung ist geöffnet von Donnerstag bis Sonntag zwischen 16 und 19 Uhr. Für Gruppen und Schulklassen sind Sonderführungen nach Vereinbarung möglich.

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