Training der Gladiators – Die Vision des Marco van den Berg

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Engagiert und emotional: Gladiators Headcoach Marco van den Berg (rechts) mit Jugendtrainer Simon Frey. Foto: Helmut Thewalt

TRIER. Wie schaffe ich eine bessere Grundlage für nachhaltigen Erfolg? Wie gelingt es mir, den Identifikationsfaktor mit einem Verein nach oben zu schrauben? Wie generiere ich gute, junge und bestens ausgebildete Spieler die ihre Wurzeln in der Region haben? Mit einer guten Jugendarbeit in allen Altersklassen und Durchlässigkeit bis zum Profikader.

Gladiators-Trainer Marco van den Berg weiß, wovon er spricht, schließlich war er vor seinem Wechsel nach Trier in Groningen in seiner holländischen Heimat in einer Basketball-Akademie tätig und schließlich hat Ajax Amsterdam den großen Clubs Europas jahrzehntelang vorgemacht, dass man den Nachteil, weniger Geld zu haben, mit vorbildlicher Jugendarbeit wettmachen kann.

„Es ist zunächst nur eine Vision“, sagt Patrick Börder, wie James Marsh und Wolfgang Esser Teil des Sportlichen Beirats des ProA-Ligisten, „und wir sind hier, um uns mit Ihnen auszutauschen.“ Der niederländische Headcoach ist in Trier „mit offenen Augen herumgefahren“, und hat bei dieser etwas anderen Sightseeing-Tour auf größere leer stehende Gebäude geachtet. „Ich habe einige interessante Komplexe gesehen“, sagt van den Berg, „wenn wir eine dieser Räumlichkeiten haben und mit einem Parkettboden und Korbanlagen ausstatten könnten, könnten wir los legen.“

Was dem Trainer vorschwebt: ein größeres Gebäude oder auch eine Halle, die der Verein nutzen kann, unterstützt von Sponsoren mit einem Boden und Korbanlagen ausgestattet, „die es uns dann ermöglichen, dem Nachwuchs rund um die Uhr qualitativ hochwertiges Training anbieten.“

Nicht zuletzt wegen der katastrophalen Hallensituation in der Stadt kann von Nachwuchsförderung im Basketball derzeit nicht gesprochen werden. Simon Frey, Trainer der U16, wurde für zwei Mannschaften eine einzige Trainingseinheit zugeteilt. Das gab van den Berg, den Anstoß, andere Denkmodelle zu entwickeln.

Ob seine Idee umsetzbar ist? Der 50-Jährige ist überzeugt davon, dass seine Vorstellungen Wirklichkeit werden können. Man müsse es nur wollen und das Projekt ohne Vorbehalte angehen. „Erst kommt die Kultur, dann die Struktur“, sagt er. Er will mittel- und langfristig nicht darauf angewiesen sein, junge deutsche Spieler von außerhalb zu verpflichten. Ein solches Projekt ist unzweifelhaft interessant, es ist aber auch nur umsetzbar, wenn van den Bergs Denkansatz bei Politik und Wirtschaft auf offene Ohren stößt.

Manager Michael Lang stellt das neue Gladiators-Team beim öffentlichen Training vor. Foto: Helmut Thewalt
Manager Michael Lang stellt das neue Gladiators-Team beim öffentlichen Training vor. Foto: Helmut Thewalt

Einen Vertrauensvorschuss bei den Fans haben der Headcoach und sein neues Team offensichtlich. Rund 300 Basketball-Anhänger waren zum ersten öffentlichen Training in die Arena gekommen, um das neue Team einmal persönlich in Augenschein zu nehmen. Nach dem Aufwärmen wurden zwei Teams gebildet, die in einem lockeren Spielchen ihr Können zeigen konnten. Rückschlüsse auf das Leistungsvermögen lassen diese Eindrücke nicht zu – den Fans aber gefiel der Auftritt. Mehrfach gab es Szenenapplaus bei gelungenen Aktionen, und am Ende der Einheit wurde der Kader mit lang anhaltendem Beifall verabschiedet.

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