Die WRC-Stars sind heiß auf die ADAC Rallye Deutschland

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Foto: ADAC Motorsport

Bildquelle: Pressebesprechung ADAC 2015, ADAC Motorsport

TRIER. Thierry Neuville (BEL) möchte in Deutschland wieder auf das Podium. Das erklärte der belgische WRC-Profi heute beim offiziellen Pressegespräch im Vorfeld der ADAC Rallye Deutschland.

Keine einfache Aufgabe für den 27-Jährigen, schließlich wird die FIA Rallye Weltmeisterschaft derzeit von den Volkswagen-Piloten dominiert. Und die sind heiß auf den ersten Heimsieg des deutschen Herstellers, wie Andreas Mikkelsen (NOR) betonte: „Wir sind hier, um zu gewinnen.“

Neben Thierry Neuville und Andreas Mikkelsen stellten sich auch die WRC-Stars Mads Østberg (NOR) und Ott Tänak (EST), sowie der ADAC Stiftung Sport Förderpilot Fabian Kreim (GER) und der ADAC Opel Rallye Cup-Fahrer Yannick Neuville (BEL), Bruder von 2014-Sieger Thierry Neuville, den Fragen. Komplettiert wurde die Gesprächsrunde im Trierer Frankenturm durch den Rallye-Leiter Alfred Rommelfanger.

Die Vorfreude auf die dreizehnte Auflage des deutschen Laufs zur FIA Rallye-Weltmeisterschaft war bei allen Gesprächsteilnehmern spürbar – vor allem da Rallye-Leiter Alfred Rommelfanger zahlreiche Neuerungen ankündigte: „Wir haben die ADAC Rallye Deutschland weiterentwickelt, um die Attraktivität für die Fans und Fahrer erneut zu erhöhen. Es gibt mehr Wertungsprüfungen als im Vorjahr, längere Strecken und neue Abschnitte – die besten Voraussetzungen, um noch mehr spektakuläre Action zu erleben. Auch das Rahmenprogramm ist weltmeisterlich.“

Zu den wichtigsten Neuerungen der ADAC Rallye Deutschland gehört das Geschehen auf dem Truppenübungsplatz Baumholder am Samstag. In der dortigen Arena Panzerplatte stehen insgesamt fünf Wertungsprüfungen auf dem Programm, drei davon im spektakulären Sprintformat. Für Thierry Neuville ein absolutes Highlight: „Die Atmosphäre auf der Panzerplatte ist einmalig. Sogar im WRC-Auto bekommt man davon etwas mit. Ich hoffe, dass wir dort in diesem Jahr ebenso viele belgische Flaggen von unserer Fans sehen werden wie 2014.“

Auch Andreas Mikkelsen freut sich auf die Panzerplatte: „Der dreifache Sprint ist für die Zuschauer extrem spannend. Für uns Fahrer ist aber auch die lange Prüfung eine große Herausforderung. Hier muss man über eine Distanz von 45 Kilometern voll konzentriert sein, denn die Hinkelsteine entlang der Strecke sind tückisch.“ Zwischen den Panzerplatten-Prüfungen erwartet die Fans ein musikalisches Highlight: Die Band Revolverheld tritt auf der Volkswagen-Bühne auf und wird für die Rallye-Fans ein exklusives Konzert geben.

Eine sportliche Bereicherung der ADAC Rallye Deutschland ist das Comeback von zwei Wertungsprüfungen (WP): Die WP Mittelmosel führt die Teams am Freitag durch die Weinberge. Bei der WP Bosenberg geht es am darauffolgenden Tag in der Nähe von St. Wendel zur Sache. Eine wichtige Neuerung bietet auch die Dhrontal-Prüfung, deren zweiter Durchgang als Power Stage zählt. Hier können die Teams am Sonntag noch einmal wertvolle Zusatzpunkte für die Weltmeisterschaftswertung sammeln. Auch für die Fans ist diese Weinberg-Etappe mit dem berühmten Zuschauerpunkt „Galeria Dhron“ ein spektakulärer Abschluss.

Ohnehin sind die Weinbergprüfungen für die meisten Teilnehmer das Salz in der Suppe der ADAC Rallye Deutschland, so auch für Mads Østberg: „Bei der ADAC Rallye Deutschland ist Vielseitigkeit gefragt – vor allem in den Weinbergen. Hier hast du permanente Tempo- und Richtungswechsel auf einem sehr engen Kurs. Da bleibt kein Platz für Fehler.“ Respekt vor den Spitzkehren hat auch Ott Tänak: „Das ist wirklich eine extreme Herausforderung, denn beim Schneiden der Haarnadelkurven kommt immer etwas Dreck auf die Strecke und der Grip kann schlagartig wechseln.“

Für die Nachwuchs-Piloten Fabian Kreim und Yannick Neuville ist die ADAC Rallye Deutschland das Saisonhighlight. Der 22-jährige Kreim ist Förderpilot der ADAC Stiftung Sport und tritt mit seinem SKODA Fabia R5 in der WRC 2 Wertung des deutschen FIA Rallye-Weltmeisterschaftslaufs an: „Ich freue mich auf meinen Start. Es ist immer gut, sich mit der internationalen Konkurrenz zu messen – dafür bietet mir die ADAC Rallye Deutschland eine ideale Plattform.“

Zum Starterfeld des ADAC Opel Rallye Cup gehört auch Yannick Neuville. Europas größter Rallye-Markenpokal trägt im Rahmen der ADAC Rallye Deutschland zwei Läufe aus, auf die sich der 24-jährige Bruder von Thierry Neuville besonders freut. „Die ADAC Rallye Deutschland habe ich schon als Kind verfolgt. Mein Bruder und ich stammen ganz aus der Nähe der Rallye-Region, daher freue ich mich darauf, dass viele Freunde vor Ort dabei sein werden, um uns die Daumen zu drücken.

Die Besucher der ADAC Rallye Deutschland dürfen sich nicht nur auf mehr Rallye-Action als in den vergangenen Jahren freuen, sondern auch auf eine hochkarätiges Rahmenprogramm. Den Auftakt bildet der Donnerstagabend ab 20 Uhr vor der illuminierten Porta Nigra in Trier.

Zuvor gibt es eine Autogrammstunde mit den WRC-Stars auf dem Trierer Hauptmarkt um 19.30 Uhr.

Für spektakuläre Abwechslung sorgt dort unter anderem der Auftritt von Jorge „Viki“ Gómez, einem BMX-Profis aus dem Red Bull Team. Dreh- und Angelpunkt der ADAC Rallye Deutschland ist während der vier Rallye-Tage der Servicepark auf dem Messegelände Trier. Hier bereiten die Teams die Fahrzeuge vor und die Fans sind hautnah dabei. Darüber hinaus ist der Servicepark eine beliebte Anlaufstelle mit Fan-Shops, Info-Punkt, Essen und Trinken, Sanitäranlagen, Arzt und zahlreichen weiteren Einrichtungen.

Die wichtigsten O-Töne des Pressegesprächs:

Alfred Rommelfanger (Rallye-Leiter ADAC Rallye Deutschland):
„Wir sind startklar. Nach zwölf Monaten der Vorbereitung freuen wir uns, dass es jetzt losgeht und alle Bausteine nahtlos ineinandergreifen können. Die Durchführung der ADAC Rallye Deutschland ist eine große Gemeinschaftsleistung: Alle 18 Regionalclubs des ADAC sind daran beteiligt und über 3.000 ehrenamtliche Helfer aus ganz Deutschland tragen zum Erfolg bei. Neben der Koordination besteht die größte Herausforderung für uns im Organisationsteam darin, die Veranstaltung ständig weiterzuentwickeln. 2015 werden wir daher wieder einige Neuerungen erleben, mit denen wir die Attraktivität weiter steigern. Neben den sportlichen Aspekten zählen für uns dabei vor allem auch Faktoren wie Sicherheit und Umweltschutz, bei denen die ADAC Rallye Deutschland seit jeher eine Vorreiterrolle spielt.“

ADAC Rallye Deutschland - Rallye-Leiter Alfred Rommelfanger // Foto: ADAC Motorsport
ADAC Rallye Deutschland – Rallye-Leiter Alfred Rommelfanger // Foto: ADAC Motorsport

Andreas Mikkelsen (Volkswagen Motorsport):
„Für Volkswagen Motorsport ist der Sieg in Deutschland eine Frage der Ehre. Als deutscher Hersteller, willst du natürlich deine Heim-Rallye gewinnen. Aber das ist gar nicht so einfach. Die ADAC Rallye Deutschland hat ihre eigenen Gesetze. Da sind die tückischen Weinberge mit den unzähligen Kehren, in denen man viel Zeit liegen lassen kann. Und dann natürlich die Panzerplatte in Baumholder, die den Teams und den Fahrzeugen alles abverlangt. Die Reifen und die Konzentration sind hier extrem gefordert. In diesem Jahr noch mehr, denn die Strecke ist länger und wir haben eine Sprintprüfung mehr. Als Fan würde ich mich daher auch auf der Panzerplatte aufhalten, denn hier bekommt man von einem Standort aus sehr viel Rallye-Action geboten.“

Mads Østberg (Citroën Total Abu Dhabi World Rally Team)
„Ich freue mich sehr auf die ADAC Rallye Deutschland. Citroën war hier immer schon sehr erfolgreich. Es kommen auch sehr viele Fans aus Frankreich hierher, um uns anzufeuern. Das ist natürlich eine großartige Unterstützung. Ich freue mich auch wieder, auf Asphalt zu fahren – dabei ist das in Deutschland auch eine Herausforderung: Denn obwohl man bei der ADAC Rallye Deutschland ständig auf Asphalt fährt, ist es doch nie derselbe Untergrund. Man braucht da immer eine gewisse Zeit, um sich daran zu gewöhnen.“

Thierry Neuville (Hyundai Shell World Rally Team):
„Wir gehen die ADAC Rallye Deutschland sehr zuversichtlich an und werden von der ersten Sekunde alles geben. Den Sieg des Vorjahres zu wiederholen, wird natürlich schwer. Volkswagen wird wieder stark sein und auch Citroën ist auf Asphalt sehr schnell. Das Besondere an der ADAC Rallye Deutschland ist aber, dass hier alles möglich ist – man muss nur die richtige Mischung aus Konzentration und Angriff finden. In der Vergangenheit ist uns das ganz gut gelungen. Ich freue mich auf alle Wertungsprüfungen – vor allem, wenn es am Freitag bei der WP Waxweiler gleich in meine Heimatregion geht. Hier werden bestimmt wieder viele Freunde von Yannick und mir vor Ort sein. Das war schon letztes Jahr ein sehr emotionales Erlebnis und wird es bestimmt auch diesmal.“

Ott Tänak (M-Sport World Rally Team)
„Seit Ende 2012 habe ich keine reine Asphalt-Rallye mehr mit einem WRC-Fahrzeug bestritten. Von daher wird es sicher spannend, wie schnell wir sein können. Mir macht es viel Spaß, auf Asphalt zu fahren, und mit dem neuen Fahrzeug haben wir auch schon zahlreiche Asphalt-Tests absolviert. Trotzdem haben die anderen Teams hier mehr Erfahrung, so dass wir die Rallye Wertungsprüfung für Wertungsprüfung angehen müssen. Die Bedingungen auf den einzelnen Prüfungen unterscheiden sich sehr stark voneinander und auf diesen tückischen Strecken unterläuft einem schnell ein Fehler – insofern ist das für uns die beste Strategie. Sicherlich keine leichte Aufgabe, aber auch eine sehr reizvolle. Wenn dann noch wechselhaftes Wetter dazukommt – wie vergangenes Jahr – ist jedes Team für eine Überraschung gut.“

Yannick Neuville (ADAC Opel Rallye Cup)
„2014 war ich schon mit dem ADAC Opel Rallye Cup bei der ADAC Rallye Deutschland am Start und bin Achter geworden. Das möchte ich natürlich toppen. Und die Vorzeichen stehen gut: Ich bin im ADAC Opel Rallye Cup gut unterwegs und konnte bei der ADAC Hessen Rallye Vogelsberg meinen ersten Sieg einfahren. Ich gewinne von Rallye zu Rallye an Erfahrung – auch international, denn der Markenpokal hat sich zu einer echten Größe im europäischen Rallye-Sport entwickelt. Die ADAC Rallye Deutschland liegt mir sehr. Ich mag den vielseitigen Charakter. Außerdem haben mein Bruder und ich hier fast so etwas wie ein Heimspiel.“

Fabian Kreim (SKODA Auto Deutschland / Förderpilot ADAC Stiftung Sport):
„Obwohl ich schon zum dritten Mal bei der ADAC Rallye Deutschland starte, ist es für mich nach wie vor etwas ganz Besonderes. Am meisten freue ich mich auf die Wertungsprüfungen in den Weinbergen und auf die Panzerplatte in Baumholder – ein extrem anspruchsvolles Terrain, auf dem volle Konzentration gefragt ist. Leider werde ich daher auch keine Möglichkeit haben, das Revolverheld Konzert zu verfolgen. Die ADAC Rallye Deutschland ist eine gute Gelegenheit, um mich als Förderpilot der ADAC Stiftung Sport in einem hochklassigen internationalen Umfeld zu beweisen.“

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