Update Fußball-Oberliga: Salmrohrer Fehlstart ist perfekt

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Der Salmrohrer Deniz Siga (links) im Zweikampf mit Thomas Klasen Foto: Peter Kranz

SALMROHR. Der FSV Salmrohr hat einen veritablen Fehlstart in die neue Saison der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar hingelegt. Im zweiten Spiel kassierte die Elf von Paul Linz die zweite Niederlage. Dem 1:3 beim FSV Jägersburg ließen die Salmtaler ein 2:3 (0:3) auf heimischem Rasen gegen den FC Blau-Weiß Karbach folgen. 425 Zuschauer sahen einen verdienten Sieg der Gäste.

„Der Pokal kostet Punkte“, hatte Linz schon vor dem Duell mit Bochum orakelt – er sollte Recht behalten. Bei der Niederlage gegen Karbach fehlte den Hausherren bis in die absolute Schlussphase hinein jegliches Mittel, um ein besseres Resultat zu erzielen. Optisch waren die Gastgeber in der ersten Halbzeit total überlegen, auch nach dem Wechsel spielbestimmend, in den ersten 20 Minuten aber sehr pomadig. Mit hoher Agressivität, die in einzelnen Aktionen an der Grenze des Erlaubten war und mit vielen Mätzchen, ob permanentes Zeitschinden oder Schaupspielerei (Thomas Klasen!) zogen die Blau-Weißen dem Favoriten den Zahn.

Schon nach vier Minuten kassierten die Hausherren den ersten Nackenschlag. Oscar Feilberg ging über rechts auf und davon, narrte gleich drei Gegenspieler und flankte aus vollem Lauf in die Mitte, wo Enrico Köppen souverän per Kopf vollendete.

Scheinbar unbeeindruckt zog der FSV sein Kombinationsspiel auf. Da Karbach sich bei gegnerischem Ballbesitz weit zurückzog – vorne lauerte nur der bärenstarke Köppen – war aber kaum Platz vorhanden. Nach vier oder fünf Passfolgen ging der Linz-Elf regelmäßig der Platz aus. Chancen ergaben sich nur aus Fernschüssen von Sebastian Ting (20.) und Timo Heinz (29.), der mit einem 30-m-Hammer nur die Latte traf. Vor der größten Salmrohrer Gelegenheit musste Daniel Ternes aber bereits den zweiten Ball aus seinem Kasten holen. Nach einem Gewusel an der Strafraumgrenze kam Köppen zum Abschluss und traf zum 0:2.

Es ging weiter wie zuvor. Spielerisch war der FSV klar besser, war fast ständig in Ballbesitz, kam aber nicht zum Abschluss. Der dritte Schuss auf das Tor der Gastgeber führte zum 0:3. Köppen narrte die komplette Abwehr der Hausherren, ließ nacheinander Daniel Schraps, Lars Schäfer und Daniel Bartsch aussteigen und passte dann zu Maximilian Junk, der Ternes nicht den Hauch einer Chance ließ.

Nach dem Wechsel besserte sich nichts – im Gegenteil. Während der FSV jetzt auch die spielerische Linie suchte, brannte es oft lichterloh im Strafraum. In der 50. Minute hätte das 0:4 fallen müssen. Köppen traf den Pfosten, seinen Nachschuss konnte Ternes mit Mühe abwehren, Thomas Klasen zog erneut ab, traf aber Daniel Bartsch, der auf der Linie klärte. Nach einer Stunde die nächste Großchance für die Gäste, als der Ex-Salmrohrer Julian Hohns nach einer Kombination über Klasen und Puttkammer vergab.

Erst danach bekamen die Hausherren wieder Zugriff auf die Partie. Jetzt zeigte sich auch, dass der bis dahin beschäftigungslose Schlussmann Florian Bauer ein Unsicherheitsfaktor war. Schon beim Lattenschuss in der ersten Halbzeit hatte er nicht reagiert, jetzt sah er einem weiteren Fernschuss von Heinz nur hinterher. Kurz darauf hatte er große Mühe mit einem Schuss von Ricardo Couto Pinto und griff er noch zweimal daneben. Eine Flanke von Michael Kohns ließ er ins lange Eck durchrutschen, danach landete ein 18-m-Freistoß von Bartsch im unteren linken Eck. Leider ließ der nicht immer souveräne Schiedsrichter Alexander Mürtz nur zwei Minuten nachspielen – wegen der permanenten Mätzchen der Karbacher wären mindestens fünf Minuten angebracht gewesen. Sekunden nach dem Anschlusstreffer war Schluss im Salmtalstadion.

Gästetrainer Thorsten Schmidt lobte seine Elf: „Wir wissen, dass wir nur eine Chance haben, wenn wir an der Leistungsgrenze spielen. Und das haben wir heute gegen einen spielerisch starken Gegner getan.“ Paul Linz war natürlich enttäuscht: „Ich darf nicht alles sagen, was mir im Kopf umhergeht, sonst muss ich morgen vielleicht einiges zurücknehmen. Bei uns geht nach vorne nix, hinten lassen wir die Dinger rein. Uns hat die Aggressivität gefehlt, wir kamen nicht in die Zweikämpfe, und deshalb haben wir verloren. Wir werden an den Problemen arbeiten.“
Viel Zeit bleibt erst einmal nicht, denn schon am kommenden Samstag kommt Borussia Neunkirchen ins Salmtalstadion. Und die Saarländer haben wegen der drohenden Insolvenz nichts zu verlieren.

FSV Salmrohr – FC Karbach 2:3 (0:3)
FSV Salmrohr: Daniel Ternes – Daniel Braun, Lars Schäfer, Daniel Schraps (53. Gianluca Bohr), Daniel Bartsch, Michael Kohns – Sebastian Ting (55. Fabian Helbig), Timo Heinz – Tim Hartmann (53. Meliani Saim), Ricardo Couto Pinto – Deniz Siga

Tore: 0:1, 0:2 (4./27.) Enrico Köppen, 0:3 (40.) Maximilian Junk (40.), 1:3 (88.) Michael Kohns, 2:3 (90.+2) Daniel Bartsch

Schiedsrichter: Alexander Mürtz – Zuschauer: 425

Der Salmrohrer Deniz Siga (links) im Zweikampf mit Thomas Klasen Foto: Peter Kranz
Der Salmrohrer Deniz Siga (links) im Zweikampf mit Thomas Klasen Foto: Peter Kranz

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