DFB-Pokal: Für Salmrohr ist am Sonntag Zahltag

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Paul Linz bittet zum Tanz. Hier im Training - und hoffentlich auch morgen im Spiel. Foto: Ferdinand Kinkel

SALMROHR. „Der Pokal ist die einzige Möglichkeit für die Spieler, dem Verein etwas zurückzugeben.“ Dieser Satz stammt von Paul Linz und fiel in der Pressekonferenz nach dem Rheinlandpokalsieg des FSV Salmrohr in Polch. Nun ist Zahltag – und zwar morgen im Duell der 1. DFB-Pokalhauptrunde gegen den VfL Bochum (14.30 Uhr, Salmtalstadion).

Genau genommen hat das Team ja bereits gezahlt, denn rund 150 000 Euro spült dieses Spiel in die Kassen der Salmtaler. An weitere mögliche Einnahmen, die im Falle eines Sensationssieges fließen können, will derzeit in Salmrohr niemand denken.

Bisher fehlte noch der Standardsatz, dass der Pokal seine eigenen Gesetze hat, andere Binsenweisheiten waren und sind dagegen schon zu hören – auf beiden Seiten. Bochums Coach Gertjan Verbeek hat vorsorglich schon mal vor dem Gegner gewarnt: „Wir müssen die Aufgabe ernst nehmen, sonst kann der Schuss nach hinten los gehen.“ Passend dazu sagt Linz: „Wir sind klarer Außenseiter. Das heißt aber auch, dass wir nichts zu verlieren haben.“ Der 59-Jährige ist nicht dafür bekannt, kleinlaut zu sein. Selbst wenn es gegen scheinbar übermächtige Gegner geht, lautet die Formel kurz und knapp: „Ich will gewinnen.“ Er schiebt noch den Satz hinterher: „Ich will jedes Spiel gewinnen, ob es dann gelingt, ist eine andere Sache.“

Wie es denn gelingen könnte, dem VfL ein Bein zu stellen, bleibt zunächst sein Geheimnis: „Das verrate ich nicht.“ Dieser Aussage liegt kein Geheimplan zugrunde. „Ganz ehrlich, ich weiß noch nicht, wie ich spielen lassen werde“, sagt Linz, der aber schon mal die Grundvoraussetzung nennt, um die nächste Runde zu erreichen: „Wir müssten sehr gut, Bochum sehr schlecht spielen. Wenn das nicht eintrifft, passiert nichts.“ Eine Erwartung hat der Coach aber noch an seine Schützlinge: „Ich will sehen, dass sie mit Leidenschaft ihre Chance suchen.“

„Selbst in Führung gehen und vielleicht für etwas Verunsicherung beim Gegner sorgen“, wäre eine weitere Voraussetzung, um von einem Sieg zu träumen. „Du kannst dieses Spiel aber auch mit vier, fünf Toren Unterschied verlieren“, zeigt sich der FSV-Coach als Realist. Aber selbst wenn das passiert, haben wir aus einer zunächst verkorksten Saison 2014/15 noch eine gute gemacht. Und jetzt wollen wir vor allem eines: uns auf dieses Spiel freuen und das Duell mit einem Zweitligisten vor einer tollen Kulisse genießen. Über alles andere reden wir nach dem Schlusspfiff. Nach dem Spiel hat Linz übrigens schon eine Verabredung. Am Abend ist der FSV-Trainer Gast in der SWR-Sportsendung „Flutlicht“ (21.45 Uhr).

Im Lauf der Trainingswoche hat sich die Bänderverletzung von Ricardo Couto Pinto soweit gebessert, dass der 19-Jährige auf der Bank Platz nehmen kann. Wer die Startformation im ersten Duell beider Vereine bilden wird, lässt Linz noch offen. Schiedsrichter der Partie ist Patrick Schult aus Hamburg. Der 29-Jährige feiert am Sonntag seine DFB-Pokal-Premiere. Assistiert wird Schult im Salmtalstadion von den Linienrichtern André Schönheit aus Amelinghausen und Malte Göttsch aus Oering. Als vierter Offizieller steht Daniel Schlager aus Rastatt am Spielfeldrand.

Paul Linz. Foto: Werner Neujoks
Paul Linz. Foto: Werner Neujoks

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