Flüchtlinge: Trierer spenden – Grüne kritisieren die Stadt wegen Behinderung der Hilfsbereitschaft

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Dr. Monika Grundheber vom Zonta Club Trier mit drei afghanischen Jungs aus der Wohngruppe, Dr.Hildegard Müller vom Zonta Club Trier und Marius Graf von Palais e.V.

TRIER. Marius Graf betreut als Projektleiter der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Palais e.V. eine Wohngruppe mit minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen in Trier. Die Gruppe umfasst bis zu 22 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren, die hauptsächlich aus Syrien, Irak, Afghanistan, Pakistan, Eritrea und Albanien stammen.

Da es in der Wohngruppe an vielen wichtigen Dingen mangelte, hat der Trierer Student Cenin Özbek eine Spendenaktion initiiert und seine Bekannte, die Bibliotheksdirektorin Dr. Hildegard Müller, um ihre Unterstützung gebeten.

Als Vorstandsmitglied des Zonta Clubs Trier, startete sie einen Aufruf bei dessen Mitgliedern und ihren Mitarbeitern der Universitäts-Bibliothek Trier, so dass in kurzer Zeit Kleidung, Schuhe, Rucksäcke, Stifte und weitere wichtige Dinge für die hilfesuchenden Flüchtlinge zusammen kamen.

Besonders erfolgreich war Zonta Mitglied Dr. Monika Grundheber, die von der St. Barbara Apotheke in Trier eine Spende für eine dringend notwendige Waschmaschine einwarb.

Einen herzlichen Dank richtet der Zonta Club an alle Spender und auch die Jungs aus der Wohngruppe waren sehr dankbar über so viel Unterstützung aus der Bevölkerung.

Die Trierer Bundestagsabgeordnete Corinna Rüffer (Bündnis 90/Die Grünen), kritisierte heute unabhängig davon die Brandschutzauflagen der Stadt Trier und teilt mit, das diese die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen verhindere.

Corinna Rüffer betont, dass die Stadt Trier mit der Aufgabe, erstmals Flüchtlinge dauerhaft unterzubringen angesichts des angespannten Mietmarktes eine große Herausforderung zu stemmen habe. Anstatt hier aber alle Möglichkeiten zu nutzen, würde die Hilfsbereitschaft von potenziellen Vermieterinnen und Vermietern auf absurde Weise behindert.

„Was kann einem jungen Flüchtling besseres passieren, als ein Zimmer in einer zentral gelegenen Wohngemeinschaft zu finden, in der die Mitbewohnerinnen und Mitbewohner sich zudem bereit erklären, bei Behördengängen, Telefonaten, Spracherwerb und vielem mehr zu helfen? Die Stadt müsste begeistert sein: geringe Mietkosten und Integration quasi inklusiv. Anstatt aber einen Mietvertrag auf den Weg zu bringen, kommt die Feuerwehr und lässt den Traum zerplatzen: `Die brandschutztechnischen Voraussetzungen für eine Anmietung durch die Stadt sind nicht erfüllt`, kritisiert Rüffer.

Nachdem Rüffer solche Fälle im Wahlkreisbüro vorgetragen wurden, habe sie in anderen Städten nachgefragt, ob es dort vergleichbare Probleme gibt. „Meine Gesprächspartner waren sehr verwundert. Ein Verwaltungsbeamter aus Norddeutschland, selbst Mitglied in einer Freiwilligen Feuerwehr, sagte: `Warum sollten wir auf die Idee kommen, die Feuerwehr durch private Wohnungen zu schicken? Das ist doch Tinnef!` Er hat es auf den Punkt gebracht“, resümiert Rüffer.

Über den Zonta Club Trier

Der Trierer Zonta Club als Veranstalter der Matinee gehört zu einem weltweiten Zusammenschluss berufstätiger Frauen in verantwortlicher Position, die die Situation der Frau in rechtlicher, politischer, wirtschaftlicher und beruflicher Hinsicht verbessern wollen. Mitglieder aus verschiedenen Berufen leisten auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene persönliche, ideelle und finanzielle Hilfe. Die Clubs unterstützen Projekte, um Gewalt gegen Frauen und Kinder zu bekämpfen und ihnen Chancen einer besseren Lebensgestaltung zu eröffnen. Sie sind überparteilich, überkonfessionell und weltanschaulich neutral.

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