Update: Fußball-Oberliga: Mehring siegt – Salmrohr patzt

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MEHRING/HOMBURG. Aufsteiger SV Mehring ist mit dem erhofften Heimsieg gegen die Spvgg. Burgbrohl in die Saison der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar gestartet. In einer über weite Strecken gutklassigen Partie behielt der Neuling gegen den Rheinlandpokal-Finalisten mit 3:2 (1:1) die Oberhand. Einen Aufsteigersieg gab es auch in der Partie zwischen dem FSV Jägersburg und dem FSV Salmrohr. Die Saarländer schlugen den Favoriten mit 3:1 (1:0) und sorgten damit für Ernüchterung bei den Gästen.

SV Mehring – Spvgg Burgbrohl 3:2 (1:1)
Der SV Mehring hätte das Spiel deutlicher gewinnen müssen, hätte sich aber am Ende sogar noch fast um den verdienten Lohn gebracht. Die Moselaner hätten in der ersten halben Stunde schon für die Entscheidung sorgen können – ja, vielleicht sogar müssen.

Für den ersten Höhepunkt in einer bärenstarken Auftaktphase sorgte Matija Jankulica, der nach einer präzisen Flanke von Max Meyer den Kasten der Gäste nur knapp verfehlte – Schlussmann Michael Berg wäre chancenlos gewesen. Nur wenig später traf Neuzugang Sebastian Schmitt, der ein gutes Spiel machte, per Kopf gar nur die Latte. Damit nicht genug. Nach einem Zuspiel von André Petry hatte Albutrin Aliu eine Doppelchance, wurde dann aber von Berg, der zweimal gut pariert hatte, von den Beinen geholt. Andreas Hesslein trat zum Strafstoß an, schoss flach und hart ins untere linke Eck, aber Berg hielt.

Die kurioseste Szene und gleichzeitig die wohl größte Chance zur Führung vergab Marc Willems, der nach einem Traumpass von Jankulica frei vor Berg auftauchte, sich aber im Abseits wähnte und einfach austrudelte. Berg nahm die Kugel problemlos auf.

Klasse Einstand: Jan Brandscheid erzielte bei seinem Pflichtspieldebüt für Mehring einen Treffer. Foto: SV Mehring
Klasse Einstand: Jan Brandscheid erzielte bei seinem Pflichtspieldebüt für Mehring einen Treffer. Foto: SV Mehring

Das erste Lebenszeichen von den Gästen kam in der 25. Minute, als Philip Basquit einen harmlosen Ball von Norman Wermes zum Eckball durch die Hände gleiten ließ. Es war nicht die einzige Unsicherheit des Mehringer Torwarts an diesem Nachmittag. In der 26. Minute zappelte der Ball dann endlich im Burgbrohler Netz. Wieder initiierte Jankulica einen Angriff, setzte Johannes Diederich in Szene, der sofort abzog und den Pfosten traf. Den Abpraller schob Willems, jetzt voll konzentriert, über die Linie. Dem Jubel folgte der prompte Katzenjammer. Praktisch im Gegenzug traf der beste Burgbrohler, Torjäger Stefan Krämer, aus 18 m von drei Mehringern umzingelt in den Winkel.

Jetzt hatten die Gäste die Partie im Griff. Das Mehringer Spiel wurde immer statischer. Die Folge: viele Fehlpässe im Spielaufbau, die der Gast zu schnellen Gegenangriffen nutzte. Die größte Chance hatte der togolesische Nationalspieler Assimou Touré nach einem kapitalen Abspielfehler von Basquit, verfehlte aber knapp das Tor.

Trainer Frank Meeth hatte genug gesehen. Er stellte auf drei Spitzen um und stellte den laufstarken Dominik Kohl ins Mittelfeld. „Ohne ihn hätten wir das Spiel nicht gewonnen“, sagte Meeth später, musste aber auch bedauernd in Kauf nehmen, dass der angeschlagene Kohl sich erneut verletzte.

Aber mit Kohl übernahm Mehring wieder das Geschehen. Vor allem über die linke Seite, wo Kevin Heinz nicht zu stoppen war, stürzten die Hausherren ihren Gegner von einer Verlegenheit in die andere. Schmitt (50.) und Willems (58.) hatten erste Gelegenheiten, ehe dann das viel umjubelte 2:1 (64.) fiel. Jankulica, mit Heinz der überragende Mehringer Akteur schlug eine präzise Flanke auf Jan Brandscheid, der per Kopf die Führung erzielte. Zehn Minuten später legte der SVM nach: nach einer präzisen Flanke von Heinz setzte sich Schmitt per Kopf durch und traf in den Winkel.

Es schien alles gelaufen, erst recht, nach dem Wermes die Ampelkarte gesehen hatte. Aber die Hausherren brachten sich selbst noch einmal in die Bredouille. Basquit konnte einen Schuss des eingewechselten Sebastian Sonntag nur abklatschen – vor die Füße von Krämer – der nahm das Geschenk dankend an und erzielte den Anschluss. Jetzt war Panik angesagt. Sekunden vor dam Abpiff blockte Gjergj Prebreza einen Schuss von Krämer auf der Strafraumgrenze ab, dann war endlich Schluss.

Burgbrohls Trainer Klaus Adams, der aus dem Urlaub in Holland angereist war, hatte einen verdienten Mehringer Sieg in einem Duell zweier an sich gleichwertiger Mannschaften gesehen: „Wir hatten nur 15, 20 richtig gute Minuten. Vor allem defensiv fehlt uns noch die Abstimmung, weil unsere neuen Spieler erst sehr spät zu uns gewechselt sind.“

Frank Meeth freute sich über den wichtigen Auftaktsieg, „zwei sehr schön herausgespielte Tore“ und dachte nochmals an Kohl: „Ich habe ihn gebeten zu spielen. Das hätte ich vielleicht nicht tun sollen, weil ich weiß, dass er in einer solchen Situation niemals nein sagen würde.“ Selbstkritisch gab sich der Coach auch in Bezug auf die Schlussphase: „Wir dürfen niemals so ins Schwimmen geraten. Wir müssen da einfach kühlen Kopf bewahren. Und am besten vorher die vielen Chancen nutzen.“

SV Mehring – SpVgg Burgbrohl 3:2 (1:1)
SV Mehring: Philip Basquit – André Petry, Andreas Hesslein, Marcel Selmane, Kevin Heinz — Maximilian Meyer, Johannes Diederich (46. Domenik Kohl/82. Gjergj Prebreza) – Besart Aliu, Sebastian Schmitt – Marc Willems, Matija Jankulica

Tore: 1:0 (26.) Marc Willems, 1:1 (27.) Stefan Krämer, 2:1 (65.) Jan Brandscheid, 3:1 (73.) Sebastian Schmitt, 3:2 (89.) Stefan Krämer

Besondere Vorkommnisse: Andreas Hesslein (9./Mehring) scheitert mit Foulelfmeter an Torwart Michael Berg; Gelb-Rote Karte (78.) für Norman Wermes (Burgbrohl) wegen Meckerns
Schiedsrichter: Ingo Kreutz (Cochem) – Zuschauer: 352

FSV Jägersburg – FSV Salmrohr 3:1 (1:0)
Die Frage, ob er nach dem Ergebnis in Jägersburg sehr enttäuscht sei, beantwortete Paul Linz mit einer gehörigen Portion Sarkasmus: „Ich kann mich vor Lachen kaum noch halten.“ Die nächste Frage, ob er denn mit der Leistung an sich zufrieden gewesen war, beantwortete er noch knapper: „Zufrieden bin ich nie.“

Dann ging der Coach ins Detail: „Vom Ergebnis abgesehen, ist das Spiel so verlaufen, wie wir uns das gedacht haben“, sagte Linz weiter: „Wir hatten 75, 80 Prozent Ballbesitz, haben das Geschehen klar bestimmt, aber nicht mit letzter Konsequenz agiert. Und Jägersburg hat sich in jeden Schuss geworfen.“

Die Gäste gerieten schon früh durch einen Freistoß in Rückstand, der den Weg durch Freund und Feind hindurch in die Maschen fand. „Das hat Jägersburg natürlich in den Kram gepasst“, sagte Linz, danach konnten sie ganz auf Konter setzen. Und die nutzten sie zu den nächsten beiden Treffern nach dem Wechsel, die das Duell dann auch entschieden.

Der Treffer von Lars Schäfer, der einen zu kurz abgewehrten Freistoß über die Linie drückte, war nur noch Ergebniskosmetik.

Genauso enttäuscht wie Linz war auch Sportchef Karl-Heinz Kieren. „Wir haben zu viel zugeguckt und kein effektives Mittel gefunden, um die Abwehr der Jägersburger zu knacken.“

Am kommenden Sonntag empfängt der FSV Salmrohr die Bochumer in der ersten Runde des DFB-Pokals im Salmtalstadion. Anstoß ist um 14.30 Uhr. Kieren: „Wenn wir so spielen, wie gegen Jägersburg, wird das ein Debakel.“ Karten sind noch bis Freitag im Vorverkauf erhältlich. Infos zu den VVK-Stellen: www.fsvsalmrohr.de

FSV Jägersburg – FSV Salmrohr 3:1 (1:0)
FSV Salmrohr: Daniel Ternes — Michael Kohns (54. Gianluca Bohr), Lars Schäfer, Daniel Schraps, Daniel Braun — Daniel Bartsch, Timo Heinz — Tim Hartmann, Sebastian Ting (65. Meliani Saim), Fabian Helbig — Deniz Siga
Tore: 1:0 (8.) Matthias Stumpf, 2:0 (48.) Frederic Ehrmann, 3:0 (74.) Max Wettmann, 3:1 (79.) Lars Schäfer
Schiedsrichter: Patrick Kessel (Norheim) – Zuschauer: 400

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