Beim 29. Bitburger Tennis-Grand-Prix winkt ein Offensiv-Spektakel – Choinski trifft auf Neuchrist

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George von Massow (hinten) und Maximilian Neuchrist treffen im Doppelfinale auf Ugo Nastasi und Mike Scheidweiler aus Luxemburg. Foto: Markus Grundhöfer

TRIER. Beim Bitburger Tennis-Grand-Prix auf der Anlage des TC Trier wird in diesem Jahr eine Binsenweisheit ad absurdum geführt. „Offense wins games, defense wins championships“ heißt es im Englischen: Offensive gewinnt Spiele, Verteidigung gewinnt Titel.“ Das wird bei der 29. Auflage im Jahr 2015 anders ein, denn das Finale bestreiten der an Nummer 6 gesetzte Österreicher Maximilian Neuchrist und der an Nummer 7 gesetzte Deutsche Jan Choinski, beide angriffslustige Vertreter ihrer Sportart.

Das Finale könnte zu einem der spektakulärsten und hochrangigsten der letzten Jahre werden, wenn es beiden Akteuren gelingt, ihr Potential abzurufen. Über die Qualität der Finalteilnehmer konnten sich die Fans am Freitag auf der sehr gut besuchten Anlage ein Bild machen. Zum Auftakt machte Neuchrist mit Jean-Marc Werner kurzen Prozess. Der Wiener hatte seinem Kontrahenten schon nach drei Spielen im 1. Satz den Zahn gezogen. Da hatte Werner erst einen einzigen Punkt gemacht und sogar sein eigenes Aufschlagspiel zu Null verloren.

In der Folge hatte Neuchrist mehr Probleme mit einigen Wespen, die die Anlage für sich entdeckt hatten, als mit seinem Gegner. Nach nur 45 Minuten hatte der eloquente Wiener das Finale mit 6:1 und 6:4 gebucht und konnte sich auf das Doppel vorbereiten, in dem er mit seinem deutschen Partner George von Massow ebenfalls im Halbfinale stand.

Das Ergebnis des zweiten Halbfinales war zwar in der Summe ebenso deutlich, der Ablauf unterschied sich dennoch. Jan Choinski zog zwar mit 6:2, 6:1 souverän in das Finale ein, hatte dabei aber deutlich größeren Widerstand zu brechen. Der Italiener Matteo Fago, der am Vortag den hoch eingeschätzten Spanier Marc Giner aus dem Turnier geworfen hatte, konnte dem druckvollen Spiel des Deutschen nur seinen Kampfgeist entgegensetzen – und das reichte nicht.

Im Finale spricht die Erfahrung für Neuchrist, der schon fünf Einzeltitel gewonnen hat und deutlich länger auf der Tour ist – Choinski hat bisher einen Titel in seinem Erfolgsbuch stehen. Die aktuelle Form der beiden besten Spieler der Turnierwoche lässt jedoch ein ausgeglichenes und hochklassiges Match erwarten. Zwischen den Finals können die Besucher bei der großen Tombola erneut wertvolle Preise gewinnen.

Im Doppel haben die Luxemburger Ugo Nastasi und Mike Scheidweiler das Finale erreicht. Auf dem voll besetzten Court Nr. 1 setzten sie sich deutlich mit 6:3, 6:2 gegen das deutsch-russische Duo Julian Onken/Ilya Polonskiy durch.

Am Abend hatte der TCT zum Sommerfest geladen, bei denen die Besten des Vereins geehrt wurden. Als der Regen einsetzte, zogen die Tennisanhänger von der Terrasse ins Restaurant „La Palma“ um. Eine Verlagerung der Spielstätte steht auch für die Finals am Samstag an. Sollte die Witterung es nicht zulassen, wird aus der Freiluft- eine Indoor-Veranstaltung. Auf dem Vereinsgelände befindet sich eine Tennishalle mit drei Plätzen. Letztmals wurde dort im Jahr 1999 das Finale des Bitburger Tennis-Grand-Prix ausgetragen. Turnierdirektor Markus Grundhöfer nutzte die Anwesenheit der Tennis-Damen beim Gala-Abend schon mal dazu, eine Linienrichterinnen-Besetzung für die Finalspiele zu verpflichten. Aber, egal wo das Finale stattfindet, auch in diesem Jahr wird es wieder die große Tombola geben, bei der wertvolle Preise zu gewinnen sind.

Ergebnisse Halbfinale Einzel: Maximilian Neuchrist (Österreich/Nr. 6) – Jean-Marc Werner 6:1, 6:2,
Jan Choinski (Nr. 7) – Matteo Fago (Italien) 6:2, 6:1

Doppel: Ugo Nastasi/Mike Scheidweiler (Luxemburg) – Julian Onken (Deutschland)/Ilya Polonskiy (Russland) 6:3, 6:2, Maximilian Neuchrist (Österreich)/George von Massow (Deutschland/Nr. 3) – Felipe Mantilla (Kolumbien)/Goncalo Oliveira (Portugal/Nr. 2) 6:1, 6:2

Finals am Samstag
Einzel: Maximilian Neuchrist – Jan Choinski. Doppel anschließend: Ugo Nastasi/Mike Scheidweiler – Maximilian Neuchrist (Österreich)/George von Massow (Deutschland/Nr. 3)

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