Auf den Spuren von Dustin Brown

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Dustin Brown bei seinem Sieg im Jahr 2008 in Trier. Foto: Markus Grundhöfer

TRIER. Der Tennishöhepunkt in Trier geht in diesem Jahr eine Woche später als üblich vom 19. bis 25. Juli über die Bühne. Zum 29. Mal geht es beim Bitburger Tennis Grand Prix auf der Anlage des TC Trier am Moselstadion um insgesamt 10.000 Dollar Preisgelder und um Weltranglistenpunkte.

Ein Blick in die Starterlisten der Vergangenheit zeigt eindrucksvoll, dass die Future-Turniere und besonders das in Trier für etliche Spieler das Sprungbrett in die Weltklasse waren. Und nicht einmal alle von ihnen verließen die Courts am Moselstadion als Sieger. Nikolai Dawidenko, ein Spieler, der sich fast ein Jahrzehnt lang in den Top Ten der Weltrangliste hielt, wurde in Trier „nur“ Zweiter (2000). Die bekanntesten Namen der jüngeren Vergangenheit sind Grigor Dimitrov, der 2010 in Trier gewann und Dustin Brown, der Sieger von 2008.

Vor zwei Wochen sorgte der in Celle geborene Brown mal wieder für Tennisfieber in Deutschland, als er in Wimbledon, im Mekka des Weißen Sports, mit dem Spanier Rafael Nadal Katz und Maus spielte. Die Resonanz nach dem Sieg, vor allem aber der Art und Weise, wie er errungen wurde, war überwältigend. Brown wurde weltweit gefeiert, selbst der große John McEnroe zeigte sich begeistert. Langjährige Fans des Trierer Turniers erinnern sich noch sehr gut an den „Rastaman“, der auch bei seinen Teilnahmen in Trier auf das Teamhotel verzichtete und stattdessen in seinem Wohnmobil auf der Anlage des TCT übernachtete.

Brown ist nicht nur ein Beispiel dafür, dass auch die Topstars der Szene mal ganz klein angefangen haben, sondern auch, wie mühsam der Weg nach oben ist. Manche brauchen Jahre, bevor sie in den Regionen um Rang 100 in der Weltrangliste angelangt sind. Erst dann ist der Eintritt zu den großen Turnieren gesichert, bei denen dann auch die großen Preisgelder verteilt sind.

Im Vorjahr strich Peter Torebko die Siegprämie von 1.300 Dollar ein. Alle die hinter ihm landeten, mussten sich mit wesentlich weniger zufrieden geben. Das gilt auch im Jahr 2015. Der Finalist kann 900 Dollar einstreichen. Wer die erste Runde übersteht, muss sich mit 117,50 Dollar trösten. Die Schecks erhalten die Spieler aus den Händen von Turnierdirektor Markus Grundhöfer, der seit mehr als zwei Jahrzehnten Chef der Veranstaltung ist.

Weil es in Trier „nur“ um 10.000 Dollar geht, stehen die Weltranglistenpunkte an erster Stelle der Begehrlichkeit. 18 Punkte bekommt der Sieger gutgeschrieben, das ermöglicht schon mal relevante Sprünge im Ranking auf den Positionen jenseits der 300.

An Nummer 1 gesetzt ist erstmals ein Mann aus Down Under. Der 23-jährige Gavin van Peperzeel wird seit vier Jahren in der ITF-Rangliste geführt und hat sich seitdem von Rang 1061 ständig nach oben gearbeitet. Am Ende des letzten Jahres stand für ihn Platz 461 zu Buche, aktuell wird er an Nummer 317 geführt. Damit liegt er knapp vor dem 24-jährigen Italiener Travaglia, der zu Beginn des Jahres, nachdem er 2014 fünf Futures gewonnen hatte, noch als Nr. 194 geführt wurde. Der beste Deutsche Akteur folgt bereits als Nummer 3 der Setzliste. Daniel Masur hat ebenfalls einen steilen Aufstieg hinter sich, der ihn von Rang 1110 bis auf die aktuelle Position 418 geführt hat. Mit 20 Jahren ist Masur zudem einer der jüngsten Spieler überhaupt im Trierer Turnier. Jan Choinski, Jean-Marc Werner und Oscar Otte sind weitere deutsche Spieler unter den Gesetzten – so stark war das Gastgeberland schon lange nicht mehr vertreten.

Der TCT stellt in diesem Jahr keine Spieler, die Region ist vertreten durch Max Bohl, einen 16-jährigen Traben-Trarbacher, der aber in die Qualifikation muss. Ein großes Talent kommt aus dem Großherzogtum Luxemburg. Ugo Nastasi ist 22 Jahre alt und belegt in der Weltrangliste Platz 673 – damit muss er nicht mehr in die Quali, für die Setzliste reicht diese Platzierung aber nicht mehr.

Am Sonntag, 19. Juli startet das Turnier mit einer 64er-Qualifikation, am Montag findet die Finalrunde der Qualifikation statt, in der acht Teilnehmer für das Hauptfeld ermittelt werden, das dann am Dienstag mit einem 32er-Feld beginnt und am Samstag, 19. Juli mit den Finalspielen im Einzel und im Doppel ab 14 Uhr auf dem Center Court endet.

Seit einigen Jahren werden die Finalspiele der Einzel- und Doppelkonkurrenz auf den Samstag vorverlegt, was durchgehend positive Resonanz hervorruft, da nun die Spieler, insbesondere die Doppelspieler, die Chance haben an der Qualifikation für das folgende Turnier teilzunehmen, die auch andernorts immer sonntags beginnt.

Aufgeschlagen wird erstmals in der Qualifkation am Sonntag um 10 Uhr. Täglich gibt es auch immer ein „Match of the Day“ (18 Uhr), das es auch Berufstätigen ermöglichen soll, sich Tennis der Extraklasse anzuschauen. Der Eintritt ist an allen Turniertagen bis zum Finale frei. Die Karte für die Endspiele kostet zehn Euro, im Preis ist ein Freigetränk enthalten. Jugendliche und Vereinsmitglieder haben immer freien Eintritt.

Setzliste: Nr. 1 Gavin van Peperzeel (Australien/Nr. 317 der Weltrangliste), Nr. 2 Sefanon Travaglia (Italien/328), 3. Daniel Masur (Deutschland/418), 4. Marc Giner (Spanien/436), 5. Maximilian Neuchrist (Österreich/489), 6. Jan Choinski (Nr. 574), 7. Jean-Marc Werner (Nr. 599), 8. Oscar Otte (alle Deutschland/Nr. 604)
[td_text_with_title custom_title=“Das Turnier in Zahlen“] Preisgelder: 1300 Dollar für den Sieger, 900 Dollar für den Finalisten, 480 Dollar für die Halbfinalisten, 290 Dollar für die Viertelfinalisten, 200 Dollar für die Achtelfinalisten, 117,50 Dollar für das Erreichen des Hauptfeldes.
Punkte: Sieger 18 Punkte, Finalist 10 Punkte, Halbfinalisten 6 Punkte, Viertelfinalisten 2 Punkte, Achtelfinalisten 1 Punkt.
Bälle und Plätze: Während des Turniers werden rund 900 Bälle verbraucht. Gespielt wird in der Qualifikation auf acht, im Hauptfeld auf vier Courts, außerdem stehen sechs Trainingsplätze zur Verfügung.
Platzservice: Platzwart Edgar Berg und sieben Helfer.
Ballkinder: Circa 30
TC Trier: Mit 600 Mitgliedern die Nummer 1 im Tennisverband Rheinland.
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