Kann Doktorand Rhetorik-Meister? – Sören Stumpf gewinnt Preis für besten Vortrag

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Publikationspreis Gewinnerrunde - Foto: Universität Trier

TRIER. Kann Jogi Weltmeister? Die Frage beschäftigte Sören Stumpf nicht nur als Fußballinteressierter, sondern als Germanist. Das Thema seines Aufsatzes und Vortrags bei der Verleihung des Publikationspreises an der Universität Trier in dieser Woche: Phraseologische und konstruktionsgrammatische Überlegungen zu dieser aus (laien-)sprachkritischer Sicht „agrammatischen“ Konstruktion.

Als fachfremde Person klingt das, wie so oft in der Wissenschaft, erstmal kompliziert. Die Qualität und Originalität seiner Publikation und deren unterhaltsame Präsentation vor dem Publikum aber überzeugte und Stumpf gewann neben dem Publikationspreis auch den Präsentationspreis des universitätsinternen Wettbewerbs.

Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses rückt an der Universität Trier immer mehr in den Vordergrund. Die letzte Senatssitzung zur Qualitätssicherung beschloss einen Leitfaden der guten Wissenschaft. Damit sollen mit einer Kultur der Unterstützung, der Beratung, des akademischen Austausches und des Wettbewerbs Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler besser gefördert werden, so Präsident Prof. Dr. Michael Jäckel in seiner Ansprache zur Eröffnung der Preisverleihung. Die Kultur des Wettbewerbs äußert sich jährlich in der Preisverleihung des Graduierten-Zentrums der Universität Trier (GUT). „Es ist eine Erfolgsgeschichte, eine Veranstaltung, die zeigt, was Universität eigentlich ist“, hebt Prof. Franz Dorn als Moderator der Veranstaltung hervor. Er wünsche sich für das nächste Jahr noch mehr Zuschauer, denn die Vielfalt der Themen in den Einsendungen und die Potentiale der Promovierenden werden in der Preisverleihung für alle sichtbar.

„Und alle erwarten sich ein Fest“
Alle Erstplatzierten aus den Fachbereichen waren am Tag der Preisverleihung gebeten, ihre Einsendung in einem sieben-minütigen Vortrag dem Publikum vorzustellen. Trotz großer Aufregung und Erwartungshaltung bereiteten sie allesamt in lebendigen und bildhaften Präsentationen ihre komplexen Themen für die Zuschauer auf. Nach den sechs Vorträgen stimmte das Publikum in geheimer Wahl unter Begleitung der Jazzband des Trierer Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums über die beste Präsentation ab. Der Germanist Sören Stumpf ging als Gewinner dieses Publikumspreises hervor. Er brachte den Inhalt seiner Arbeit so auf den Punkt, dass auch der Laie verstanden hat: „Kann Jogi Weltmeister“ ist eine feste modellartige Wortverbindung, die aus der Presse stammt und für sprachliche Kreativität steht. Für Stumpf bleibt nun nur noch die Frage: Kann Jogi Titelverteidigung?

Der 1. Platz im jeweiligen Fachbereich ging an

– Fachbereich I – Katharina Anna Helmig
Making sense of early false-belief understanding
– Fachbereich II – Sören Stumpf
Kann Jogi Weltmeister? – Phraseologische und konstruktionsgrammatische Überlegungen zu einer aus (laien-)sprachkritischer Sicht „agrammatischen“ Konstruktion
– Fachbereich III – Benjamin Koerfer 
Die Taktik der „Bürgernähe“ des Ministeriums für Staatssicherheit. Willy Brandts Besuch in Ost-Berlin 1985
– Fachbereich IV – Marina Schneider 
Reduced-order models fort the Implied Variance under Local Volatility
– Fachbereich V – Stephan Wendt 
Sicherungsordnung und Räumungsverfügung gemäß §§283a, 940a Abs. 3 ZPO – Scharfe Schwerter mit geringer Reichweite?
– Fachbereich VI – Stefanie Boltersdorf
– Lichens as a useful mapping tool? – an approach to assess atmospheric N loads in Germany by total N content and stable isotop signature

Die GUT-Publikationspreise wurden in diesem Jahr zum vierten Mal vergeben. Dem Publikum bietet er die Möglichkeit, an einem Abend Einblicke in sechse verschiedene wissenschaftliche Arbeiten zu bekommen, die auf dem Campus entstanden sind. Als Wettbewerbsbeiträge konnten wissenschaftliche Veröffentlichungen eingereicht werden, die in den vergangenen zwei Jahren in einem Fachorgan, Journal oder Sammelband erschienen sind. Eine Jury aus Mitgliedern der Fachbereiche bewertete die Publikationen nach Forschungsleistung sowie Relevanz und Originalität. Jeder der sechs Preise ist mit 500 Euro dotiert. Für die beste Präsentation gibt es weitere 500 Euro.

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