Trierer Weihbischof Leo Schwarz erlebte Papstbesuch in Bolivien

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Der Trierer Weihbischof Leo Schwarz - Archivbild von 2010, Feier zum 50. Jubiläum der Bolivienpartnerschaft

TRIER/LA PAZ/SANTA CRUZ. Ein Papst, der die Menschen anspricht, packt und fasziniert – ganz einfach und trotzdem mit großer Wirkung. So hat der Trierer Weihbischof Leo Schwarz Papst Franziskus bei dessen Bolivienreise erlebt. Im Rahmen der seit 55 Jahren bestehenden Partnerschaft des Bistums Trier mit Bolivien folgte Weihbischof Schwarz der Einladung der Bolivianischen Bischofskonferenz zur Pastoralreise des Papstes nach Bolivien. Drei Tage lang, vom 8. bis 10. Juni besuchte der Papst das lateinamerikanische Land, zuvor Ecuador, im Anschluss Paraguay.

Die Beteiligung aller Menschen sei ein zentrales Grundthema des Papstbesuches gewesen, erklärt Schwarz. Es gehe darum, dass jeder einzelne sich einbringt in die Gesellschaft – mit der Gabe, die er oder sie hat. Dabei müsse jeder Mensch respektiert, seine Würde gesehen werden. „Und nicht von oben herab behandelt werden.“

Der Papstbesuch bewege die Menschen in dem Land, das rund 10,7 Millionen Einwohner hat und trotz wirtschaftlichen Wachstums noch als eines der ärmsten Länder Südamerikas gilt. Besonders geprägt ist es von sozialen Ungleichheiten zwischen Stadt und Land, Hoch- und Tiefland und den verschiedenen Ethnien. Dabei sind die indigenen Bevölkerungsgruppen zu großen Teilen noch ausgeschlossen von sozialer, wirtschaftlicher oder politischer Beteiligung. Schwarz fand es bewegend, dass der Papst sogar zweimal um Verzeihung dafür gebeten habe, wie die Kolonisatoren die indigen Völker behandelt hätten.

Der Besuch und die Botschaft des Papstes werden noch lange nachwirken und Auswirkungen haben, ist Schwarz überzeugt. „Man wird immer wieder sagen: Aber der Papst hat gesagt…“. Denn es seien „so viele Sätze, Worte, Wahrheiten auf den Tisch gelegt worden. Die kann man nicht mit einer Handbewegung herunterwerfen. Das hat sein Gewicht.“ Das Land sei in einem Verwandlungsprozess, der Zeit brauche. Und dabei wirke der Besuch des Papstes wie ein Geschenk. „Da kommt jemand, der Autorität hat. Und er stellt sich an unsere Seite. Wie ein Bruder, der seine Geschwister besucht“, beschreibt Schwarz.

„Es überwältigt die Leute.“ Auch die Partnerschaft des Bistums mit Bolivien erhalte durch den Papstbesuch „ein neues Fundament“, sagt Schwarz. Der Besuch zeige den Menschen die Verbundenheit mit der Weltkirche. „Und sie sehen, dass es eine Partnerschaft gibt, die sich bewährt hat. Wir sind miteinander verbunden und bereichern uns gegenseitig.“

Irene Tokarski von der Partnerstiftung des Bistums Trier „Fundacion Jubileo“ in La Paz hat den Papstbesuch auch als sehr positiv erlebt. „Ich denke, es ist für Bolivien ein deutliches Zeichen, zur Weltkirche dazu zu gehören.“ Und dies stärke auch die Partnerschaft mit dem Bistum Trier. Besonders erfolgreich sei der Besuch des Papstes, wenn seine Botschaft von „mehr Gleichheit, Gerechtigkeit und Beteiligung aller in dieser Gesellschaft“ als Anstöße weiter einfließen würden.

Ebenso bereichernd für das Land Bolivien und die Partnerschaft sieht Ludwig Kuhn, Geschäftsführer der Diözesanstelle Weltkirche im Bistum Trier den Papstbesuch. „Mit dem Besuch wird die Bolivianische Kirche gestärkt, ihre aktive gesellschaftliche Rolle für soziale Gerechtigkeit und Beteiligung wahrzunehmen“, erklärt er. „Der Papst ermutigt dazu, dass Regierung und Kirche um der sozialen und ökologischen Aufgaben willen ihre Kräfte bündeln, Kooperationen stärken.“

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