Pfalzel: Abfallentsorgungsanlage darf bis zur Nachrüstung nicht mehr betrieben werden

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Bildquelle: Wikipedia

TRIER/KOBLENZ. Die SGD Nord hat am 30. Juni bei einer Betriebskontrolle der Abfallentsorgungsanlage der Eu-Rec GmbH festgestellt, dass trotz Anordnung Folienabfälle verarbeitet wurden, die nicht hätten verarbeitet werden dürften. Dies führte zu der Festsetzung eines Zwangsgeldes.

Bei der nächsten Kontrolle am 02. Juli wurden sehr intensive Gerüche wahrgenommen, obwohl keine Verarbeitung von unzulässigem Material festgestellt wurde.

Der Geschäftsführer des Unternehmens erklärte, dass in der Anlage derzeit nur bereits gewaschene Folien verarbeitet würden.

Die SGD Nord stellt fest, dass der Betrieb, trotz der bisher in erheblichem Umfange getroffenen Anordnungen, Gerüche emittiert die nicht zumutbar sind. Deshalb hat sie mit heutigem Bescheid verfügt, dass die Anlage so lange nicht mehr betrieben werden darf, bis diese mit einer geeigneten Abluftreinigungsanlage nachgerüstet ist. Die Anordnung gilt sofort. Gegen den Bescheid der SGD Nord steht der Eu-Rec GmbH der Rechtsweg offen.

Zur Historie

Der Betrieb der Abfallentsorgungsanlage der Eu-Rec GmbH hat immer wieder zu Geruchsbelästigungen in Pfalzel gesorgt. Dem Betrieb wurde am 21. Mai 2015 angeordnet, die Anlage mit einer Abluftreinigungsanlage nachzurüsten. Um zu verhindern, dass es bis dahin weiter zu Geruchsbelästigungen im benachbarten Stadtteil Trier-Pfalzel kommt, wurden bisher bereits verschiedene Stufen der Einschränkung angeordnet. Zunächst sollten die Gerüche durch ein von der Eu-Rec GmbH installiertes „Geruchsvernichtungssystem“ verhindert werden. Als dieses nicht den erwarteten Erfolg brachte, setzte die SGD Nord am 10. Juni 2015 das Verbot in Kraft, bis zur Nachrüstung der Anlage Abfallfolien aus dem „gelben Sack“ und vergleichbare Gewerbefolien zu verarbeiten.

Auch mit dem Verarbeitungsverbot für bestimmte Abfallfolien konnte keine erhebliche Verbesserung erreicht werden. Es gingen gehäuft, besonders in den vergangenen Tagen, zu Beschwerden über Geruchsbelästigungen von Pfalzeler Bürgerinnen und Bürgern. Deshalb wurde der Betrieb besonders intensiv kontrolliert.

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13 KOMMENTARE

  1. Danke danke danke liebe SGD Nord für die Nachkontrolle auch nach dem Zwangsgeld.
    Das war mehr als überfällig und wird hoffentlich auch weiter kontrolliert.

  2. Tja, dann kann man ja nur auf Montag gespannt sein und abwarten mit welcher Begründung die Stilllegung kassiert wird…

  3. Der Stinkstiefel will allerdings am Montag Rechtsmittel einlegen, um die Pfalzeler weiter zustinken zu dürfen.
    Die 5000 Strafe haben wohl nicht gereicht, 3-4 Nullen dranhängen, damits auch mal im Portemonnaie und nicht nur in der Portokasse auffällt.
    Der lebt doch mindestens 5 Kilometer von seinem Gestanksherd weg und sollte er tatsächlich auch mal dort auftauchen, so hat er sicher ein schön klimatitisiertes Büro wo nicht ein Gestänkchen reinwehen kann.
    „Selbstverständlich“ wurde jetzt auch die Anlage runtergefahren, nach dem Bußgeld aber komischerweise nicht.
    Bei so Typen schwillt mir und jedem Pfalzeler ohne Schnupfen der Kamm.
    Warten also auf Stinkattacke 12200.0 (Oder auf einen geilen Richter der dem Typ nach seinem „Rechtsmittel einlegen“ noch was ganz anderes erzählt)

  4. Wer fragt eigentlich bei dieser anscheinend so kritischen Anlage mal nach dem Befinden der Mitarbeiter? Wie halten diese den Gestank bei der Arbeit aus? Wenn ich die Bilder in der Presse sehe, wie die Arbeiter ungeschützt mit einem Gabelstapler die gelben Säcke transportieren, wird mir schlecht.

  5. …da haben es die Pfalzeler (also die, die in den 70er Jahren ihre Grundstücke so billig bekommen haben, weil sie so nahe am Gewerbegebiet bauen wollten) wieder geschafft, einen Betrieb lahm zu legen. Nachdem sie vor ein paar Jahren die Insolvenz des Moselstahlwerks feiern konnten, an der man wohl durch das Erzwingen immer neue Umweltauflagen nicht unbeteiligt war, wieder ein Erfolg! Ich habe bis vor kurzem selber jahrelang im Hafen gearbeitet, und wenn es dort roch, dann wie es eben in einem Gewerbegebiet, in dem auch die ART angesiedelt ist und ab und zu von Ruwer her die Düfte des Klärwerks über die Mosel waberten, riecht. An einer Firma allein kann man das doch wohl nicht festmachen! Aber da sieht man, was gut organisierte Beschwerden bei der Gewerbeaufsicht und Panikmache bei den Leuten auslösen können! Bin mal gespannt, welchen Gewerbebetrieb sich die Pfalzeler als nächstes vornehmen – hoffentlich hat die dann einen guten Anwalt!

    • Falls Sie das ernst meinen, bitte, lassen Sie sich dringend untersuchen.
      Ist besser wenn ich es so harmlos ausdrücke.
      Solchen Leuten brennen ja schnell mal sämtliche Sicherungen durch…

  6. Ich wohne zwar nicht direkt im Hafen, aber so einen geistigen Duennpfiff kann man einfach nicht unkommentiert stehen lassen.
    da schreibt also Grünspecht:
    „Nachdem sie vor ein paar Jahren die Insolvenz des Moselstahlwerks feiern konnten, an der man wohl durch das Erzwingen immer neue Umweltauflagen nicht unbeteiligt war, wieder ein Erfolg!“ Das Moselstahlwerk war eine der Hauptemissionsquellen fuer Schwermetalle und giftige Filterstäube, die Dioxin und andere krebserregende Substanzen enthielten, die sich in unmittelbarer Umgebung in Form von weissem Staub auf der Vegetation niedergeschlagen haben und über die Schornsteine über mehrere Kilometer in der Umgebung verteilt wurden, wenn der Wind ungünstig stand konnte man den Geruch bis Zewen riechen.
    Ermöglicht wurde dies durch jahrelange Schlamperei und jahrelanges Wegsehen der Trierer Behörden, von einem Bekannten der dort arbeitete, weiss ich beispielsweise, dass minderwertier Schrott, also solcher an dem viele Farb, Lack- und Plastikreste anhafteten und der beim Einschmelzen besonders viele Emissionen produziert, vor allem nachts eingeschmolzen wurde, weil man da den Qualm aus den Schornsteinen nicht sah. Diese Emissionen haben sich messbar in der Lungenkrebsrate und anderen Krankheitsbildern in der Umgebung niedergeschlagen. Unglaublich, was man alles mit dem Erhalt von Arbeitsplätzen rechtfertigt.

    • Dieses Arbeitsplatz Argument ist erbärmlich, wird immer wieder gern eingesetzt.
      Gut das ein Grünspecht weniger im Hafen arbeitet.

  7. Es ist müßig, auf Gegenargumente jeglicher Art zu antworten. Ausnahmslos keines kann stichhaltiger sein, als das man 1000de Menschen vor diesem Geruchsterror bewahrt.

  8. Auf Biegen und Brechen werden wieder nur die Unternehmer geschützt, das ist rücksichtslos und profitgeil. Man fragt sich, warum die Behörden die Ursache nicht gleich ermittelt haben, das glaubt doch keiner- absoluter Schwachsinn. Wie immer versucht man die Bevölkerung für dumm zu verkaufen.

  9. Wie war das noch ? Ein Filtersystem soll dafür sorgen, daß…. Die Firma stinkt weiter wie eh und je… gestern Abend mal wieder nicht zum aushalten. Filter kaputt ? Koffer kaputt ? Hier hilft scheinbar nur noch eine gezielte Sprengung.

  10. Auch heute Abend wieder ekelerregender Gestank hoch 10. Also wenn dieser wundersame Filter wirklich eingebaut ist, dann hilf er nullkomma nix. Es reicht langsam. Es wird höchste Zeit, daß diese Stinkfirma 500 Meter unter die Erde verlegt wird… natürlich ohne Gestankabzugsystem.
    SGD Nord… Einsatz bitte.

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