Arbeitsmarkt in der Region zur Halbzeit des Jahres entspannt

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Bildquelle: pixabay

TRIER. Entspannt präsentiert sich der regionale Arbeitsmarkt vor der obligatorischen Sommerpause. In den letzten vier Wochen ist die Arbeitslosenquote erneut leicht gesunken und liegt im Juni bei 3,6 Prozent. 10.254 Menschen sind aktuell in der Region Trier arbeitslos gemeldet, 157 weniger als im Vormonat. 1.140 Männer und Frauen haben im Juni eine neue Stelle gefunden.

Für Edeltraud Nikodemus, stellvertretende Leiterin der Trierer Arbeitsagentur, hat sich diese Entwicklung abgezeichnet: „Bereits in den vergangen Monaten hat sich der Arbeitsmarkt in der Region positiv entwickelt. Merker hierfür sind eine kontinuierlich sinkende Arbeitslosigkeit, wie eine ungebrochen hohe Nachfrage seitens der Unternehmen nach Arbeitskräften.“

Der Trierer Arbeitsagentur wurden in den letzten vier Wochen von den regionalen Unternehmen insgesamt 1.243 vakante Stellen gemeldet. Aktuell können Menschen, die sich auf Jobsuche befinden, aus einem Pool von 3.852 Stellen wählen. Gute Jobchancen bieten sich im Gastgewerbe mit 495 offenen Stellen, gefolgt vom Handel mit 400 Jobangeboten, dem Verarbeitenden Gewerbe mit 385 Jobangeboten, dem Gesundheits- und Sozialwesen mit 353 freien Arbeitsplätzen und der Zeitarbeit mit 1.044 Stellenausschreibungen.

„Der hohe Bestand an 3.852 freien Stellen, exakt 693 mehr als im Juni 2014, zeigt, dass ein Teil der Betriebe Mühe hat, geeignetes Personal zu finden. Dem steigenden Fachkräftebedarf begegnen wir mit individueller Förderung und Qualifizierung“, so Nikodemus.

Unternehmen sollten im Kontext der Debatte um die Fachkräftesicherung den Aspekt der „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ nicht außer Acht lassen. „Die Ferienzeit beginnt – das stellt gerade Eltern mit kleinen Kindern vor die Frage der Betreuung. Sie sind auf ein vielfältiges betriebliches Angebot und die kreative Denkweise von Unternehmen angewiesen, um den Spagat zwischen Familie und Beruf meistern zu können“, meint die Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit.

Maßnahmen zur Erleichterung des Zeitmanagements wie Teilzeitarbeit, Gleitzeitmodelle, flexible Jahres- und Lebensarbeitszeitkonzepte oder auch die Rücksichtnahme bei der Urlaubsregelung sind wichtige Elemente. Auch die Ermöglichung von Telearbeit unterstützt bei Betreuungsverpflichtungen im familiären Umfeld. „Ich bin der festen Überzeugung, dass Unternehmen durch solche Ansätze wertvolle Fachkräfte gewinnen beziehungsweise ihren Mitarbeitern eine rasche Rückkehr an ihre Arbeitsplätze erleichtern können“ betont Nikodemus. Der damit einhergehende Imagegewinn für Unternehmen sei dabei ein angenehmer Nebeneffekt.

Beim Blick auf die beiden Rechtskreise, die die Arbeitslosigkeit regeln, zeigt sich folgendes Bild: Die Arbeitslosigkeit geht bei denjenigen, die noch nicht länger als ein Jahr arbeitslos sind und zur Versichertengemeinschaft SGB III gehören, in den vergangenen Wochen um 105 auf nun 4.531 Personen zurück. Vor einem Jahr waren hier noch 612 Männer und Frauen mehr arbeitslos gemeldet. Bei den sogenannten Hartz-IV Empfängern nach dem SGB II, die vom Jobcenter betreut werden und in der Regel auf Grundsicherung angewiesen sind, ging die Arbeitslosigkeit leicht um 52 auf nun 5.723 Personen zurück. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine Abnahme um 112. Insofern resultiert der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Wesentlichen auf dem Bereich SGB III.

Auch der Ausbildungsmarkt bleibt in Bewegung: Seit Herbst 2014 wurden dem Arbeitgeber-Service 3.636 freie Ausbildungsstellen gemeldet. Aktuell sind noch 1.411 Berufsausbildungsplätze unbesetzt. Im gleichen Zeitraum haben sich 3.156 Mädchen und Jungen bei einem Berufsberater der Arbeitsagentur Trier über freie Ausbildungsstellen und verschiedene Berufsbilder informiert. 969 Jugendliche befanden sich im Juni noch auf der Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz.

Dennoch ist die Zahl der Bewerber ohne Ausbildungsplatz in den vergangen vier Wochen um 195 Personen gesunken. „Diesen Schub haben wir erwartet. Der größte Teil der Bewerbungsverfahren wird jetzt abgeschlossen, Unternehmen und Jugendliche teilen den Erfolg der Suche mit. Die Berater der Arbeitsagentur konzentrieren sich auf den „Endspurt“, damit noch möglichst viele Ausbildungsverhältnisse abgeschlossen werden können“, stellt Edeltraud Nikodemus, Geschäftsführerin der Trierer Arbeitsagentur, fest.

Arbeitslosigkeit und Bewegungsdaten
Die Bewegungsdaten, die die Zugänge in Arbeitslosigkeit und die Abgänge aus Arbeitslosigkeit bewerten, geben wichtige Hinweise zur Dynamik am Arbeitsmarkt. Mehr Abgänge als Zugänge weisen auf eine sinkende Arbeitslosigkeit hin.

In der Region Trier sind aktuell 10.254 Menschen arbeitslos, 157 weniger als im Mai und 724 weniger als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote sinkt auf 3,6 Prozent und liegt damit 0,1 Prozentpunkte unter dem Wert des Vormonats und 0,3 Prozentpunkte unter der Quote vom Juni 2014.

In den letzten vier Wochen mussten sich 2.840 Frauen und Männer neu oder erneut arbeitslos melden. Im Vergleich zum Vormonat bedeutet dies eine Steigerung von 10 Prozent. Im Vergleich dazu haben 2.992 Menschen wieder einen Weg aus der Arbeitslosigkeit gefunden, darunter haben 1.140 eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit aufgenommen. Andere nehmen an einer Weiterbildung teil, befinden sich in einer durch die Arbeitsagentur oder das Jobcenter geförderten Beschäftigung oder suchen aus anderen persönlichen Gründen, wie zum Beispiel Krankheit, derzeit nicht mehr nach einer Arbeitsstelle.

Stellenangebote
Im Juni wurden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit und der Jobcenter 1.243 freie Arbeitsstellen gemeldet, was im Vergleich zum Vormonat einen Steigerung von 12 Prozent darstellt. Der Zugang an Arbeitsstellen liegt über dem Vorjahresniveau. Stellenzuwächse kommen hauptsächlich aus dem Baugewerbe, der öffentlichen Verwaltung und der Zeitarbeit.

Jobsuchenden Menschen in der Region stehen aktuell 3.852 vakante Stellen zur Auswahl, was einer Steigerung von 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht. Die Entwicklung des Bestands an freien Arbeitsstellen liegt bei der Betrachtung der letzten fünf Jahre oberhalb des saisonüblichen Niveaus. Diese Entwicklung resultiert vorwiegend aus den Bereichen Baugewerbe, Gastgewerbe, Gebäudereinigung sowie Zeitarbeit.

Insbesondere Unternehmen aus den Branchen Handel (143), Verarbeitendes Gewerbe (127), Gastgewerbe (122), dem Gesundheits- und Sozialwesen (83) und der Zeitarbeit 461 haben in den letzten vier Wochen gehäuft Stellenangebote über den Arbeitgeber-Service ausgeschrieben. Der Zugang an Arbeitsstellen liegt über dem Vorjahresniveau. Stellenzuwächse kommen hauptsächlich aus dem Baugewerbe, der öffentlichen Verwaltung und der Zeitarbeit.

Personengruppen – jugendliche und ältere Arbeitslose, Frauen und Männer
Aktuell sind 5.597 Männer und 4.657 Frauen in der Region arbeitslos, darunter 1.080 Jüngere bis 24 Jahre, 3.657 Ältere der Generation 50plus und 1.352 Ausländer. Vom Rückgang der Arbeitslosigkeit profitieren alle Personengruppen. Den deutlichsten Rückgang gegenüber dem Vorjahr verzeichnet erneut die Personengruppe der Jüngeren. Im Vergleich zum Vormonat sind 117 Männer, 40 Frauen, 12 unter 25-Jährige, 5 über 50-Jährige und 47 Ausländer weniger auf Jobsuche.

Blick in die einzelnen Regionen

Stadt Trier
Die Arbeitslosenquote in der Stadt Trier ist im Vergleich zum Mai um 0,1 Prozentpunkte gesunken und liegt nun bei 5,1 Prozent. Das Niveau des Vorjahresmonats wird mit 0,5 Prozentpunkten deutlich unterschritten. Im städtischen Umfeld sind aktuell 2.893 Menschen ohne Job, 61 Männer und 19 Frauen weniger als noch im Mai. Ihren Weg aus der Arbeitslosigkeit konnten 918 Personen finden. Auf Jobsuche sind in der Moselmetropole insgesamt 1.605 Männer, 1.288 Frauen, 335 unter 25-Jährige und 856 über 50-Jährige. Seit Jahresbeginn sind dem Arbeitgeberservice für die Stadt Trier 2.152 offene Stellen gemeldet worden, was im Vergleich zum Vorjahresmonat einem Zuwachs von 101 Stellen entspricht. Edeltraud Nikodemus, stellvertretende Leiterin der Trier Arbeitsagentur, über die ungebrochen hohe Nachfrage der Unternehmen nach Fachkräften: „Die Jobsuchenden in Trier können derzeit aus einem Pool von 1.172 offenen Stellen wählen, was im Vergleich zum Juni des Vorjahres einer Steigerung von 31 Prozent entspricht“.

Landkreis Bernkastel-Wittlich
Im Landkreis Bernkastel-Wittlich liegt die Arbeitslosenquote im Juni bei 3,3 Prozent und damit exakt auf dem Niveau des Vormonats. Derzeit sind 2.014 Bürger auf der Suche nach einem neuen Job. Im Vergleich zum Mai sind 206 Männer und Frauen weniger von Arbeitslosigkeit betroffen. In den vergangen vier Wochen meldeten sich 606 Menschen des Landkreises neu oder erneut arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat sind dies 79 Personen mehr. 622 Jobsuchende haben in den letzten vier Wochen einen Weg aus der Arbeitslosigkeit gefunden, 103 Personen weniger als noch im Mai. Unter den aktuell 1.073 arbeitslosen Männern und 941 arbeitslosen Frauen befinden sich 233 unter 25-Jährige und 756 über 50-Jährige. Die Jobsuchenden des Landkreises können derzeit aus 897 freien Jobs wählen, was einer Steigerung von rund 31 Prozent im Vergleich zum Mai des Vorjahres entspricht.

Eifelkreis Bitburg-Prüm
Im Eifelkreis Bitburg-Prüm liegt die Arbeitslosenquote bei 2,9 Prozent, was mit Blick auf den Vormonat keine Veränderung bedeutet. Damit weist der Eifelkreis innerhalb des Agenturbezirks der Agentur für Arbeit Trier erneut die niedrigste Arbeitslosenquote auf. Die Zahl der jobsuchenden Menschen sinkt mit Blick auf den Vormonat um 8 Personen. Aktuell sind 1.521 Bürger des Eifelkreises ohne Job. Unter den 817 arbeitslosen Männern und 704 arbeitslosen Frauen befinden sich 174 unter 25-Jährige und 533 über 50-Jährige. 467 Menschen haben im Juni bei Arbeitsagentur oder Jobcenter ihre Arbeitslosigkeit angezeigt; im Vergleich zum Vormonat sind dies 53 Personen weniger. 457 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit wieder beenden, hierunter haben 202 Personen ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis aufgenommen. Im Eifelkreis Bitburg-Prüm ist die Zahl der offenen Stellen im Vergleich zum Vormonat leicht gestiegen. Jobsuchenden standen im Juni 543 Stellen zur Verfügung, 8 Stellen mehr als im Vormonat. Die Unternehmen im Eifelkreis meldeten der Arbeitsagentur im Juni 162 vakante Stellen.

Kreis Vulkaneifel
Im Vulkaneifelkreis sinkt die Arbeitslosigkeit im Juni auf 4,0 Prozent, was im Vergleich zum Vormonat einer Veränderung von 0,2 Prozentpunkten entspricht. Auf Stellensuche befinden sich derzeit in der Region Vulkaneifel 1.323 Menschen. Unter den 704 Männern und 619 Frauen befinden sich 113 unter 25-Jährige und 559 über 50-Jährige. Gegenüber der Arbeitsagentur zeigten 264 Menschen ihre neue oder erneute Arbeitslosigkeit an. 320 Männer und Frauen fanden den Weg aus der Arbeitslosigkeit, davon haben 106 eine sozialversicherungspflichtige Stelle angetreten. Der Bestand an offenen Stellen sinkt im Vergleich zum Mai dieses Jahres leicht um 3,3 Prozent und liegt aktuell bei 350. Seit Jahresbeginn wurden dem Arbeitgeberservice 710 vakante Stellen seitens der regionalen Unternehmen gemeldet.

Landkreis Trier-Saarburg
Im Landkreis Trier-Saarburg sind aktuell 2.503 Menschen arbeitslos gemeldet, 45 weniger als im Mai. Die Arbeitslosenquote ist mit Blick auf den Vormonat um 0,1 Prozentpunkte gesunken und liegt nun bei 3,1 Prozent. In der Region Trier-Saarburg haben sich im Juni 640 Menschen neu oder erneut bei Arbeitsagentur oder Jobcenter gemeldet, 30 Personen mehr als im Mai. Den Weg aus der Arbeitslosigkeit haben 675 Menschen gefunden. Von den 1.398 arbeitslosen Männern und 1.105 arbeitslosen Frauen sind 225 jünger als 25 und 953 älter als 50 Jahre. Die Unternehmen im Landkreis Trier Saarburg meldeten dem Arbeitgeberservice im Juni 341 vakante Stellen. Insgesamt stand Jobsuchenden im Juni in der Region ein Pool von 890 Stellen zur Verfügung, 25 mehr als im Vormonat und 40 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

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