Kommt jetzt der Superstau? OB Leibe bittet um Geduld auf Triers Straßen

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Bildquelle: lokalo.de

TRIER. Am heutigen Nachmittag beginnt die Einrichtung der Großbaustelle zur Fahrbahnerneuerung im Nordteil des Trierer Alleenrings. Die Verkehrsader arbeitet täglich rund 20.000 Fahrzeuge ab und so könnte es bereits zum heutigen Feierabendverkehr zu erheblichen Beeinträchtigungen kommen.

Die Lindenstraße wird ab heute Nacht bis zum 10. Juli voll gesperrt und damit fällt auch die übliche und direkte Zufahrt von stadtauswärts in Richtung Kaiser-Wilhelm-Brücke weg.

Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) bittet bereits jetzt um Geduld und Verständnis für diese Ausnahmesituation und teilt in einem offenen Brief mit:

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

bis Mitte September werden Asphaltmaschinen, Walzen und schwere Lkw das Straßenbild im nördlichen Alleenring prägen. In zwölf Abschnitten setzt das städtische Tiefbauamt die dringend notwendige Straßensanierung des nördlichen Alleenrings um. Die Bauarbeiten an einer der wichtigsten Verkehrsachsen unserer Stadt und die damit verbundenen Sperrungen und Umleitungen werden natürlich zu Verkehrsbeeinträchtigungen führen. Lärm, Staub und Staus werden öfter an Ihren Nerven zehren, Verspätungen manchmal unvermeidlich sein. Doch bitte denken Sie in diesen Augenblicken an das Ergebnis dieser Anstrengungen: Wie die schon im letzten Jahr sanierten Abschnitte des östlichen Alleenrings werden bald auch Theodor-Heuss-Allee, Nordallee und Lindenstraße eine neue, makellose Asphaltschicht aufweisen.

Um die Beeinträchtigungen für das städtische Leben so gering wie möglich zu halten, haben unsere Tiefbauer die Bauarbeiten so geplant, dass Großveranstaltungen wie das Moselfest in Zurlauben oder die ADAC-Rallye nicht tangiert werden. Unsere Fachleute werden zudem ständig vor Ort sein und versuchen, die Abläufe zu optimieren. Es ist mir aber bewusst, dass die nächsten Wochen besonders von Anwohnern und Verkehrsteilnehmern eine Menge Geduld und Verständnis abverlangen werden. Ich bin mir aber sicher, dass am Ende, sprich Mitte September, das Resultat für sich sprechen wird.

Ihr Wolfram Leibe
Oberbürgermeister der Stadt Trier“

Insgesamt dauern die umfangreichen Bauarbeiten der Großbaustelle im Bereich der Lindenstraße, der Nordallee und der Theodor-Heuss-Allee bis zum 18. September.

Die Änderungen der Verkehrsführungen in dem in zwölf unterschiedliche Abschnitte aufgeteilten Großprojekt sind derart kompliziert, dass die Streckenverläufe in den jeweiligen Bauphasen separat mitgeteilt werden. Von Einbahnstraßenverkehr bis zu komplett entgegengesetzten Fahrtrichtungen hat dieses Großprojekt alles, was den Stadtverkehr auf dem Streckenabschnitt deutlich zähfließender machen wird.

Autofahrer sollten den nördlichen Alleenring in den nächsten Wochen möglichst großräumig umfahren. Die Durchfahrt zur Kaiser-Wilhelm-Brücke wird gesperrt. Das Moselufer ist über die Kaiserstraße erreichbar, der Verteilerkreis über Schöndorfer Straße, Wasserweg und Herzogenbuscher Straße. Die Franz-Georg-Straße ist wegen der Baustelle der Stadtwerke noch bis Freitag, 3. Juli, stadteinwärts gesperrt. Anwohner der Lindenstraße können Ersatzparkplätze zwischen Lindenstraße 13 und dem Georg-Schmitt-Platz sowie an der ehemaligen Kabinenbahn nutzen. Um die Erreichbarkeit der Lindenstraße zu verbessern, wird die Einfahrt aus der Alten Zurmaiener Straße vorübergehend freigegeben. Für Fußgänger entstehen durch die Bauarbeiten keine Einschränkungen.

Während der ersten Bauphasen bis Mitte August wird im Baustellengebiet ein Ringverkehr eingerichtet: Die Nordallee wird als Einbahnstraße in Richtung Friedrich-Ebert-Allee ausgewiesen. In der Gegenrichtung wird der Verkehr ab der Deutschherrenstraße über die Franz-Ludwig-Straße bis zur Einmündung Margaretengässchen geleitet – hier kehrt sich also die sonst geltende Fahrtrichtung um. Je nach Baufortschritt werden die Peter-Friedhofen-, Engel- und Petrusstraße, die aus Trier-Nord auf die Allee einmünden, zu Sackgassen. Die Zufahrt zum Brüder- und zum Elisabethkrankenhaus über die Theobaldstraße wird aber jederzeit gewährleistet.

Bernd Ksyk, Abteilungsleiter für Straßenunterhaltung im Tiefbauamt, und Bauleiter Marco Bart hatten bei der Planung einige knifflige Aufgaben zu lösen. Zum Beispiel müssen die Bauarbeiten so getaktet werden, dass die Großveranstaltungen Moselfest Zurlauben und ADAC-Rallye nicht beeinträchtigt werden. Auch die Situation in der Paulinstraße musste berücksichtigt werden: Bis auf weiteres bleibt dort die durch Kranarbeiten bedingte die Engstelle bestehen, wobei der Begegnungsverkehr ab der kommenden Woche mit einer Ampel geregelt wird. Am 13. Juli beginnen zudem Kanalarbeiten der Stadtwerke unter halbseitiger Sperrung in dem Abschnitt zwischen Zeughausstraße und Wasserweg.

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13 KOMMENTARE

  1. Also aus Konz kam man heute morgen um halb 8 nicht nach Trier rein. Man stand im Stau – STAND! Das gleiche Bild auf der Pellinger. Keine Möglichkeit das Auto zum rollen zu bekommen, ausser man fuhr durch Heiligkreuz. Das lag aber nicht an der Lindenstraße, oder?

  2. Herzlichen Dank – da kann man Trier gleich komplett meiden! Man hängt ja ständig irgendwo! Selbst dann auf den alternativen Wegen wird gearbeitet – kann man nicht mal eins nach dem anderen machen??

  3. Ist es nicht immer so in Trier, daß es nur einer winzigen Blockade bedarf um einen totalen Verkehrskollaps auszulösen?
    Vielleicht wäre es generell sinnvoll, wenn die Stadt mal einen günstigen P+R zumindest von Messepark, Sirzenich und Nord anbieten würde. Auto für 5€/Tag abstellen und Fahrkarte hin und zurück kostenlos dazu. Dann wäre zumindest die Blechlawine aus dem Umland etwas gesteuert.

  4. Ich bin schon seit langem Bahnpendler. Das ist zwar auch nicht immer so optimal, aber immer noch besser, als mit dem Auto nach Trier zu fahren. Trier ist eine absolut Auto unfreundliche Stadt. Als täglicher Pendler ist es
    schon eine Zumutung, wenn es auf der Autobahn Stadt einwärts zum Verkehrschaos kommt. Spielen da noch
    mehrere Baustellen mit, dann ist der absolute Verkehr-Super-Gau vorprogrammiert. Irgend wie schaffen es auch die Stadtplaner von Trier nicht, die Ampeln mal so einzustellen, dass der Verkehr reibungslos läuft.
    Und das wäre ja nur für eine kurze Zeit, bis wenn alle Baumaßnahmen abgeschlossen wären.
    Vielleicht sollten die Herren des Stadtrates Trier sich einmal mit den Kolleginnen und Kollegen aus Luxemburg zusammen setzten, und sich über ein optimales Verkehrsprinzip informieren. Ich denke mal, dass unsere Nachbarn nicht umsonst die Pendlerbusse der Firma Emile Weber einsetzten, damit die Arbeiter ruhig und und stressfrei am Arbeitsplatz erscheinen.
    Des weiteren will man Touristen aus dem Ausland und Einkäufer aus dem Umland nach Trier locken und deren
    Kaufkraft ausnutzen. Aber ohne richtige Parkmöglichkeiten (oder zu absolut überteuerten Gebühren) funktioniert das auch nicht. Hier wäre doch mal ein Ansatz für ein P+R-System. Da kann die Stadt doch nur verdienen und die Cityintiative müsste nicht länger über mangelnde Umsätze klagen. Vor allem im Zeitalter des WWW, wo man wirklich alles erwerben kann, wäre das doch mal eine alternative Idee. Außerdem würde mit
    einem solchen Angebot auch das Image der Stadt enorm steigen.

  5. Sehr richtig, Evi.

    Leider ist aber genau das in Trier nicht gewollt. Ziel der Regierenden ist es, diese Stadt zu zerstören. Anders kann ich es mir nicht erklären. Es fehlt an Weitsicht, Intellekt und Fachwissen.

    Hiergegen gibt es im übrigen ein Mittel: Straft diese Damen und Herren mit Nichtbeachtung. Nichtbeachtung bei der Wahl und Nichtbeachtung bei Auftritten auf Wein- und Bierfesten. Erst wenn die Wahlbeteiligung noch tiefer fällt und wirklich nur noch die wenigen Politiker sich selbst wählen, kann man diesen Irrsinn aufhalten. Eines der größten Dummheiten die die Bürger erzählt bekommen ist die, dass wählen wichtig ist. Nur so lange, wie sich daran noch ein gewisser Prozentsatz hält, geht alles weiter wie bisher. Von klein auf wurde uns, und wird es unseren Kindern bis heute, gepredigt, dass, wer nicht zur Wahl geht, sich nicht beschweren darf.

    Das ist insofern Unfug, als dass unser Parteiensystem nur diese Art von Demokratie kennt. Das ist jedoch der grundsätzliche Fehler. Wählen tauscht nur die Köpfe aus. Wahrer Protest ist die Nichtbeachtung. Nichtbeachtung der Wahl, Nichtbeachtung des Wahlsystems und Nichtbeachtung des Parteiensystems. Es ist keine Demokratie. Parteien sind das Kernproblem.

  6. Nein, Herr Leibe, NEIN! „Geduld“ oder „Verständnis“ darf man nur einfordern, wenn man seinerseits alles Mögliche unternimmt, Beeinträchtigungen klein zu halten. Die Erfahrung lehrt leider – Sie werden es vielleicht nicht wissen, Sie sind ja auch noch nicht so lange hier – dass sich öffentliches Bauen und Werkeln -gerade an den Strassen- in Trier nun eben nicht um Effizienz und Schnelligkeit bemüht. Ewig verwaiste Baustellen, „erst mal Pylone abwerfen…Kollege kommt dann irgendwann mal…“ oder „Lebensprojekte“ durch das Schema „frisch geteert und gleich wieder aufgerissen“ sind der Stand der Dinge. Man muss sich schon selbst mit der Rolle des „Verkehrs-Tsipras von Trier“ arrangieren können, um zu allererst mit einer „Bitte um Geduld“ etc. statt klaren Zusagen und Zusicherungen, alles Mögliche zu unternehmen, vor die Bürger zu treten.

    • Zustimmung. Das baufeld liegt in einem Mischgebiet, sprich es ist durgehendes Arbeiten von 6 Uhr bis 22 Uhr ohne Genehmigung möglich. es müssen nach Bau-Tarifrecht noch nicht mal Lohnzuschläge bezahlt werden.
      Aber es wird mal wieder laufen wie immer: Der normale Berufspendler wird nie einen Arbeiter sehen.
      Und das bei den “ Aufbruchbesprechungen“ die Arbeiten zeitlich abgestimmt werden, ist kompletter Blödsinn. Oder wie ist es zu erklären, das im letzten Jahr die parkstraße für neuen belag gesperrt wurde und dieses Jahr die Franz-G-Straße für leitungsarbeiten?
      Oder die Domänenstraße: Im letzten Sommer mit “ Restmitteln“ ein neuer belag, der in diesem Frühjar von der telekom “ Turnusmäßig“ zum Tausch der Schachtdeckel wieder geöffnet wurde.

  7. Baustellen verursachen Probleme, das ist überall so, aber in Trier war die Planung bisher immer einzigartig!
    Abgesehen davon ist das Hauptproblem ein ganz anderes: „gewählte Volksvertreter“, die GEGEN eine Umfahrung Triers sind. Auch wenn für viele Auto=böse; sie sind aber da und verursachen – auch ohne Baustellen – tägliche Schlangen, z. B. aus Richtung Konz bis zum Ratio. Wie blöd und uneinsichtig müssen Politiker sein, die sehenden Auges (?) den Verkehrsinfarkt Triers ignorieren und vernünftige Umgehungen ablehnen, dazu noch mit dem Hinweis, dass man stattdessen den ÖPNV fördern möchte … sieht man ja an den Fahrpreisen, ihr Dumpfbacken!
    Vielen Dank, Herr Leibe, für Ihren wunderbaren Brief; der hilft ihren Bürgern im Stau auf dem Weg zur Arbeit, mit einem Liedchen auf den Lippen gewiss, das Ganze nicht so schwer zu nehmen. Und danke, Grüne und SPD, für keine Umgehung Triers!!

    • Mein Vater war Ingenieur bei der Stadt Trier das ist jetzt schon 30 Jahre her, der sprach schon vor 40 Jahren von der Nordbrücke der Ostumfahrung, die Fachleute wussten dass es ohne diese Projekte irgendwann mal zum Infarkt kommt , aber die Politiker haben es Jahrzehnte geflissentlich übersehen bzw Klientelpolitik statt Realpolitik gemacht.

      Das erste Mal dass sich ein OB mit einem offenene Brief an die Bevölkerung wendet, das hat mich angenehm überrascht, was in Trier immer fehlte war der direkte Dialog und dass die Stadtpolitiker mal klare Ansagen machen anstatt sich hinter ihrem Geschwafel zu verstecken.

      • In Kürenz stehen heute noch Garagen, die in der Baugenehmigung den Zusatz haben, das diese bei Bau der Osttangente abzureißen sind. Wir erinnern uns ja alle noch an die letzte rollende Bürgerversammlung und die Worte von Triers SPD- Ober-Lügner Dietze: 2004 ist die Ortsumgehung Kürenz fertiggestellt.

  8. Ihren Vater in allen Ehren, aber ich kann nur inständig hoffen, daß bei der Verkehrsplanung in Trier nicht auf Wissen von vor 40 Jahren zurückgegriffen wird. Genau dies brauchen wir nämlich nicht! Genau diese Planung von damals hat uns erst den ganzen Verkehr beschert! Hätte man damals mehr auf kurze Wege zu Fuß/mit Rad/ÖPNV gesetzt, und die Straßenbahn nicht eingestampft, hätten wir dieses ganze Chaos von heute doch garnicht, weil es ein effizientes Transportsystem gäbe.
    Dieses Chaos, was durch die damaligen Planungsfehler (sprich autogerechte Stadt) verursacht wurde, braucht Zeit (zur Gewöhnung für die verwöhnten Autofahrer) und geht nur stückweise (oftmals eben auf Kosten einer Autospur).

    • Damals hat man noch rational an den Notwendigkeiten orientiert gedacht, sonst gäbe es heute noch keine A 602

      Falls die Römerbrücke für den Individualverkehr gesperrt werden sollte werden sich hier viele die Nordbrücke wünschen .

      Es ist doch ganz einfach, bei einer Umfahrung kann man die alte Strecke zurückbauen, so wie das in BIewer jetzt geschieht , oder in den Alleen eine Spur als Fahrradspur einrichten, hat Paris in einigen Arrondissements so gemacht aber dann lieber Verkehrsplanung verteufeln, das Auto auch und mit einem Verkehrswegenetz leben an dem seit Jahrzehnten herumgedoktort wird aber nichts entwickelt.

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