Grenzüberschreitende Demonstration gegen Atomkraftwerke in Belgien

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BONN/AACHEN. Etwa 400 bis 500 Menschen haben am Sonntag im Dreiländereck von Belgien, der Niederlande und der Bundesrepublik Deutschland gegen die belgischen Atomkraftwerke demonstriert. Der Demonstrationszug führte durch alle drei Länder.

„Die Demonstration war ein deutliches Zeichen gegen die weitere Nutzung der Atomenergie“, so Marika Jungblut vom Vorstand des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU). „Ich war selbst vor Ort und war entsetzt bei dem Bericht über die angeschriebenen Kommunen der Städteregion Aachen, des Kreises Düren und Heinsberg, sowie auch diejenigen aus dem nahen Grenzbereich. Hier scheint sich nirgendwo ernsthaft jemand mit dem möglicherweise eintretenden Fall eines Gaus auseinander gesetzt zu haben. Wie soll eine Evakuierung oder die Versorgung mit Jodtabletten in der Praxis von Statten gehen? Immer wieder wurde nur auf die übergeordneten zuständigen Behörden der Kreise und der Bezirksregierung verwiesen. Den Vogel schoss jedoch die Stadt Aachen mit ihrer Antwort ab, mit dem Verweis, Aachen läge in der Fernzone von etwa 60 bis 70 Kilometern und eine direkte Gefährdung sei somit
unwahrscheinlich.“

Als Vorstandsmitglied des BBU und als Bewohnerin des Dreiländerecks bedankt sich Marika Jungblut bei allen Beteiligten, die mitgemacht haben, bei den vielen Menschen, die zur Demonstration gekommen sind und natürlich bei den Organisatoren.

Im zentralen Aufruf zur Teilnahme an der Demonstration, die von mehreren Organisationen unterstützt wurde, hieß es: „Der drohende Neustart der beiden belgischen Rissereaktoren in Tihange und Doel schlägt hohe Wellen. Die belgische Atomaufsicht hat ihre Entscheidung um 5 Monate hinausgeschoben und neue Untersuchungen gefordert. Der Aachener Stadtrat verabschiedete in großer parteiübergreifender Einmütigkeit eine Resolution zur endgültigen Stilllegung. Gerade jetzt muss der Druck der Öffentlichkeit anhalten, um die einmalige Chance Wirklichkeit werden zu lassen, zwei marode Reaktoren auf Dauer abzuschalten.“

Der BBU sieht in der Demonstration ein eindeutiges Signal an die belgische Regierung. Der bundesweit und grenzüberschreitend aktive Verband fordert die endgültige Stilllegung der belgischen Atomkraftwerke in Tihange und Doel.

„Von einer Atomkatastrophe in einem der belgischen Atomkraftwerke wäre auch die Bevölkerung in NRW und in anderen Bundesländern betroffen. Internationaler Protest ist wichtig“, so BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz. Grundsätzlich fordert der BBU die sofortige Stilllegung aller Atomkraftwerke und Atomanlagen, und zwar weltweit.

Der BBU ruft zur Unterzeichnung einer aktuellen Petition gegen die belgischen Reaktoren Tihange 2 (rund zwei Autostunden von Trier entfernt) und Doel 3 (etwa drei Autostunden) auf. Man findet sie online unter stop-tihange.org/de.

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Der BBU

Der BBU ist der Dachverband zahlreicher Bürgerinitiativen, Umweltverbände und Einzelmitglieder. Er wurde 1972 gegründet und hat seinen Sitz in Bonn.
Weitere Umweltgruppen, Aktionsbündnisse und engagierte Privatpersonen sind aufgerufen, dem BBU beizutreten um die themenübergreifende Vernetzung der Umweltschutzbewegung zu verstärken. Der BBU engagiert sich u. a. für menschen- und umweltfreundliche Verkehrskonzepte, für den sofortigen und weltweiten Atomausstieg, gegen die gefährliche CO2-Endlagerung, gegen Fracking und für umweltfreundliche Energiequellen.

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