Der Fall Tanja Gräff – “Schrei an der Kabinenbahn” rekonstruiert

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TRIER. In den frühen Morgenstunden des heutigen Montag haben Ermittler der Staatsanwaltschaft Trier und der „Soko FH neu“ der Kriminaldirektion Trier sowie Wissenschaftler eines phonetischen Institutes den „Schrei“ in der sogenannten Spur „Schrei an der Kabinenbahn“ aus dem Ermittlungskomplex Tanja Gräff rekonstruiert.

Ein Zeuge hatte seinerzeit angegeben, in der Nacht des Verschwindens von Tanja Gräff einen weiblichen Schrei wahrgenommen zu haben, der seiner Auffassung nach aus Richtung der „Kabinenbahn“ am Moselufer gekommen sei.

Der Hinweis, den der Zeuge der Kriminalpolizei erst Wochen nach dem Ereignis mitgeteilt hatte, führte bereits seinerzeit zu Ermittlungen, die jedoch ergebnislos verliefen.

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Aufgrund des Auffindeortes der sterblichen Überreste von Tanja Gräff hatten die Ermittler eine wissenschaftliche Untersuchung bei einem phonetischen Institut in Auftrag gegeben. Ziel der Untersuchung ist es, nachzuvollziehen, ob die Wahrnehmungen des Zeugen mit Geschehnissen am roten Felsen in Einklang gebracht werden könnten.

Hierzu hat das Institut am heutigen frühen Morgen ab 4 Uhr unter staatsanwaltschaftlicher und polizeilicher Begleitung mehrere Schall- und Rufexperimente durchgeführt. Diese hatte die Polizei bereits am 3. Juni angekündigt, ohne den genauen Termin nennen zu können.

Aus wissenschaftlichen Gründen entschieden sich die Verantwortlichen des beauftragten Institutes nun kurzfristig für die vergangene Nacht. Hier waren eine Vielzahl von Voraussetzungen an die äußeren Bedingungen erfüllt, die möglichst weit mit denen zum Zeitpunkt des Verschwindens von Tanja Gräff übereinstimmen sollten.

Von insgesamt vier verschiedenen Punkten am linken Moselufer wurden mehrere Huptöne mittels einer Gasdruck-Fanfare als Referenzgeräusche abgegeben.
Hiernach erfolgten laute weibliche Schreie, ähnlich der seinerzeit von dem Zeugen vernommenen, aus den Bereichen der Absturzstelle und der Kabinenbahn.

Die Geräusche wurden jeweils mittels Schallpegelmessgeräten in der Wohnung des Zeugen, der in die Untersuchung eingebunden wurde, aufgezeichnet.

Die Auswertungen und Ergebnisse der Untersuchungen werden laut Polizei erst in einigen Tagen oder Wochen erwartet.

Während der gesamten Dauer der Maßnahme, die sich bis 5 Uhr erstreckte, meldeten sich drei Bewohner von ufernahen Straßen, die sich über Lärmbelästigung durch Hupen bei der Polizei beschwerten.

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2 KOMMENTARE

  1. Haette man das Experiment damals unmittelbar nachdem der Zeuge sich gemeldet hatte durchgefuehrt, dann haette sich der Bereich eingrenzen lassen, in dem man eventuell noch etwas genauer haette suchen koennen, muessen, sollen. Ob das jetzt im nachhinein noch viel bringt ist fraglich. Wenn der Schrei vom Absturzort kommen kann, was ist dann? Dann weiss man immer noch nicht ob er tatsächlich von dort kam. jetzt im Nachhinein hat das Ganze etwas von dramaturgischer Inszenierung, um eigene Versaeumnisse in den vorhergehenden Jahren zu uebertuenchen.

  2. Komplett richtig, Peter. Das hätte man direkt machen müssen, nachdem sich der Zeuge gemeldet hat. Wie kann man denn darauf vertrauen, dass der Zeuge sagt, ich glaube das kam aus Richtung Kabinenbahn? Wieso wurde das nie hinterfragt oder geprüft? Einfach fahrlässig und schlampig, wie hier gesucht wurde. Und sich dann noch hinstellen und sagen, es wurden keine Fehler gemacht ist schon verdammt dreist!

    Ich verstehe immer noch nicht, warum die Büsche (nicht Bäume!) an den Felsen nicht gerodet wurden. Dann wäre der Fall innerhalb von Wochen oder sogar Tagen geklärt gewesen, man hätte auch eine mögliche Gewalteinwirkung (Druckspuren, etc.) gefunden. Es wäre so einfach gewesen…Es liegt doch nahe, das man eine Felswand hinunterstürzen kann, unter Alkoholeinfluß, der der Polizei doch bekannt war. Aber nein, man macht eine Sichtprüfung.

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