Neubau oder Sanierung – Quo vadis, Theater Trier?

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Das Theater Trier - Foto: Theater Trier

TRIER. „Quo vadis, Theater Trier?“ lautet der Titel der Podiumsdiskussion am kommenden Donnerstag, 11. Juni, 18.30 Uhr, im Foyer des Theaters am Augustinerhof. Eingeladen haben das Kulturmagazin Opus, das Trier Forum sowie die Architektenkammer Rheinland-Pfalz.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion über einen Neubau oder die Sanierung des Hauses sollen laut Veranstalter die funktionalen, technischen und qualitativen Probleme des Theaters thematisiert werden. „Wir gehen mit Respekt vor den Steuerzahlern und mit großer Verantwortung für unsere 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an die Baufrage“, sagt der designierte Intendant des Trierer Theaters, Dr. Karl M. Sibelius, im Vorfeld der Veranstaltung.

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Zusammen mit dem Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) hatte Sibelius die Diskussion zur baulichen Zukunft des Theaters erneut angestoßen. Leibe wird ebenso wie der designierte Intendant am Donnerstag an der Diskussion teilnehmen. „Es kann nur im Interesse aller sein, wenn wir uns für eine wirtschaftliche Lösung im Sinne von ‚Wert schaffen‘ – auch in der Baufrage – entscheiden“, betont der Österreicher. Theater neu zu denken, heiße auch, von liebgewonnenen Denkmustern abzuweichen, so Sibelius, der ferner betont, „dass wir als Theater in die Gesellschaft hinein wollen“. Da Trier und die Umgebung „zum Glück so bunt und vielfältig wie nie zuvor sind, wollen wir dies auch in der Theaterfrage mitbedenken“, sagt Sibelius.

Neben Leibe und Sibelius werden der langjährige Diözesanarchitekt, Professor Alois Peitz, sowie Professor Dr. Matthias Sieveke, Dekan des Fachbereichs Gestaltung an der Hochschule Trier, zur Theaterfrage diskutieren. Peitz wird ferner in einem kurzen Eingangsvortrag auf die Baugeschichte, die aktuelle Situation sowie die städtebauliche Einordnung des Theaters eingehen. Die zukunftsorientierte Lösung der funktionalen, technischen und qualitativen Probleme wirkt sich nach Auffassung der Veranstalter auch auf die konzeptionelle Ausrichtung des Theaters aus. Moderiert wird die Podiumsdiskussion von Dr. Kurt Bohr, dem Herausgeber und Geschäftsführer des Opus Kulturmagazins aus Saarbrücken.

Ende April hatte Triers Kulturdezernent Thomas Egger nach Rücksprache mit Oberbürgermeister Wolfram Leibe und dem designierten Intendanten Karl M. Sibelius mitgeteilt, dass die Sanierung des Theaterbaus am Augustinerhof erneut überprüft werden soll. Die Sanierungsvariante würde auch einen kleineren Neubau an einem anderen Standort einschließen. Bis dahin hatte der Fokus bei den Planungen hauptsächlich auf der Neubauvariante gelegen. Dafür standen Kosten von rund 55 Millionen Euro im Raum. Nach Widerständen aus der Politik und öffentlichen Protesten wurden die Neubaupläne durch die Verwaltung vorerst gestoppt. Nun soll die bauliche Zukunft des Trierer Theaters auch unter breiter Beteiligung der Öffentlichkeit nachhaltig diskutiert werden.

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6 KOMMENTARE

  1. Finde es sehr bedenkenswert so viel Geld für eine überschaubare aber gut in der Lobbyarbeit vertretene Zuschaueranzahl zu verwenden. Das Theater ist mehr Selbstzweck um die angesprochenen 200 Mitarbeiter in Brot und Lohn zu halten.

  2. Hallo Dieter!
    „überschaubare Zuschaueranzahl“?
    Durchschnittlich 100.000 bis 120.000 Zuschauer pro Spielzeit sind meiner Meinung nach eine respektable Anzahl von Bürgern, die sicher noch lieber (noch zahlreicher?) ein zeitgemäßes Theater-Gebäude besuchen würden. Nach einer Theaterführung letztes Jahr sage ich vor allem an die Künstler „Hochachtung, daß Sie trotz dieser Bedingungen so gute Qualität anbieten!“ Eine Komplettsanierung bzw. ein Neubau ist überfällig – für Publikum und Künstler.
    H. Andersson

  3. @ H.A. da hat sich jemand die Statistik schön gerechnet, mit den ganzen Schulklassen ec, die da mehr oder
    „zwangsweise“ reingeführt werden.
    Übrigens zwei Theater nebeneinander brauchen wir nicht, es reicht das Kasperle gegenüber!!

  4. Wenn die Besucherströme tatsächlich so hoch sein sollten, dann dürfte es eben diesen Besuchern auch möglich sein, einen angemessenen Eintrittspreis zu zahlen. Derzeit wird der Löwenanteil der (laufenden) Kosten nicht aus den Eintrittspreisen bestritten, sondern aus dem Säckel „Allgemeines/Kulturauftrag“. Dagegen habe ich auch nichts einzuwenden, wenn die Stadt die entsprechenden Mittel hätte. Dass hier auch eine Umverteilung vorgenommen wird ist mir klar und dass auch bei einem Neubau/Umbau/Zusatzbau überwiegend Landesmittel in Anspruch genommen werden ebenso. Nur. Es sind keine Stadtfinanzen da.

    Wenn diese finanzielle Mittel da wären, müssten sie eher im Bereich der Ertüchtigung von Schulgebäuden/Sporthallen in Trier eingesetzt werden.

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