TBB Trier: Der Countdown für die ProA läuft

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Die Organisationsstruktur der TBB für die Zukunft. Foto: Helmut Thewalt

TRIER. Vor der neu gegründeten Trierer Ballsportbewegung UG (TBB) liegen arbeitsreiche Wochen. Seit dem 30. Mai steht fest, dass in Trier weiterhin Profibasketball gespielt werden kann – und zwar in der ProA. Bevor die Teilnahme der TBB am Spielbetrieb endgültig gesichert ist, gilt es noch, eine To-do-Liste abzuarbeiten.


Im Rahmen der Lizenzerteilung durch Die Junge Liga (DJL) wurden vor allem im Hinblick auf Wildcardverfahren und Insolvenzen einige Fakten kolportiert, die der Richtigstellung bedürfen. Die Insolvenz 2015, die am 20. März von den Verantwortlichen der TBB Trier AG beantragt wurde, war die zweite der Vereinsgeschichte. Die erste Insolvenz war eine Folge des zuvor in finanzielle Turbulenzen geratenen Namenssponsors HERZOGtel, weshalb der Verein Anfang Oktober 2001 zahlungsunfähig war. Das Insolvenzverfahren wurde im Frühjahr 2002 erfolgreich abgeschlossen. Der Mannschaft gelang in der letzten Saison unter Trainer Don Beck der Klassenerhalt.

Mit einem kleinen und sicher in manchen Belangen nicht erstliga-tauglichen Kader ging es mit dem Wissen um die folgende Aufstockung der Liga, in die Saison 2002/03. Die Mannschaft unter Trainer Bernard Thompson konnte die Klasse nicht halten. Erstmals beteiligte sich Trier nach dem sportlichen Abstieg am Wildcardverfahren (siehe Extra) und erhielt in Köln auch den Zuschlag für die Teilnahme an der BBL in der Saison 2003/04 – nicht zuletzt, weil die Arena Trier im Frühjahr 2003 eröffnet wurde.
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Nach der Saison 2007/08 beteiligte sich Trier ein zweites Mal am Wildcardverfahren. Das wurde nur deshalb eröffnet, weil die Cuxhaven BasCats als Nordmeister auf den Aufstieg verzichteten. Die TBB hatte unter den Trainer Joe Whelton und Yves Defraigne die Klasse nicht halten können, erhielt aber in Honnef erneut den Vorzug vor ihren Mitbewerbern.

Bei den Lizenzierungsanträgen für die ProA und die BBL hatte die TBB einen Saisonetat von 1,4 Millionen Euro angesetzt. Ronny Höpfner, der Geschäftsführer der TBB UG und seine Mitstreiter hatten dazu alle mit der TBB AG geschlossenen Sponsor- und Bartering-Verträge gesichtet. Die Überprüfung ergab, dass Verträge in einer Gesamtsumme von 1.050.000 Euro auch Gültigkeit für die 2. Liga haben. Die Cash-Verträge haben ein Volumen von rd. 700.000 Euro, die Bartering-Verträge decken die Restsumme ab. Die reinen Sponsorzahlungen entfallen dabei mit rund 50 Prozent auf fünf bis sechs Großsponsoren, die anderen 50 Prozent werden von einer Vielzahl an Werbepartnern abgedeckt.

Die Barteringverträge haben einen Umfang von 350.000 Euro. Große Positionen sind Fahrzeuge und Medialeistungen. Diese Beträge, ergänzt durch kalkulierte Zuschauereinnahmen von rund 320.000 Euro (Ansatz: 1.800 Besucher im Schnitt), ergeben den Etatansatz von 1,4 Millionen Euro. Bis zum 30. Juni müssen 60 Prozent der Sponsoringeinnahmen, die bisher vornehmlich als Absichtserklärungen vorliegen, mittels gültiger Verträge abgedeckt sein.

Die „neue TBB“ will alle Prozesse transparent gestalten und die bereits begonnene Offenheit gegenüber Fans, Partnern und Sponsoren fortsetzen. Dazu wird es weitere Info-Abende (jeweils 18 Uhr in der Nebenhalle der Arena Trier) geben. Am Montag, 15. Juni, steht die Information über die Personalie Henrik Rödl an erster Stelle. Außerdem werden die Verantwortlichen an diesem Abend über Kategorien und Preise der Tickets für die kommende Spielzeit informieren.

Am Montag 29. Juni wird der neue Manager Michael Lang vorgestellt, der zurzeit noch einen Lehrauftrag für Sportökonomie im Ausland wahrnimmt. An diesem Abend wird dann auch über den Stand der Akquise informiert. Generell ist noch zu sagen, dass alle Sponsoringeinnahmen, die über den Etatansatz hinausgehen, Eins-zu-Eins in den Sportbereich gehen. Mit jedem Euro, der zusätzlich zu den angesetzten 500.000 Euro für Trainerstab und Spielerkader zur Verfügung stehen, erhöhen sich natürlich die Chancen auf eine erfolgreiche Saison in der ProA.

[td_text_with_title custom_title=“Extra Wildcard“] Die BBL hatte die Einführung des Wildcardverfahrens beschlossen, um die Liga für „große Standorte“ zu öffnen, die zunächst nicht die sportlichen Bedingungen erfüllt hatten, aber die „harten Faktoren“ für die Lizenzerteilung erfüllten. Das gilt für die Spielhallen, die über ein Fassungsvermögen von 3.000 Besuchern verfügen müssen, fernsehtauglich sein müssen und mit LED-Banden ausgestattet sein müssen. Das gilt aber auch für die Professionalisierung des administrativen Bereichs und des Trainerstabs. Mit der Wildcardvergabe sollte die Liga einen Anreiz für Großstädte bilden, Profi-Basketball zu etablieren. Erster Nutznießer waren die Köln 99ers, die 2001 per Wildcardverfahren aus der Regionalliga in die Bundesliga aufgestiegen sind.
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