Michael Lang soll Triers Basketballer in die Zukunft führen

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Die wichtigsten Personen der vergangenen Wochen bei Moderator Björn Pazen: Ronny Höpfner (links), Geschäftsführer der TBB UG und Guido Joswig (2. v. li.), der Pressesprecher des Insolvenzverwalters. Fotos: Helmut Thewalt

TRIER. Rund 200 Zuhörer hatten sich am Montag in der Nebenhalle der Arena zu der Veranstaltung eingefunden, um sich über die Zukunft des Trierer Basketballs zu informieren. Die meisten werden mit einem guten Gefühl nach Hause gegangen sein. Denn es wird weiterhin Profibasketball in Trier geben und mit Michael Lang wurde ein neuer hauptamtlicher Manager präsentiert, der völlig unbelastet von allen Geschehnissen der Vergangenheit ist. Dennoch bleibt noch viel zu tun.

Ronny Höpfner, der Geschäftsführer der Trierer Ballsportbewegung UG, Guido Joswig, Pressesprecher des Insolvenzverwalters Professor Dr. Dr. Schmidt und Wolfgang Esser, Geschäftsführer der Messe- und Veranstaltungsgesellschaft mbH (MVG Trier), unter deren Dach die Arena und der Messepark firmieren, informierten umfangreich über den Status Quo und die Zukunftsplanungen des Trierer Profibasketballs.

Der neue Manager der TBB: Michael Lang.
Der neue Manager der TBB: Michael Lang.

Am 1. Juli wird Michael Lang die Stelle als neuer hauptamtlicher Manager antreten. Lang, 1966 in Ansbach geboren, soll die TBB, die in Kürze von einer UG in eine GmbH umgewandelt wird, zu neuen Ufern führen. Kommunikationspsychologe Michael Lang, der über eine Menge Erfahrung im Sportmanagement und im PR-Bereich verfügt, hat keinen Trierer Stallgeruch. Er wird allein schon deshalb für frischen Wind sorgen. Ihm zur Seite stehen als Mitarbeiter der Geschäftsstelle, die wieder in die Räume in der Arena umziehen wird, Sara Cappai, André Ewertz und Jessica Werwie zur Seite. Ein neuer Geschäftsführer für die TBB wird noch gesucht, er soll seine Aufgaben ehrenamtlich wahrnehmen.

Der Insolvenzverwalter, Höpfner, Esser und viele weitere Unterstützer, darunter Ex-OB Helmut Schröer und Ex-Bürgermeister Georg Bernarding hatten den Weg für den Erwerb der ProA-Lizenz bereitet, der wie Esser anmerkte, schwieriger war als erwartet. Er zitierte Franz-Josef Degenhardts Protestsong „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern.“ Diesen Titel sei für einige der Teilnehmer der Zweitliga-Tagung in Oberhausen der Leitsatz gewesen, die dennoch mit der Entscheidung endete, Trier das Go für die ProA zu geben.

Bevor es in diese entscheidende Sitzung ging, waren eine Menge Steine aus dem Weg zu räumen. Joswig: „Nach dem 20. März galt es zunächst, die Restsaison zu retten, was dank der Hilfe und Unterstützung der Zuschauer, Sponsoren, der Mitarbeiter der ehemaligen TBB und des sportlichen Personals auch gelungen ist. Schnell wurde klar, dass die Treveri Basketball AG nicht zu retten war, deshalb musste eine Auffanggesellschaft her.“ Die repräsentiert Ronny Höpfner, der als Geschäftsführer des TBB e.V., der Jugendabteilung der TBB, die Basis der TBB UG bildet.

Etatplanungen belaufen sich auf 1,4 Millionen Euro

Unbedingte Voraussetzung für die Lizenzerteilung war der Nachweis, die wirtschaftlichen Anforderungen der ProA zu erfüllen. Dazu mussten der DJL („Die Junge Liga“) verbindliche Erklärungen potenzieller Sponsoren vorgelegt werden, die die „neue TBB“ in der kommenden Saison finanziell zu unterstützen. Bis zum Tag X erhielten Höpfner und Co. die Zusage über insgesamt rund 600.000 Euro. Angedacht sind insgesamt rund 1,1 MIllionen Euro aus Cash- und Barter-Verträge. Bis zum 30. Juni müssen davon 60 Prozent vertraglich nachgewiesen werden. Mit der sehr zurückhaltenden Kalkulation von durchschnittlich 1.800 Zuschauern, die weitere Netto-Einnahmen von 310.000 Euro erbringen würden, ergibt sich im Trierer Antrag ein Etat-Ansatz von 1,4 Millionen Euro. Mit der SWT hat bereits ein Sponsor seine feste Zusage in Höhe der bisher geleisteten Unterstützung für die kommende Saison gegeben, „in den nächsten zwei Wochen werden wir weitere Verträge abschließen“, sagt Höpfner.

Das Organigramm der "neuen" TBB.
Das Organigramm der „neuen“ TBB.

„Mit 500 000 Euro waren die Zuschauer in der abgelaufenen Saison der größte Sponsor“, sagte Esser. Das könnte auch in Zukunft so sein. „Wir haben aber bewusst sehr konservativ kalkuliert“, sagt Esser weiter. Welche Einnahmen sich aus dem Ticketverkauf generieren lassen – die Preise werden am 15. Juni bekannt gegeben – ergibt sich auch aus der Anzahl der Spiele, die davon abhängt, ob die Qualifikation für die Playoffs gelingt. Das wiederum ist davon abhängig, welche Summe für Mannschaft und Trainerstab zur Verfügung stehen.

Nach den jetzt vorliegenden Planungen sind das 500.000 Euro, angestrebt werden aber 750.000 Euro. „Alles was wir jetzt noch akquirieren können, fließt zu 100 Prozent in den sportlichen Bereich“, sagt Esser. Und weiter: „Sollte es doch noch reichen, eine Wildcard für die BBL zu erhalten, dann wird der Trainer auch in der kommenden Saison Henrik Rödl heißen.“ Eine BBL-Teilnahme erscheint aber ziemlich unwahrscheinlich, denn da müssten noch rund eine Million Euro an Einnahmen dazu kommen. Nicht vom Tisch dagegen ist die Fortsetzung der Trainertätigkeit von Rödl auch in der ProA. Rödl wurde eine Entscheidungsfrist bis zum 15. Juni eingeräumt, wenn er mit der A2-Nationalmannschaft zum Lehrgang in Trier antritt. Die Galionsfigur der TBB der abgelaufenen Jahre hat vorab schon zugesagt, „die TBB in jedem Fall bei den Kaderplanungen zu unterstützen.“

Triers Ex-OB Helmut Schöer (Mitte) hat den Basketballern seine Unterstützung zugesagt.
Triers Ex-OB Helmut Schöer (Mitte) hat den Basketballern seine Unterstützung zugesagt.

Die Struktur der Mannschaft wird zwangsläufig ganz anders ein, als bisher. In der 2. Liga müssen immer zwei der fünf Akteure auf dem Feld Deutsche sein. „Deshalb müssen mindestens vier potenzielle Starter deutsche Pässe haben“, sagt Esser. Daher werde auch erst einmal mit allen deutschen Spielern der Saison 2014/15 gesprochen. Konkrete Kaderplanungen wird es sinnvoller Weise aber erst geben, wenn klar ist, wer als Trainer die Verantwortung trägt.

Gegen Ende der rund zweistündigen Info-Veranstaltung, die mehrfach von Beifall unterbrochen wurde, sagte der frühere Oberbürgermeister Schröer ebenso seine Unterstützung zu wie Ex-Bürgermeister Georg Bernarding als Vorsitzender der Basketball-Stiftung. Wichtige Wegbegleiter werden auch die ehemaligen Bundesligaspieler Patrick Börder und James Marsh sein.

Das Schlusswort von Ronny Höpfner ist richtungweisend: „Wir hoffen auf eine neue Identität des Trierer Profi-Basketballs. Und auf dem Weg dahin können wir jede Unterstützung gebrauchen.“

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7 KOMMENTARE

  1. „Bis zum Tag X erhielten Höpfner und Co. die Zusage über insgesamt rund 600.000 Euro. Angedacht sind insgesamt rund 1,1 MIllionen Euro aus Cash- und Barter-Verträge. Bis zum 30. Juni müssen davon 60 Prozent vertraglich nachgewiesen werden.“

    Kann mir das jemand erklären? Wird da etwa schon wieder mit Geld geplant, welches man nicht hat?

    • @Wolff

      Das ist leicht erklärt.
      Es gibt immer noch einen Unterschied zwischen einer simplen Zusage und einer vertraglichen Fixierung.
      Die Zusage wurde gebraucht, um überhaupt die Lizenz zu bekommen, aber erst wenn man die Lizenz hat macht es Sinn diese auch vertraglich festzuzurren und dies muss dann bis 30.06. nachgewiesen werden.
      Ein relativ normaler Vorgang.

      • 60% von 600.000 oder von 1,1 Mio. €?

        Überhaupt, wie kommt man auf 1,1 Mio. €? Das ist das, was die Verantwortlichen anstreben, aber nichts, was sie irgendwie schriftlich oder mündlich zugesagt bekommen haben. Da sieht es schon so aus, als ob man mit dem doppelten von dem plant, was man sicher hat.

        Zudem weiß ich nicht so recht, ob man mit Barterverträgen gut planen kann; das Geld hat man ja in Form von Warenleistungen und nicht bar.

        Vielleicht sollte man ganz bewusst mal kleinere Brötchen backen und für die nächsten Jahre solide und dauerhaft Liga 2 (oder direkt gesagt: Klassenerhalt!) einplanen, um dann irgendwann vielleicht wirtschaftlich voranzukommen und langfristig wieder die BBL anzuvisieren.

        • na 60% der 1,1 M sonst kann man nicht mit 1,4 M [der Liga gegenüber] planen.
          Und natürlich müssen diese Barterverträge als Geldwert einfließen.
          Z.B. die Autos die die Spieler gestellt bekommen, sind ja auch ein geldwerter Vorteil, den sie auch steuerlich angeben müssen und Teil der (Gesamt)Vergütung sind.
          600 T Zusage bedeutet ja erstmal nicht, dass man noch keine weiteren (positiven) Gespräche geführt hat.
          Wie sicher oder unsicher das ist, lässt sich natürlich für mich bzw. generell Außenstehende nicht beziffern. Aber ich schätze mal, dass die Masse der Klein- und Kleinstsponsoren noch nicht dabei sind bei den 600 T, sondern „nur“ die Großen.
          Mal schauen, ob alles so klappt, aber zumindest wirkt es „erreichbar“.

  2. Alles in Allem eine sehr gute Informationsveranstaltung mit einer Struktur die Hoffnung macht! Danke für das Engagement an alle die im dafür gearbeitet haben!

  3. …………eins kann ich nicht verstehen, der tbb fehlten ca 500000eu zur Deckung des Etats und man hätte keine Insolvenz anmelden müssen und man hätte weiter BBL gespielt. Jetzt gibt’s auf einmal Geld im Überfluss! Was ist das denn für ein schmutziges spiel? Wollte man etwa Sascha Beitzel und seine Mitstreiter loswerden? Würde mich bei „Herrn Blatter der Arena“ nicht wundern.

  4. Stimmt das war durchaus eine informative Veranstaltung. Hätte mir zwar noch ein paar Infos zu wieso weshalb warum die Insolvenz zu Stande kam gewünscht aber ok.
    Drücken wir die Daumen das die gefundene Lösung erfolgreich und auf Dauer was aufgebaut werden kann!
    Was sich mir allerdings nicht so ganz erschließt weshalb so ein Harakiri Move gemacht wird und die Geschäftsführung ehrenamtlich geführt werden soll. Geht das überhaupt bei einer GmbH oder habe ich da was falsch verstanden?

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