Fußball-Oberliga: Paul Linz nach Salmrohrer Remis gegen Burgbrohl „restlos sauer“

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Bildquelle: FSV Salmrohr

SALMROHR. Der FSV Salmrohr hat die Generalprobe für das Rheinlandpokalfinale 2015 ziemlich verpatzt. Im letzten Heimspiel der Oberliga-Saison kamen die Salmtaler beim 2:2 (0:2) gegen die Spvgg. Burgbrohl sogar noch mit einem blauen Auge davon. Vor allem in der ersten Halbzeit boten die Salmtaler eine schwache Leistung.


„Ich bin restlos sauer“, sagte FSV-Coach Paul Linz zu Beginn der Pressekonferenz nach dem Spiel. Wie sauer, konnte man seinem nächsten Statement entnehmen: „Ich musste mich erst einmal eine Viertelstunde abregen, sonst wäre ich jetzt ausgerastet.“ Und dann doch immer noch in Rage machte er gleich weiter: „Das war Alibi-Fußball von meiner Mannschaft. Wir haben nach der Pause 20 Minuten Fußball gespielt, der Rest war wieder nix. Nach den zwei Toren zum Ausgleich war meine Mannschaft zufrieden. Ich kann aber mit zufriedenen Spielern nichts anfangen. Und das werden die Jungs in den nächsten Tagen merken. Da werden sie mal den alten Paul Linz erleben. Ich hoffe, sie bekommen keinen Schock.“ Zum Abschluss konnte der Coach dem Duell dann doch noch etwas Positives abgewinnen: „Es ist gut, dass wir nicht gewonnen haben. Spätestens jetzt weiß jeder, dass das Pokalfinale kein Selbstläufer wird.“


Die harschen Worte von „Linze Paul“ waren nachvollziehbar. Seit er in Salmrohr das Zepter schwingt, hatte man den FSV noch nie so schwach gesehen, wie in der ersten Halbzeit. Es ist typisch für den Coach, dass er keine Entschuldigung für die Leistung suchte – obwohl er sie hätte wählen können. Nachdem sich in der Woche vor der Partie auch noch Ricardo Couto Pinto (Probleme mit den Aduktoren) verletzt hatte, fehlten den Gastgebern erneut neun Stammspieler. Auf der Bank saßen nur noch Gary Kolkes und die Hartmann-Brüder Tim und Nicolas, Tim ebenfalls noch angeschlagen.

Eine Erklärung für die blutleere Vorstellung in den ersten 45 Minuten kann das aber nicht sein. Kaum ein Zweikampf wurde gewonnen – ging auch nicht, denn mehr als Geleitschutz gab es für die engagierten Burgbrohler nicht, die den ihnen gewährten Freiraum weidlich nutzten. Dazu zeigten die Hausherren eklatante Schwächen bei Standards. Nach jeder Ecke brannte es lichterloh vor dem Gehäuse von Schlussmann Daniel Ternes.

Nach wenigen Sekunden hätte es schon 0:1 stehen können, als Maximilian Fichtl nach einer Flanke von Giorgi Piranashvili völlig blank stand, Helbig aber in die Arme köpfte. In der 4. Minute knallte Piranashvili das Leder nach einer Flanke von Sebastian Sonntag volley neben den Kasten, nur 60 Sekunden später erzielte Piranashvili ein Tor, das wegen Abseits nicht anerkannt wurde. Alle diese Aktionen taugten nicht als Weckrufe. Beim 0:1 präsentierte sich die FSV-Abwehr als Hühnerhaufen – Sonntag flankte, Piranashvili vollendete per Kopf. Auch danach konnten die Gastgeber keine Akzente setzen. Sie schafften es nicht, ihr sonst so gefürchtetes Kombinationsspiel aufzuziehen – liefen aber immer wieder in Burgbrohler Konter. Folgerichtig fiel nach einer guten halben Stunde das 0:2. Der agile Piranashvili spiele Norman Wermes frei, der Ternes mit einem Rechtsschuss keine Chance ließ.

Eine Erkenntnis verfestigte sich: Linz ist immer in der Lage, in der Halbzeitpause den Schalter umzulegen. Wie verwandelt kamen seine Schützlinge aus der Kabine. Innerhalb von sechs Minuten machte der FSV die gesamte Burgbrohler Arbeit der ersten Hälfte zunichte. Nach einer schnellen Kombination über rechts mit abschließendem Doppelpass zwischen Tobias Bauer und Julian Bidon erzielte Sebastian Ting aus der Drehung von der Strafraumgrenze den Anschlusstreffer. Wenig später war der Ausgleich fällig. Fabian Helbig gewann das Laufduell mit seinem Gegenspieler und schloss mit einem fulminanten Schuss aus 14 m in den Winkel ab. Es folgten noch drei „Halbchancen“ von Tim Hartmann, Daniel Bartsch und nochmals Ting – dann legte Salmrohrs Offensive die Arbeit nieder.

Im Gegensatz zu Burgbrohl, das nun wieder die Zweikämpfe und damit Räume gewann, um ein gekonntes Kombinationsspiel aufzuziehen. Nach einer tollen Kombination über Matthias Hein und Norman Wermes scheiterte Stefan Krämer mit einem Hechtkopfball ebenso an Ternes wie Sonntag wenig später mit einem hart und platziert geschossenen 18-m-Freistoß. In der 84. Minute hatten die Gastgeber nochmals Riesendusel, als Krämer per Kopf am Pfosten scheiterte.

Gästecoach Klaus Adams sprach von einem kuriosen Spiel und einer starken ersten Halbzeit seiner Elf. Adams weiter: „Das Pokalfinale wird anders, da bin ich sicher. Das ist für uns aber noch kein Thema, wir müssen am kommenden Wochenende erst einmal den Klassenerhalt sichern.

FSV Salmrohr –Spvgg. Burgbrohl 2:2 (0:2)
FSV Salmrohr: Daniel Ternes – Daniel Petersch (46. Tim Hartmann), Marc Inhestern, Daniel Schraps, Michael Kohns – Timo Heinz, Daniel Bartsch – Julian Bidon, Sebastian Ting, Tobias Bauer – Fabian Helbig
Tore: 0:1 (7.) Giorgi Piranashvili, 0:2 (32.) Norman Wermes, 1:2 (52.) Sebastian Ting, 2:2 (58.) Fabian Helbig
Schiedsrichterin: Johanna Mengelkoch (Wasserliesch) – Zuschauer: 172

[td_text_with_title custom_title=“Extra Personal“] Der FSV Salmrohr hat mit fünf weiteren Spielern aus dem aktuellen Kader Verträge verlängert. Die beiden Hartmann-Brüder, Tim (25) und Nico (19) bleiben dem FSV treu. Tim Hartmann hat seinen Vertrag beim Oberligisten um zwei weitere Jahre bis 2017 verlängert, sein jüngerer Bruder zunächst um ein Jahr. Ebenfalls für zwei Jahre haben die Abwehrspieler Pascal Meschak (26), Gary Kolkes (19) und Marc Inhestern (20) verlängert. Bisher stehen den vielen Vertragsverlängerungen mit Julian Bidon (24) und Dominik Zwick (26) nur zwei Abgänge gegenüber. Ehrenpräsident Peter Rauen kündigte für die kommenden Tage die ersten beiden Neuverpflichtungen an.

[td_text_with_title custom_title=“Extra Pokal“]Extra Pokal
Zum Finale im Bitburger Rheinlandpokal am Mittwoch, 3. Juni, 19 Uhr, in Polch bei Mayen wird der FSV Salmrohr Fan-Busse einsetzen. Wer zu einem Kostenbeitrag von zehn Euro mit nach Polch reisen will (Abfahrt um 17.30 in Salmrohr), kann sich ab sofort bei der Geschäftsstelle des FSV telefonisch anmelden: 06578/984970. Ein Bus ist bereits so gut wie voll besetzt. „Wir setzen so viele Busse ein, wie benötigt werden“, versprach Rauen in der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Burgbrohl. „Sollten wir gewinnen, wird ein Bus sicher auch erst später nach Hause fahren, damit in Polch noch gefeiert werden kann“, kündigt Christian Rauen, der stellvertretende Vorsitzende des FSV, an.

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