Leibe baut den Stadtvorstand zum Wohle der Effizienz um

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Die Mitglieder des Stadtvorstands Thomas Egger, Angelika Birk, Wolfram Leibe und Andreas Ludwig (v.l.) informierten in einer gemeinsamen Pressekonferenz über geplante Veränderungen im Zuschnitt der Dezernate. Foto: Presseamt Trier

TRIER. Die Trierer Stadtspitze plant, die Zuständigkeiten der Dezernate zu verändern, um den aktuell anstehenden großen Problemlagen und Herausforderungen in der Stadtentwicklung besser begegnen zu können. In einer gemeinsamen Pressekonferenz des Stadtvorstands erklärte Oberbürgermeister Wolfram Leibe am Montagabend, die Dezernate sollten ab dem 1. Juli 2015 teilweise neu zugeschnitten werden.

„Wir haben in einer Klausurtagung am Wochenende Konsens in dieser Frage erzielt. Was ich präsentiere, ist ein gemeinsamer Vorschlag des Stadtvorstands,“ erläuterte OB Leibe. Die Dezernenten Angelika Birk, Thomas Egger und Andreas Ludwig bekräftigten unisono, dass die Gespräche sehr sachlich verlaufen seien. Man habe den Neuzuschnitt unter rein fachlichen Gesichtspunkten entschieden und dabei auch die Kompetenzen, die der neue Oberbürgermeister und der neue Baudezernent in den Stadtvorstand einbringen, berücksichtigt. OB Leibe brachte die Vorgehensweise auf den Punkt: „Wir haben eine Liste der aktuellen Großbaustellen gemacht und diese belastungsgerecht verteilt.“

Egger übernimmt Rechtsamt

Das Amt für Wirtschaftsförderung, bislang von Thomas Egger im Dezernat III verantwortet, soll zukünftig mit einem deutlich strategischen Ansatz in den Zuständigkeitsbereich von OB Leibe fallen und als Querschnittsaufgabe der Verwaltung positioniert werden. Im Gegenzug sollen die Städtepartnerschaften vom Dezernat I des Oberbürgermeisters in das Amt für Kultur und grenzüberschreitende Kooperationen in Dezernat III überführt werden, das eng mit der Trier Tourismus und Marketing GmbH zusammenarbeitet. Dezernent Egger entlastet OB Leibe zudem mit der Übernahme des Rechtsamts und des Stadtrechtsausschusses.

Birk kümmert sich um Flüchtlinge

Das Amt für Schulen und Sport soll aus dem Dezernat II von Bürgermeisterin Angelika Birk in den Geschäftsbereich des Beigeordneten Andreas Ludwig (Dezernat IV) übertragen werden. Ziel ist es, die gewaltigen Herausforderungen bei den zu sanierenden Sporthallen, zahlreichen Schulbaumaßnahmen und -sanierungen in einem Dezernat zusammenzuführen und so die Entscheidungswege zu verkürzen. „Bauen und Sanieren“ sei jetzt die Hauptaufgabe für den Bereich „Schulen und Sport“, erklärte OB Leibe die Verschiebung des Amts in das Baudezernat. In Dezernat II werden damit Ressourcen frei, die in die konzeptionelle Arbeit zur Unterbringung und Integration der Flüchtlinge fließen können.


Das Kommunale Bildungsmanagement, vorher eine Stabsstelle des Oberbürgermeisters, wechselt zum Bildungs- und Medienzentrum in die Zuständigkeit der Bildungsfachfrau Birk (Dezernat II). Außerdem ist geplant, das strategische Gebäudemanagement, welches bislang ebenfalls im Dezernat I des Oberbürgermeisters angesiedelt war, in die Gebäudewirtschaft Trier einzugliedern, die zum Dezernat IV (Andreas Ludwig) gehört.

Der Vorschlag wird am morgigen Dienstag in den Steuerungsausschuss eingebracht und soll in der Sitzung des Stadtrates am Dienstag, 19. Mai 2015, verabschiedet werden.

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Es tut sich was in Trier. Seit Wolfram Leibe sein Amt als Oberbürgermeister angetreten hat, ist so manches in Bewegung geraten. Normalerweise lässt man einem Neuen erst einmal 100 Tage Zeit, in denen er sich einarbeiten und die Lage sondieren kann. In dieser Zeit erwartet man nicht allzu viel von ihm. Bei Leibe scheint das anders zu sein. Er packt an und tut etwas.

Leibe ruft und verkündet

Man wird sich wohl umgewöhnen müssen im schönen und beschaulichen Trier. Das Tempo, in dem hier auf einmal Politik gemacht wird, hat sich rasant erhöht. Bestes Beispiel dafür sind die manchmal sehr kurzfristig angesetzten Pressegespräche, in denen am Augustinerplatz Neuerungen der Öffentlichkeit bekannt gegeben werden. Da ist nicht mehr die Zeit, sich vorher zu informieren, hier zu fragen und da schon mal etwas durchsickern zu lassen. Leibe ruft, kommt ein paar Stunden später und verkündet, was er als richtig erkannt hat.

Und Leibe packt mit an. Da, wo er erkennt, dass die Hütte brennt, etwa bei der Sanierung der Sporthallen, wird das Ganze zu Chefsache erklärt. Bei anderen Angelegenheiten hält er das Stoppschild hoch und ordnet, wie beim Theaterprojekt, neues Denken an. Dabei hat man den Eindruck, dass ihm parteipolitische Interessen erst einmal egal sind. Die Stadt und die Bürger sind ihm wichtig. Was kann man sich mehr wünschen.

Ein vielversprechender Anfang

Wenn man dem neuen OB begegnet, hat man den Eindruck, er ist ein Mann, der ganz klar analysiert. Wo liegt etwas im Argen? Was ist wünschenswert? Und dann die alles entscheidenden Fragen: was ist machbar und wie kann ich es am besten erreichen? Diese Analyse ist noch kein Garant dafür, dass auch alles klappt, was Leibe sich als Ziel setzt. Aber es ist ein vielversprechender Anfang.

Alleine wird das Stadtoberhaupt die Mammutaufgabe Trier, die er sich auf die Schultern geladen hat, nicht stemmen können. Dazu braucht er Mitstreiter, die sich auf seinen Weg einlassen und den Schwung, den er ins Rathaus bringt, in ihren Dienststellen nicht ausbremsen.

Die offensichtlich kooperative Art, wie die Dezernenten der Stadt die neuen Zuschnitte ihrer Kompetenzen akzeptiert haben, deutet darauf hin, dass sie zu einer effektiven Zusammenarbeit bereit sind. Wenn jetzt die Fraktionen auch noch mitmachen, dann kann daraus etwas werden. Zum Wohle der ganzen Stadt.

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6 KOMMENTARE

  1. Bestätigt doch die vielfachen Vermutungen, dass Jensen, laaaaangsam, laaaaaangatmig und laaaaaangweilig war. Der machte so einen lahmen EIndruck, dem wollte man immer irgendwie helfen. Gott sei dank ist Randprobleme-,Weichspülerklausi weg. Jetzt kann er die Luxemburger nerven.

  2. Naja, bis jetzt ist ja noch nichts passiert. Man wird abwarten müssen, was so alles geht. Gewürfelt wird mal schnell und das Wort Entlastung kann auch eine bisherige Überforderung gewesen sein, oder?

  3. Das ist ein Hoffnungsschimmer am Horizont aber der OB kann nicht gegen den Stadtrat regieren und was die Fraktionen machen ist reine Machtpolitik man hat oft den Eindruck dass denen der gemeine Bürger egal ist.

    Leider haben die Bürger während der Legislatur keine EIngriffsmöglichkeit sondern sind nach der Wahl des Rates wieder mal für Jahre uninteressant , der kocht dann seine eigenen Süppchen, leider viel zu oft Marke Maggifix für Machthungrige

    • Noch schwieriger als gegen den Stadtrat zu regieren ist es sich gegen die Verwaltung selbst durchzusetzen. der rat hat nur 56 Leute. Die Verwaltung aber ca.2500.

      • ….und genau an dieser zum großen Teil unfähigen Verwaltung wird diese Stadt und dieses Land zu Grunde gehen!

  4. Aber Hauptsache ist doch das der OB der Versprechungen die er nie einlöste, jetzt abgelöst ist.
    Und vielleicht wird ja aus Stillstand endlich Fortschritt mit wirklicher Bürgerbeteiligung, wenn man sich traut?

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